Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Rentenentwicklung: Immer gegen die Männer

Hadmut
8.8.2017 17:34

Noch so was, was uns der Feminismus verschweigt:[Nachtrag zu Rentenstatistiken]

Es geht gerade mal wieder um, dass die Politik die Menschen doch bitte darauf vorbereiten möge, dass sie nicht mehr bis 67, sondern bis 70 arbeiten, wegen der Rente.

Betrifft natürlich nur die Dummen, die in die Rentenkasse einzahlen. Politiker, Freiberufler, Geschäftsführer und so weiter sind davon natürlich nicht betroffen, die gehen schon viel früher in Ruhestand.

“Die Politik muss sich endlich ehrlich machen und den Menschen sagen: Die Lebensarbeitszeit wird weiter steigen müssen”, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher: “Für jedes Jahr zusätzlicher Lebenserwartung müssen die Menschen acht Monate länger arbeiten, damit das Rentensystem überhaupt finanzierbar bleibt. Wir müssen irgendwann über die Rente mit 70 reden.”

Wenn längeres Leben auch längeres Arbeiten bedeutet, warum müssen dann Frauen nicht länger arbeiten als Männer, obwohl sie im Durchschnitt 5 Jahre länger leben?

Wenn jedes Jahr Lebenserwartung bedeute, dass man 8 Monate länger arbeiten muss, dann müssten Frauen doch eigentlich 40 Monate, also über 3 Jahre länger arbeiten als Männer. Warum tun sie das nicht? Warum muss man länger arbeiten, wenn man länger lebt als frühere Generationen, aber nicht, wenn man länger lebt als Männer?

Schaun wir mal in eine Sterbetafel, was das heißt, Rente ab 70:

  • Im Alter von 70 leben nur noch 77% der Männer, jedoch noch 87% der Frauen.

    Unter Angestellten, die bis 70 gearbeitet haben, wozu ja auch viele körperlich arbeitende Leute gehört, dürfte die Mortalitätsrate deutlich höher sein als bei Beamten und vielen akademischen Freiberuflern, weshalb davon auszugehen ist, dass von denen, die in die Rentenkasse einzahlen, bei Männern deutlich weniger als 77% überhaupt noch am Leben sind, wenn sie das Rentenalter erreichen.

    Das heißt, dass mindestens ein Viertel der Männer, in der Realität deutlich mehr, ein Leben lang in die Rentenkasse einzahlen, ohne selbst jemals einen Cent Rente zu bekommen oder das vererben zu können. Das gesamte gezahlte Geld einfach weg.

    Satte 10% mehr bekommen bei den Frauen eine Rente.

  • Wenn man denn das Rentenalter von 70 überhaupt erreicht, dann hat man als Mann noch eine Lebenserwartung von durchschnittlich 14,09 Jahren, als Frau aber 16,78, also zweieinhalb Jahre mehr (die stärkeren Unterschiede ergeben sich offenbar daraus, dass viele Männer schon unter 70 Jahren sterben, denn bei den 60-jährigen beträgt der Unterschied noch rund vier Jahre), oder 19% mehr Lebenserwartung nach Renteneintritt.

    Da jammern sie uns immer einen herum, dass Frauen soviel weniger Rente als Männer bekämen, dass sie aber – je nach Renteneintrittsalter – beispielweise im Mittel 19% länger Rente bekommen und damit eine viel höhere Rentenrendite erzielen, wird auch nur sehr selten erwähnt.

Reiten sie nicht immer darauf herum, dass man nach Artikel 3 GG nicht wegen seines Geschlechts benachteiligt werden darf und der Staat Chancengleichheit bzw. (fälschlich) „Gleichstellung“ herbeiführen müssen?

Was ist also mit der Gleichstellung bei

  • Lebenserwartung?
  • Rentendauer?
  • Rentenrendite?

Warum wird das totgeschwiegen, über die Höhe der einzelnen Rentenzahlung aber ein großes Dauergejammer wegen der Frauen betrieben?

Nachtrag: Mir sind noch zwei Rechenfehler aufgefallen:

  • Warum werden eigentlich beim Vergleich der Rentenhöhen von Mann und Frau immer nur die Lebenden verglichen und nicht auch die mit Null eingerechnet, die schon tot sind, also nichts mehr kriegen?
  • Dadurch, dass Frauen länger leben, es also mehr Rentnerinnen als Rentner gibt, vor allem je älter sie sind, werden Frauen mit schwacher Erwerbstätigkeit stärker einberechnet.

Die Renten-Statistiken Mann-Frau sind damit Schrott und leiden u.a. am Simpson-Fehler und der falschen Zusammenrechnung. Eigentlich dürfte man gar keine Rentenstatistiken für alle zusammen erstellen, sondern müsste für jeden Jahrgang einzeln Mann-Frau-Statistiken erstellen und dabei alle Verstorbenen des Jahrgangs mit einem Rentenbezug von 0 mit einrechnen, um zu einem fairen Ergebnis zu kommen.

Und dann würde sich sicherlich zeigen, dass der angebliche Rentenunterschied viel geringer ausfällt und wahrscheinlich oft sogar zugunsten von Frauen liegt.

Die ganzen feministischen Statistiken kranken daran, dass man nur selektiv betrachtet und zusammenrechnet, was man nicht zusammenrechnen kann.