Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Frauen, Schönheit, Arschgeweih

Hadmut
10.1.2018 22:18

Seltsame Meldungen vom Tage.

Die FAZ berichtet über Aufstieg und Fall des Arschgeweihs. Frauen ließen sich wie die Bekloppten Trivial-Tattoos stechen, weil sie was Besonderes haben wollten, und machten sich damit lächerlich, weil so viele damit herumliefen, dass nicht mal die Tätowierer das leichtverdiente Geld dafür noch haben wollten.

Auch wenn die meisten Kundinnen jung und hübsch waren, die Tätowierer empfanden es doch als würdelos, ständig nur Massenware herzustellen, von Individualität und von Kunst keine Spur. Aber die Frauen ließen es sich nicht ausreden. So erinnert es auch Frey: „Wir konnten die Damen meistens nicht dazu überreden, an der Stelle, die eigentlich eine schöne Stelle ist, irgendetwas anderes zu machen, also zum Beispiel eine kleine Rosenranke. Das wäre eine Alternative gewesen. Aber die wollten ihr schwarzes Teil.“

Dann wurde das Ding zum lächerlichen „Arschgeweih”, zum „Schlampenstempel”, und Mist war’s:

Niemand mochte mehr dieses Tattoo haben. Viele Frauen schämten sich dafür. Es ist schwer, eine ähnliche Geschichte von Aufstieg und Absturz in jüngerer Zeit zu finden. Vielleicht Martin Schulz. Zigtausende Frauen versuchten, ihr Tattoo irgendwie zu entfernen. Entweder sie ließen es umarbeiten, vergrößern, verzieren, oder sie ließen es sich weglasern.

Dann stellte man fest, dass das Entfernen noch viel mehr weh tut als das Anbringen. Aber sie waren völlig beratungsresistent. Der blinde Herden- und Nachahmungstrieb ist für Frauen unwiderstehlich. Besonders der zur Individualität.

Irgendwie hatte es die FAZ heute mit dem Thema Schönheit. Sie berichtete nämlich auch, dass Mädchen heute wie die Wahnsinnigen auf dem Schmink- und Beauty-Trip sind. Da hilft alles Gegendere und feministische Gebrabbel nichts. Generation Selfie. Generation Instagram. Drang zur Selbstoptimierung. Und nach meiner Beobachtung Wirkung der Immigration, denn gerade Frauen aus dem arabischen Raum verwenden sehr viel Mühe darauf und sind sehr gut darin, sich zu schminken. Da gibt’s welche, von denen sieht man nur einen Streifen der Augen, der Rest verschleiert. Aber da legen sie dann wirklich alles rein. Mir ist mal auf Reisen weit, weit weg eine begnet, von der waren nur die Augen zu sehen, aber die waren der absolute Hammer. Auf der Skala von 1 bis 10 war die die 99. Ich hab mich nur nicht getraut, die zu fotografieren, sowas gibt Ärger. Achtet mal darauf. Viele arabische und manche türkische Frauen sind absolute und nicht selten perfekte Schminkfetischisten. Es heißt ja immer, Mädchen stünden so auf Vorbilder. Stimmt, funktioniert. So kommt dann plötzlich wieder eine neokonservative Haltung ins Spiel. Und außerdem: Konkurrenz belebt das Geschäft.

Und Blogger seien bei den Mädchen sehr beliebt. Nicht solche wie ich. Die mit den Beauty-Tutorials.

Was insofern ernüchternd ist. Um als Blogger heute erfolgreich zu sein, muss man keine Inhalte habe, keine Texte schreiben. Man muss schön aussehen und ein passendes Vorbild für kindliche Mädchen sein, dann läuft’s gut mit den Sponsoren.

Das geht aber nicht nur Bloggern so.

Auch Politikern.

Bei denen, so fand man heraus, kommt es auch kaum darauf an, was sie machen oder sagen. Am wichtigsten für deren Erfolg ist schlicht Bekanntheit. Als zweites kommt direkt danach Schönheit, Attraktivität.

Seit 2002 untersucht der Dekan der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität den Zusammenhang zwischen physischer Attraktivität und Wahlerfolg. Das Ergebnis: Der schöne Schein wird für die Wähler immer wichtiger. Der Zusammenhang zwischen einem ansprechenden Äußeren und Wählerstimmen ist signifikant und „sehr substanziell“ – sowohl mit Blick auf die Erststimme als auch auf die Zweitstimme.

Besonders übel daran ist, dass viele Menschen dazu neigen, Leute auch intellektuell nach ihrem Aussehen zu beurteilen.

Hinzu kommt, dass Menschen dazu neigen, ästhetische Bewertungen mit ethischen und intellektuellen zu vermengen. In der Psychologie nennt man dieses Phänomen „Attraktivitätsstereotyp“: Schönen Menschen werden durchgängig positivere Eigenschaften zugeschrieben als weniger attraktiven. Oder, wie Andy Warhol einst sagte: „Beauty is a sign of intelligence.“

Was wieder mal darauf hindeutet, das Intellekt für die meisten Menschen eine Illusion ist, und letztlich nur das biologisch-evolutionäre Bewertungsschema für Gesundheit und Fitness ausschlaggebend ist, dass man sich den gesündesten als Leithammel oder Leitkuh aussucht und sich dann denkt, ist gesund und schön, muss recht haben.

Ich würde mal ins Blaue vermuten, dass auch die von den Genderasten so verpönte Werbung mit hübschen Frauen so funktioniert: Vielleicht geht es gar nicht um Sex in seiner primären Rolle. Vielleicht geht es einfach darum, das Auto, das man verkaufen will, mit etwas zu garnieren, was im Gehirn die Wertung „gesund, fit, Leithammel” auslöst, was ein Auto mit seinen Formen so nicht kann. Ist da aber eine hübsche Frau dabei, dann kommt das Auto, sein Name, seine Erscheinung womöglich mit dem Reiz „das ist der geeignete Partner”, also nur indirekt mit den Attraktivitätsreizen der Sexualität, eher der Gesundheit und Fitness, zusammen und das Gehirn wird getäuscht. Vermutlich würden Betrachter ein Auto mit einer schönen Frau für schneller, besser, sicherer halten als eines mit einer hässlichen.

Das dürfte auch eine Rolle dabei spielen, warum Parteien heute dazu neigen, Frauen im Vorsitz zu haben. Doppelspitze (Mann/Frau, nicht Brüste gemeint)

Sie meinen immer, das wäre gut um zu zeigen, dass auch Frauen was könnten. Anscheinend aber ist es völlig egal, was sie können und sagen. Es geht darum, Attraktivität darzustellen und die entsprechenden Reaktionen im Gehirn auszulösen. Prinzip Schaufensterpuppe.

Heißt aber auch, dass es bei Frauen eben oft nicht darauf ankommt, was sie sagen, sondern Erfolg fast nur an der Bekanntheit und am Aussehen hängt. Gender hin oder her.