Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Über die wütenden Männer um die 50

Hadmut
29.12.2017 20:42

Wir sollten uns da mal in Stellung bringen.

Der SPIEGEL (wem das nichts mehr sagt: Ein früher mal bekanntes, inzwischen obsoletes Druckerzeugnis auf anachronistischem Papier, die es mit Internet versucht und sich dabei qualitativ verhoben haben) geifert gegen (nicht explizit gesagt aber gemeint: weiße) Männer um die 50: 50, motzig, in der Psychokrise

Das muss man sich nicht wundern, denn es ist eine Kolumne von Spiegel Online, und die Kolumnen von Spiegel Online blubbern nach Termin, nicht nach Anlass.

Warum sind viele Deutsche so wütend, obwohl es der Wirtschaft so prima geht? Vielleicht liegt die Antwort ja darin, dass wir gerade einfach zu viele Menschen Anfang 50 haben – und die sind laut Wissenschaft besonders unzufrieden. […]

Immerhin ist nach wie vor etwas rätselhaft, warum in Deutschland 2017 bei so tollem wirtschaftlichem Verlauf und sinkenden Einbruchszahlen so viele Leute wütend sind.

Oh, ich dachte, ich hätte das ausführlich beschrieben. Deutschland verblödet, wir werden immer weiter ausgeplündert und die Frauenquote sorgt dafür, dass die, die diesen „tollen wirtschaftlichen Verlauf” erarbeitet haben, die geplünderten Dummen sind und die Karrieren die anderen machen. Man muss schon sehr blöd, eigentlich Journalist oder Politiker, sein, um dann noch diese Frage zu stellen.

Genauso könnte man sich fragen, warum sich das Melkvieh beklagt, wenn der Bauer viel Milch verkauft.

Vielleicht hat die Wutlage aber doch noch einen tieferen Grund, einen kollektiv-psychologischen, der weder mit Politikern noch mit dem Islam zu tun hat. Und der eben bisher völlig übersehen wurde.

Zwei Forscher sind dieses Jahr in einer ziemlich eindrucksvollen Studie der Frage nachgegangen, wie sich unsere Zufriedenheit im Laufe des Lebens typischerweise entwickelt. Bis vor einiger Zeit seien die führenden Experten auf dem Gebiet davon ausgegangen, dass es da keine systematischen altersbedingten Schwankungen gibt, und wir mal glücklicher sind, mal unglücklicher. Punkt.

Genau das sei aber offenbar gar nicht so, schreiben David Blanchflower und Andrew Oswald. […] In fast allen Ländern schwankt der Gemütszustand der Menschen nach Lebensphasen auffallend ähnlich.

Wir starten in der Jugend voll optimistisch und glücklich. Dann beginnt eine lange allmähliche Talfahrt, die bei Amerikanern irgendwo zwischen Mitte 40 und Anfang 50 den Tiefpunkt erreicht; in Europa wird der Mensch mit Anfang 50 von erhöhtem Trübsal befallen. Im Schnitt. Erst danach geht es wieder bergauf.

Oh, ja, natürlich. Korrelationen waren schon immer ein Grund, sich eine Kausalität frei aussuchen zu dürfen.

Dass die Generation um die 50 die sind, die von der linkskorrupten Poltik mit am stärksten geprellt sind, aber im Gegensatz zu jüngeren die Verwandlung miterlebt haben und wissen, dass das auch mal anders (und Merkel nicht schon immer unsere Kanzlerin) war, und denen am meisten bewusst wird, wie wir betrogen werden, liegt auf der Hand. Offenbar nun aber versucht man, gerade die Kritik dieser Leute als a) irrational , b) biologisch bedingt und deshalb als c) irrelevant abzutun.

Ich hatte doch neulich über den Spinner berichtet, der im Supermarkt Territorialstreit suchte. Dazu schrieb mir ein Leser:

Hier besteht großes Aggressionspotential, weil die Leute gut ausgebildet und hoch motiviert sind, aber üblicherweise etwa um die 40 merken, daß sie damit anders als ihre Eltern- und Großelterngeneration nichts mehr erreichen. Alle Claims sind abgesteckt, eine Besserung der Rahmenbedingungen ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten, und irgendwann schließt sich auch das Zeitfenster für Familiengründung.

