Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Vom Siechen und Sterben der SPD

Hadmut
7.12.2017 13:22

Es stinkt. Nach Verwesung. Und vor allem Dummheit.

Manchmal brennt im Journalismus doch noch etwas Licht. Gabor Steingart vom Handelsblatt schreibt in FOCUS über die Dysfunktion der SPD:

Nie zuvor in der Nachkriegsgeschichte haben das Volk und die SPD so deutlich aneinander vorbeigeredet. Das Volk sagt „Flüchtlinge“, und die SPD versteht „Bürgerversicherung“. Das Volk sagt „innere Sicherheit“, und Martin Schulz versteht „Opposition“. […]

Der gedemütigte Parteichef Schulz steht auf dem heute beginnenden Parteitag zur Wiederwahl. Seine Bilanz ist eigentlich keine Bilanz, sondern eine Todesanzeige: Er hat gegenüber der Bundestagswahl von 1998 rund 10,6 Millionen der sozialdemokratischen Wähler verloren – und damit mehr als jeden zweiten Schröder-Wähler. […]

Die SPD von heute ist eine unglückliche Partei, die sich die Zukunft vor allem als Addition von Ängsten vorstellt. Die Forderungen zur Bildung einer Großen Koalition lesen sich wie ein nationaler Sozialplan. Die Mehrzahl der Deutschen soll nicht mitgenommen, sondern abgefunden und ruhiggestellt werden.

Das ist das zentrale Problem der SPD. Sie ist als Partei von denen substituiert und zu ihrer Lobby gemacht worden, die Interessen gegen die SPD-Wähler haben. Die SPD ist zum Gegner ihrer Wähler geworden. Sie redet von Gerechtigkeit, hat für die meisten ihrer Wähler aber nichts mehr übrig als Steuererhöhungen und Abbau jeglicher Rechte, Abbau der Infrastruktur, Abbau der Sicherheit.

Die SPD hat sich völlig zum Lobbyisten und Steuereintreiber derer gemacht, die sich an der Öffentlichkeit, am SPD-Wähler bereichern wollen, hat ihre Wähler zum Melkvieh degradiert, dem keine Meinung mehr erlaubt ist.

Und sich dann noch einen gemeingefährlichen Trottel wie Schulz als Galeonsfigur vor den Wagen gespannt.

Und weil Geld offenbar keine Rolle spielt, werden die Fluchtsuchenden aus aller Welt eingeladen, in den deutschen Sozialstaat umzuziehen. Für Barmherzigkeit, so hat es der Parteivorstand eben erst beschlossen, kann es keine Obergrenze geben. Das Staatsversagen von 2015 würde damit zur Staatsräson erklärt. Dass die SPD dadurch die kleinen Leute verrät, die Staatsfinanzen überdehnt und die zu leistende Integrationsarbeit erschwert, nimmt sie billigend in Kauf.

Mittlerweile ist die Partei wie Schulz: übellaunig im Ton, angerostet im Denken und der Zukunft abgewandt.

Schau ich auf Twitter, dann rappelt es da gerade wie blöde: Schulz wolle die Staaten Europas bis 2025 auflösen und zu den Vereinigten Staaten von Europa mit gemeinsamer Verfassung machen.

Der Mann ist völlig durchgeknallt. Ein Wahnsinniger, der Kanzler werden wollte.

Versteht mich nicht falsch: Ich habe sogar selbst mal die Meinung vertreten und geäußert, dass wir sowas wie die Vereinigten Staaten von Europa werden könnten und sollten. Da war die Welt allerdings noch in Ordnung, und Europa noch nicht (jedenfalls nicht für mich so offensichtlich wie heute) in diesen linken Totalitarismuswahn abgetaucht. Seit ich mich damit näher beschäftige und gemerkt habe, dass die aus Europa so eine sozialistische Mega-Utopie bauen wollen, graust es mir davor.

Man kann nur hoffen, dass die SPD zügig stirbt. Und zumindest die Richtung stimmt schon mal. Schulz ist jedenfalls der richtige dafür.