Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Heftige Kritik an Gender Studies

Hadmut
2.8.2017 21:54

Jetzt gibt’s was zum Staunen.

Ich zitiere jetzt mal aus einer Quelle, und geben die Quelle ganz bewusst erst am Ende des Textes an. Lest mal die Zitate (nicht neu, sage ich, sagen Gender-Kritiker seit Jahren) und überlegt Euch, wer einen solchen Standpunkt als Kritiker einnehmen könnte.

Zwei Jahrzehnte später sind die meisten Lehrveranstaltungen der Geschlechterforschung an solchen Fragestellungen desinteressiert – und an der Frauenemanzipation als solcher. Gender-Studies-Kurse tragen nunmehr Titel wie „Muslim Queer Subjectivities and Islamic Ethics“ oder „Einführung in die interdependente VerRücktheitsforschung/Mad Studies“. Viel diskutierte Postulate heißen „Critical Whiteness“, „Intersektionalität“ oder „Femonationalismus“.

Der queerfeministische Nachwuchs pöbelt auf dem Campus, in den Straßen und im Internet gegen „weiße Cis-Männer“, gegen “TERFS” (trans exclusionary radical feminists, also radikale Feministin, die Transmenschen ausschließt) oder “SWERFS” (sex worker exclusionary radical feminist, also radikale Feministin, die Sexarbeiterinnen ausschließt), prangert unentwegt „Privilegien“ anderer an, fordert geschlechtsneutrale Pronomen ein und sinniert mit weinerlicher Verve über „Verletzbarkeit“. Das persönliche Leiden an der Welt wird zum wissenschaftlichen Thema verklärt, Schuld für das eigene Befinden als Dritte personifiziert.

Wie ein Bericht aus der Klapsmühle. Könnte doch an sich ein Text aus meinem Blog sein, ist doch vom Inhalt und Diktion dem sehr ähnlich, was ich schreiben. Oder?

Was daraus folgt, ist vorrangig ein (Ver-)Urteilen um der Rüge, nicht um der Erkenntnis wegen. Mit dem Rotstift werden akademische Texte, gesellschaftliche Phänomene oder politische Probleme darauf abgeklopft, ob sie „sexistisch“, „rassistisch“, „homophob“ oder „transphob“ sind. Von dort ist der Weg zu Sprechverboten nicht weit.

An den beiden verstrichenen Jahrzehnten ist noch etwas anderes auffällig: Nicht eine Arbeit aus den Gender Studies hat eine gesellschaftspolitische Debatte geprägt oder zumindest vorangetrieben. Ein Umstand, der unzweifelhaft der Unverständlichkeit der verwendeten Begrifflichkeiten sowie dem “methodischen” Vorgehen geschuldet ist und im merklichen Kontrast zu Arbeiten aus der Geschichtswissenschaft, der Soziologie oder der Politikwissenschaft steht. Nicht eine deutsche Professorin für Geschlechterforschung hat eine bahnbrechende These formuliert, die breite Anerkennung in der internationalen Wissenschaftslandschaft erfahren hätte. Es ist zudem keine Absolventin der jungen Disziplin bekannt geworden, die eine beachtliche Nachwuchskarriere hingelegt hätte.

Hiervon unbeirrt regiert in den Gender Studies weiterhin das Selbstbild, unverzichtbare universitäre wie gesellschaftspolitische Arbeit zu leisten. Die Fachgesellschaft Geschlechterstudien – der akademische Zusammenschluss aller, die an deutschen Hochschulen in den Gender Studies arbeiten – versteht das eigene Tun beispielsweise als wissenschaftlichen Ausdruck einer dem „Nichtanerkannten und Prekären verpflichteten Gesellschaft“. Die geistige Offenheit und kritische Distanz, die mit dieser Formel suggeriert werden, sind eine Farce: im Gender-Clan herrscht kein Dialog zwischen widerstreitenden Standpunkten, sondern einzig ein Judith-Butler-Monolog.

Ja, eine Dummheits-Epidemie. Auch das ist ein Textfragment, das vielleicht nicht so ganz meine Formulierungsweise ist, aber inhaltlich und von der Kritik her in meinem Blog hätten stehen können.

In den Graduiertenkollegs der Geschlechterforschung werden Promovierende angehalten, Doktorarbeiten über ihre Lieblingsserien abzufassen, statt sich mit den realen Hinterzimmern der deutschen Gesellschaft zu beschäftigen – Frauenhäusern und Gefängnissen beispielsweise. Eklatante Forschungslücken sind augenscheinlich. Eine umfängliche Kritik der Gender Studies am Deutschrap, dessen frauen- und schwulenverachtenden, vor Gewalt nur so strotzenden Erzeugnisse sich millionenfach verkaufen und zu Untersuchungen geradezu einladen: Fehlanzeige. Systematische Erhebungen zum Geschlechterbild von Moscheepredigern in Europa: ebenso. Analysen zu den zehntausenden jungen Männern und Frauen aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und anderen Staaten, die sich dem Jihad in Syrien angeschlossen haben: inexistent.

Das Fach bildet nicht zur Problemlösung aus, sondern vorrangig zum Beanstanden des Sprechens Dritter über etwas. Unmittelbares Resultat sind überproportional viele Dissertationen, die lediglich damit befasst sind, wie etwas medial dargestellt oder wissenschaftlich verhandelt wird.