Natürlich sind die Leute angefressen und hibbelig, sie merken unterbewußt, daß mit der Gesellschaft irgendetwas nicht mehr stimmt, daß es nicht mehr von selbst läuft. Und das führt dann zu Aggression, wenn sie gezwungen sind, mit dieser Gesellschaft zu interagieren, die als dysfunktional, feindselig erlebt wird: beim Einkaufen, im Straßenverkehr, allgemein im öffentlichen Raum, wo sie der anonymen Masse Mensch gegenüberstehen.

Zum Verständnis, was da gerade passiert, sind für mich die Mäuseexperimente von John. B. Calhoun sehr hilfreich. Ich empfehle Ihnen dringend, sich das mal anzuschauen!

Auf Wikipedia: https://en.wikipedia.org/wiki/John_B._Calhoun#Mouse_experiments
Originalveröffentlichung: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1644264/

Das Experiment ist interessant. Es ist nämlich auch eine Antwort auf die Frage von Spiegel Online.

Das Paper habe ich jetzt nicht gelesen, nur die Zusammenfassung auf Wikipedia. Man hat ein paar Mäuse in eine Laborumgebung gesetzt. So ein richtig schöner Mäusepalast. Kammern mit Röhren verbunden, in denen es Nester, Futter, Wasser gibt, alles, was das Mäuseherz begehrt. Die einzige limitierte Ressource war: Platz. Das Mäusehabitat wurde nicht vergrößert. Und dann hat man denen zugesehen, wie sie sich vermehrt haben. Aus Wikipedia:

Initially, the population grew rapidly, doubling every 55 days. The population reached 620 by day 315, after which the population growth dropped markedly, doubling only every 145 days. The last surviving birth was on day 600, bringing the total population to a mere 2200 mice, even though the experiment setup allowed for as many as 3840 mice in terms of nesting space. This period between day 315 and day 600 saw a breakdown in social structure and in normal social behavior. Among the aberrations in behavior were the following: expulsion of young before weaning was complete, wounding of young, inability of dominant males to maintain the defense of their territory and females, aggressive behavior of females, passivity of non-dominant males with increased attacks on each other which were not defended against.[2]

After day 600, the social breakdown continued and the population declined toward extinction. During this period females ceased to reproduce. Their male counterparts withdrew completely, never engaging in courtship or fighting. They ate, drank, slept, and groomed themselves – all solitary pursuits. Sleek, healthy coats and an absence of scars characterized these males. They were dubbed “the beautiful ones.” Breeding never resumed and behavior patterns were permanently changed.

The conclusions drawn from this experiment were that when all available space is taken and all social roles filled, competition and the stresses experienced by the individuals will result in a total breakdown in complex social behaviors, ultimately resulting in the demise of the population.

Überfüllung führt also zum Zusammenbruch der Gesellschaft, das Sozialverhalten fällt aus. Die Mütter verstießen ihre Kinder vorzeitig. Junge Mäuse wurden verletzt. Dominante Männchen konnten ihr Territorium und ihre Weibchen nicht mehr verteidigen. Die Weibchen wurden aggressiv. Nicht-dominante Männchen wurden passiv und wehrten sich gegen Angriffe nicht mehr.

Es wurde schlimmer. Die Weibchen hörten auf, Junge zu bekommen. Die Männchen zogen sich zurück, wurden faul und lethargisch, kämpften und balzten nicht mehr. Sie haben sich auf Essen, Trinken, Schlafen beschränkt und pflegten ihr Fell selbst (man könnte sagen: Sie haben nur noch masturbiert und sich für Weibchen nicht mehr interessiert.) Denen ging’s dabei gut, sie hatten ein glänzendes Fell. Sexualität und Fortpflanzung kamen nicht mehr in Gang.

Man hat daraus die Schlussfolgerung gezogen, dass in einer Population die Erschöpfung des zur Verfügung stehenden Raumes und das Besetzen aller sozialen Rollen im Ergebnis zu einem so hohen Wettbewerb und so viel Stress führt, dass es zu einem Zusammenbruch des Sozialverhaltens und zum Niedergang der Population führt.

Und genau das sieht man beispielsweise in Berlin. Oder ganz Deutschland.

Man hat durch Frauenquote und Immigration den Wettbewerb künstlich verschärft, weil für mehr Männer weniger Stellen mit sozialem Wert zu Verfügung stehen (und oft gar keine mehr, weil ja nur Frauen eingestellt werden dürfen, bis die Quote erreicht ist), Männer zu arbeitendem Melkvieh reduziert.

Das Ergebnis ist der Zusammenbruch der sozialen Struktur.

Und die einzigen, die noch warnen, weil sie das Problem sehen und wissen, dass das auch mal anders ging, will man ruhig stellen.