Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Heucheln bei #Lanz

Hadmut
26.10.2017 0:12

Ach, bei Lanz wird wieder geheuchelt, dass sich mein Fernseher wölbt. [Nachtrag]

Markus Lanz redet mit Uschi Glas über die Belästigung von Frauen aus Anlass #MeToo und Harvey Weinstein.

Es geht auch darum, warum jeder weggeschaut und keiner was gesagt hat. Tarrantino etwa hätte geäußert, er hätte es gewusst und leider nichts gesagt.

Was für eine elende Heuchelei.

Jahrelang hat man jeden, der auf irgendwelche Missstände hingewiesen hat, abgemurkst, jeden Whistleblower erledigt, alles als KO-Kriterium angesehen, was von der Standard-Karriere abweicht. Jeden Fleck im Lebenslauf als Karriereende angesehen.

Ich habe beschrieben, wie es mir ergangen ist. Das hatte nichts mit sexueller Belästigung zu tun, aber mit dem Aufklären von Kriminalität, Erpressung, krummen Machenschaften bei Promotionen und Berufungen. Das ist strukturell nichts anderes als die Besetzungscouch, zumal es bei vielen Professoren ja Karriere und Noten gegen Sex gab.

Niemand, ganz besonders nicht das Fernsehen und Leute wie Lanz, haben die, die auf Missstände hingewiesen haben und die dafür aus der Karriere geschossen wurden, auch nur eines Blickes gewürdigt oder gar geschützt. Im Fernsehen kommen dann auch immer nur die zu Wort, die geleckte Karrieren haben und Prof. Dr. irgendwas heißen oder ganz toll und ganz jung Karriere gemacht haben. Leute, die keine Karriere machen und keinen Grad, Titel oder sonstwas haben, weil sie Missstände aufgedeckt haben, werden dort aus Ignoranz und politischen Gründen komplett ausgeblendet.

Und jetzt schleimt der da, dass es zuwenig Leute gibt, die den Mund aufmachen.

Widerlich.

So widerlich.

Und wehe dem, der auf diesen Missstand und Missbrauch der Fernsehmacht hinweist.

Nachtrag: Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr widert’s mich an.

Wir haben die absolute Mainstream-Presse und mehr noch das Mainstream-Fernsehen, indem nur noch ideologisch geleckter Einheitsscheiß kommt. Und Journalisten und Fernsehleute zeigen sich als die größten Feiglinge, die aus Angst um ihren Job jedes Komma in den politischen Wind hängen, die Speichel lecken, Politikern in den Arsch kriechen, nur nicht anecken, immer alles lubride halten.

Und ausgerechnet die fragen, warum andere nicht auf Missstände hingewiesen haben, als das gerade mal nicht opportun war. Als der Zeitgeist „Maul Halten” hieß.

Zumal die Journalie das jetzt ja auch nicht aus Überzeugung tut, sondern weil der Zeitgeist es befiehlt, weil sie wiederum zu feige sind, dem nicht zu folgen.