Auch das vielleicht nicht ganz exakt meine Formulierungsweise, aber auch nicht weit davon entfernt, und inhaltlich auf meiner Linie.

Und dann geht es darum, wie Terror und Verstümmelung von den Gender-Studies verharmlost werden. Man solle da nicht mehr von „Female Suicide Terrorism“, sondern von „Female Suicide Bombing“ sprechen, da erstere Bezeichnung Massenmord „als illegitim generalisieren“ würde.

Judith Butler schwärmte vor einigen Jahren von den Terrororganisationen Hamas und Hisbollah als „progressiv“ und nannte sie einen „Teil der globalen Linken“. Auch ihre Faszination für die Burka hält die Philosophin nicht zurück. Das mobile Stoffgefängnis sei eine „Übung in Bescheidenheit und Stolz“, das nicht etwa Frauen zum Verschwinden bringt, sondern einen „Schutz vor Scham symbolisiert“ und deshalb zu konservieren sei: […]

Auch über Judith Butler habe ich mich schon in dieser Richtung geäußert.

In den letzten Jahren hat sich Sabine Hark, an der TU Berlin Professorin für Soziologie (WDR: „Deutschlands wichtigste Genderforscherin“), als unermüdliche Streiterin für einen „antiimperialistischen Egalitarismus“ zu profilieren versucht – eine Formulierung, die sie einer Schrift ihrer philosophischen Ikone entnommen hat. Dass sich jeder Neonazi, jeder Dschungel-Guerillero und jeder Islamist auf seine Weise als Kämpfer für einen „antiimperialistischen Egalitarismus“ verstehen dürfte, ist der politisch ahnungslosen Akademikerin herzlich egal: Was Judith Butler denkt, wird schon stimmen. Entsprechend werden Prioritäten gesetzt. Nach der Silvesternacht in Köln initiierte Hark nicht etwa empirische Erhebungen, um Informationen über die Zusammensetzung der patriarchalen Meute am Hauptbahnhof zu gewinnen, sondern sinnierte darüber, wie der „Feminismus von der Borniertheit der Ersten Welt zu lösen“ sei.

Da schlägt jemand mit der großen Keule auf den Genderismus drauf. Auch hier wieder etwas, was in meinem Blog so ähnlich stehen könnte und ähnlich auch schon gestanden hat.

Konkreter: Das Studium der Gender Studies macht Studierende oftmals nicht schlauer, sondern in vielen Fragen dümmer.

Sowas habe ich schon so oft gesagt.

Über ein universitäres Milieu, in dem Gabriele Dietze, Sabine Hark, Lann Hornscheidt oder Bettina Mathes als herausragende Denkerinnen gelten, ist schon viel gesagt. Diese Akademikerinnen stehen exemplarisch dafür, dass Gender Studies heute über weite Strecken eine Mischung aus Ressentiment, Gruppentherapie und antiimperialistischer Ideologie sind. Phrasen, Vorbehalte und Schuldbewusstsein tummeln sich dort, wo es um Erkenntnis gehen sollte. Auf einem Postkolonialismus-Symposium an der HU verkündete eine gleichgestimmte Dozentin 2011 folgerichtig Sinn und Zweck ihrer Lehrveranstaltungen: „Ich will, dass sich meine Studierenden einmal richtig schlecht fühlen“ – gemeint war, dass in Deutschland geborene und aufgewachsene Individuen Scham dafür empfinden sollten, westlicher Herkunft zu sein.

Da hätte ich deutlich härter formuliert.

Die sich mittlerweile häufenden Einsprüche gegen die Geschlechterforschung werden derweil zu einem Popanz namens „Anti-Genderismus“ aufgebauscht, um sich selbst als bloße Opfer einer gesellschaftspolitischen Regression zu stilisieren. Dass ein Gutteil der Zweifel an den Gender Studies nicht von Hass, Menschenverachtung oder Vorbehalten motiviert ist, sondern schlichtweg durch Skepsis, wird dabei verschwiegen.

Auch das hatten wir hier schon, nur dass es eben nicht Skepsis ist, sondern positives Wissen darüber, dass Gender Studies einfach falsch und frei erfundener Blödsinn sind.

Einen Einblick in das Ausmaß der gegenwärtigen Verblödung gewährten kürzlich der Philosoph Peter Boghossian und der Mathematiker James Lindsay. Sie verfassten einen von vorne bis hinten fiktiven Artikel, […]

Das hatte ich nicht nur auch im Blog, das kommt auch meiner Ausdrucksweise deutlich näher.

Jetzt haltet mal inne.

Nicht schummeln! Erst nachdenken, dann nachgucken!

Meine Frage: Wer schreibt sowas?

Denkt mal drüber nach, wo ein solcher Text erschienen sein könnte. Wer würde sowas wo schreiben?

Und mit Blick auf die aktuellen Streckbriefe und Menschenjagden der Grünen: Würde man sich damit nicht sofort für deren Antifeministen-Pranger qualifizieren?

Und erst dann, wenn Ihr Euch Gedanken gemacht habt, wo dieser Text, der ja meinem Blog durchaus ähnlich ist, erschienen sein könnte, dann schaut mal auf die Quelle.

Und denkt Euch was dabei.