Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

The Banana Incident

Hadmut
1.9.2017 23:02

Neues von den Schneeflöckchen. [Nachtrag]

Dass man auf Bananenschalen ausrutschen und sich lebenslanges Siechtum einhandeln kann, ist sprichwörtlich. (Obwohl ich mich an keinen einzigen Fall erinnern könnte, ich muss mal ausprobieren, ob das überhaupt geht.) Und die deutsche Geschichte ist ja nun auch nicht frei von Bananentraumata.

Aber schlimmer geht’s immer.

Und so begab es sich an der University of Mississippi, dass irgendein Rotzlöffel von Student eine Banana aß, keinen Mülleimer fand, nicht wusste, wohin mit der Bananenschale, und sie einfach in hohem Bogen fortwarf, worauf die Bananenschale in einem Baum hängen blieb. Je nach Darstellung scheint er sie da auch einfach hingehängt zu haben.

Ich bitte also sich bewusst zu machen, dass das Corpus Delicti, von dem wir hier reden, eine Bananenschale ist, die in einem Baum hängt.

An jedem normalen Ort der Erde wäre die Geschichte damit auch schon vorbei, vielleicht hätte er sich einen Tadel wegen Verschmutzung oder sowas eingefangen.

Nicht so in Mississippi.

Dort nämlich hatte eine Gruppe getagt, die sich Ole Miss Greek life, nennt, und ich habe nicht so richtig verstanden und herausbekommen, was das eigentlich ist. „Ole Miss“ ist dort wohl die Bezeichnung der Universität, und sie tritt auch unter olemiss.edu auf. Sucht man Ole Miss Greek life, kommt man u.a. auf diese Seite, und mir wird nicht so ganz klar, ob es sich dabei um irgendeinen näheren Bezug zu Griechenland und dem Hellenischen an sich handelt, oder nur um das Studentenvereinigungsgebimsel mit seinen notorischen Bezeichnungen mit griechischen Buchstaben (Alpha Kappa Alpha und so’n Quatsch).

Die also hätten nun getagt, um zu besprechen, wie man die Universität besser zusammenbringt, und wo man den üblichen Gender- und Rassismus-Schmus diskutiert hätte. Ich habe es so verstanden, als sei besagter Rotzlöffel Teilnehmer der Veranstaltung gewesen und habe sich in einer Pause der hitzigen Diskussion die Banane einverleibt und der Schale entledigt.

Und dann passierte es, dass jemand die Bananenschale sah, wie DM Online berichtet:

Makala McNeil, president of Alpha Kappa Alpha sorority, one of the nine historically African-American sororities and fraternities, said she saw the banana peel after leaving a group discussion that addressed race relations. Saturday morning, all of the retreat’s participants ate breakfast together, followed by a session where they shared their feelings on race relations at Ole Miss. The breakfast options included a fruit cart with bananas.

“The overall tone was heavy,” McNeil, a senior integrated marketing communications and sociology major, said. “I mean, we were talking about race in Mississippi, at the University of Mississippi and in the Greek community, so there’s a lot involved.”

After the large discussion session, the students split into smaller conversation groups. McNeil said that around noon on Saturday, she was walking with friends to their group session across camp when one of her sorority sisters pointed at a tree 15 feet away. She said that about six feet up the tree’s trunk sat a lone, fresh-looking banana peel.

“It was so strange and surreal to see it there,” McNeil said. “We were all just sort of paranoid for a second.”
She said the image was especially disturbing in light of an incident on American University’s campus in May of this year. The morning Taylor Dumpson was to take over as the school’s first female black student government president, students found bananas hanging from nooses across campus. Some of the bananas were inscribed with references to Dumpson’s sorority, Alpha Kappa Alpha.

“That, to me, was a slap in the face to see that banana hanging in a tree after talking about the personal truths of our campus,” McNeil said.

Und das hat die Leute so geschockt, dass sie die Tagung abbrechen mussten.

McNeil said that if the banana peel incident was an accident, people need to consider the effects of their actions versus their intent. […]

“There were a lot of emotions being showed and a lot of transparency,” McNeil said. “I just don’t feel as though it was being facilitated in a constructive way.” […]

“At that point, we didn’t feel welcome; we didn’t feel safe,” McNeil said. “If we didn’t feel wanted or safe at the camp, our best option was to leave.”

Katrina Caldwell, vice chancellor for diversity and community engagement, said her office was asked to put a plan together to handle the weekend’s incident on campus.

“Right now, we’re just talking to people on campus who have some experience working across diversity to help the students process what happened,” Caldwell said.

Das heißt, die sind jetzt an dem Punkt angekommen, an dem sie der Anblick einer Bananenschale so traumatisiert, dass größere Kriseninterventionen erforderlich sind. Symbol-Neurose.

Was machen die erst, wenn da irgendwo ein Banana Milk Shake angeboten wird? Ultimativer Rassismus-Alarm? White Supremacy?

Nachtrag: Ein Leser erläutert dazu:

Greek Life bezeichnet das auf fraternities/sororities beschränkte Umfeld an US-Hochschulen, was daher kommt, dass sich diese sehr oft (immer?) griechische Namen geben, zum Beispiel: https://en.wikipedia.org/wiki/Alpha_Gamma_Delta. Unten auf der Wikipedia-Seite gibt es einen Kasten mit Links zu Dutzenden dieser Organisationen.