Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Neues Computerspiel: Schiffe versenken

Hadmut
22.8.2017 23:33

Oh, das würzt.

Als Kind hatte ich so unglaubliches Schiffeversenken-Spiel mit einem der frühesten Spielzeugcomputer (genau das da und das 🙂 ) Eigentlich machte das auch nichts anderes als das klassische Schiffeversenken mit Kuli und kariertem Papier, aber einfach mit scharfen Knöpfen und (für damalige Verhältnisse) toller Soundkulisse. Man musste dem Ding erst mühsam eingeben, wo man seine Schiffe hatte, und dann ging es los, abwechseln ballern und entweder krachte es oder eben nicht. Aus heutiger Sicht stinklangweilig, zumal ja auch nur „Schuss A3 – Treffer!“ durch den Computer ersetzt wurde, oder vielleicht war’s auch nur diskret aus Gattern aufgebaut, jedenfalls war das so meine Jugenderinnerung an Schiffeversenken.

Das nächste Schiffeversenken hatte ich an der Uni. Kryptovorlesung. Ich habe ein Vorlesung über das Brechen der Enigma gehalten und dazu auf einem Rollwagen die (echte) Instituts-Enigma in den Hörsaal gerollt. Wie ich so auf dem Weg dorthin bin, und den verschlossenen Holzkasten und ein Tuch darüber durch den Gan rollte, kam mir ein Kollege vom Nachbarinstitut entgegen und fragte neugierig „Was hast Du denn da?“ und ich so im Spaß (ich wollte meine Sensation ja nicht so ganz ad hoc preisgeben) „Rate mal…“. Und der sagte so völlig ahnungslos und spontan „Schiffe versenken“. Ich bin fast umgefallen. Und habe ihm dann erklärt, wie unglaublich und treffend richtig er damit lag. Der konnte das hinterher selbst kaum fassen.

Heute habe ich dann von einer neuen Version Schiffe versenken gelesen.

Neulich ist doch schon mal ein US-Kriegsschiff mit einem Containerschiff zusammengedonnert. (Und das vom Computer/Autopilot gesteuerte Containerschiff ist einfach weitergefahren als wäre nichts passiert, während die Mannschaft wohl geschlafen hat.)

Und jetzt wieder: ein US-Zerstörer mit einem Tanker. Bemerkenswerterweise nahmen die Frachtschiffe dabei nur geringen Schaden und konnten normal weiterfahren, während es bei den Kriegsschiffen immer schwere Schäden, Wassereinbruch, Tote gab. (Naja, im Frachtschiff kann es vorne ja keine Toten geben wenn vorne gar keine Leute sind.) Und die Amerikaner wundern sich, wieso ihnen das in so kurzer Zeit und in derselben Großregion gleich zweimal passieren konnte. Dazu soll außerdem noch ein Schiff auf Grund gelaufen und ein anderes mit einem Schifferboot kollidiert sein. Macht vier Vorfälle.

Könnte man für Blödheit halten. Es gibt ja diesen alten Witz vom US-Schlachtschiff, das einen Leuchtturm zur Kursänderung auffordert (mindestens zweimal verfilmt, hier und hier). Bisher hatte ich ja ganz erhebliche Zweifel an der Story, nicht nur weil die Details jedesmal anders sind, denn ich habe zwar nicht viel Ahnung von der Seefahrt, aber auf meinen Reisen schon oft alte Leuchttürme besichtigt. Und die sind normalerweise nicht dauerbemannt. Moderne Leuchttürme arbeiten vollautomatisch autonom, und alten Leuchttürme hatten einen Wärter, der aber nur morgens und abends mal geguckt hat, ob noch alles läuft, und nur in der Nähe des Leuchtturms wohnte, nicht etwa im Leuchtturm, wie man immer gerne darstellt. Und ich habe da noch nie Funkgeräte gesehen. Funknavigationshilfe, Wetter usw. werden normalerweise von anderen Stellen als den Leuchttürmen betrieben. Wozu sollte ein Leuchtturm am Funkverkehr teilnehmen? Wenn ich mir allerdings so anschaue, wie die in der Realität navigieren, könnte da doch was dran sein.

Auf Telepolis spekuliert nun einer, dass das womöglich kein Zufall war, sondern dass es da irgendwer schafft, die Navigations- und Radarsysteme amerikanischer Kriegsschiffe durch irgendwelche Tricks zu „blenden“, so dass die falsch fahren oder andere Schiffe nicht mehr sehen.

Jetzt überlegen sie, ob Nordkorea, China oder die Russen da was testen, um amerikanische Schiffe zu stören.

Ich glaube das zwar auch nicht, denn wenn sie das könnten, wären sie wohl kaum so blöd, die Amerikaner drauf zu bringen, dass sie das können, damit die dann etwas dagegen unternehmen. Im Krieg muss man ja keine Kampffähigkeiten immer geheim halten.

Aber die Vorstellung, dass da irgendwer am Computer sitzt und Schiffe versenken spielt, indem er die ganz großen Dinger gegeneinander fahren lässt, ist schon scharf. Da sitzen die alle beisammen und wenn’s geklappt hat, ruft einer laut „Treffer“ oder „Treffer versenkt“.

🙂