Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Benamungen

Hadmut
31.10.2017 15:17

Es bleibt schwierig.

LIDL hat Ärger. Sie hatten Kinderschlafanzüge im Angebot. Auf denen für Jungs steht „Be your own Super Hero”. Auf dem für Mädchen steht „Daddy is my Superhero”. Jetzt tobt der Gender-Krieg um die Frage, warum Jungs ein Hero sein können, Mädchen aber nicht. Vermutlich weil die Mädchen Feministinnen sind, die machen auch nichts selbst, da muss immer der nächste Mann herhalten. Warum steht das da eigentlich auf englisch drauf?

Apropos Englisch und LIDL. Mir wäre gestern abend vor lauter Bloggen fast wieder was Blödes passiert. Letztes Jahr nämlich gab es hier Allerheiligen/Halloween, und es klingelte abends an der Tür, und draußen standen die Nachbarskinder, um sich Süßigkeiten abzuholen. Und ich hatte es verpennt. Weil ich das süße Zeug nicht mehr so mag und eh zu fett bin, kaufe ich das nur noch selten und in geringen Mengen und hatte gerade wirklich gar nichts mehr da. Gottogottogott, war das so peinlich, in die enttäuschten Kinderaugen zu gucken und zugeben zu müssen, dass ich gerade gar nichts mehr da habe. War das schrecklich. Gestern hätte ich es fast wieder verpennt, vor lautere Bloggen nicht gemerkt, dass es schon 9 war. Gerettet hat mich, dass der LIDL hier um die Ecke neuerdings bis 10 auf hat. Verblüfft for dem Süßigkeitenregal: „KitKat – Now with extra milk & cocoa Haben die auf dem internationalen Markt eingekauft? Fehllieferung? Falsche Verpackung? Nee, Rückseite ist deutsch. Nebendran Cranberry White Cookies und Chocoloate Cookies. Der Rest der Verpackung auf deutsch. Und „Grandino – Soft Baked Zartbitter”. Herrje.

Die Bahn hat Ärger.

Bisher haben sie ihre Züge nach Städten oder Gegenden benannt.

Unter dem Druck der political correctness jetzt aber nach Menschen. Am besten weiblich, politisch korrekt und irgendwie mit Opferstatus.

Sie haben einen Zug deshalb „Anne Frank” genannt. Oder wollten es tun.

Fände ich jetzt eigentlich völlig in Ordnung und wüsste beim besten Willen nicht, was man daran aussetzen könnte. (Außer dass ich längst generell der Meinung bin, dass man überhaupt nichts mehr nach Menschen benennen sollte, gibt nur Ärger.) Über die könnte man ja nun wirklich nichts Negatives sagen, das müsste ja nun wirklich jedem gefallen.

Es gab einen fürchterlichen Shitstorm. Es sei so geschmacklos, einen Zug nach Anne Frank zu benennen. Ob man nicht wisse, dass man Menschen mit Zügen deportiert habe. Auf niederländisch Van ‘all aboard’ naar ‘all deport’. Und eine Katastrophe, wenn der Zug ausgerechnet nach Warschau führe.

Trotzdem oder gerade deshalb hätte ich es für richtig gehalten, den Zug so zu benennen, eine der wenigen Personen, bei denen ich kein übles Politaroma vernehme oder bei denen man nur zur Gleichstellung Frauen irgendwelche Leistungen andichtet. Und wenn der Zug nach Warschau fährt, dann ist das halt so, dann gibt das der Sache eher noch das nötige und angemessene Gewicht. Dann hat man was zum denken.

Zeigt aber, dass im Zeitalter der political correctness gar nichts mehr geht. Nur noch Verblödung und überall Tretminen.

Wenn ich mir den Quatsch in Berlin mit der Frauenquote bei Straßennamen ansehe, dann bin ich nur noch mehr der Meinung, dass man eigentlich gar nichts nach Menschen benennen sollte, außer wissenschaftliche Entdeckungen nach ihren Entdeckern und ähnliche unmittelbare Sinnzusammenhänge, bei denen die Sache selbst in Zusammenhang mit der Person steht und nicht als Würdigung so genannt wird. Man hätte einen Haufen Ärger und jeden Mengen blöden Personenkults weniger.