Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

„Alte weiße Männer, wie ein Tier kurz vor dem Tod“

Hadmut
4.4.2017 21:02

Die politisch korrekte Hetze. Nachtrag

Ich bin auf eine komische feministische Webseite geraten, die … mmh … ja, eigentlich ist mir nicht klar, was die eigentlich sein wollen, scheint jedoch feministisch sehr weit außen zu sein: EditionF.

Darin der Artikel Mirna Funk: „Die alten weißen Männer bäumen sich noch mal auf“ von Silvia Follmann.

Darin finden sich beachtliche Aussagen:

Die Zukunft kann nur weiblich sein, weil es das Jetzt schon ist, sagt die Journalistin und Autorin Mirna Funk.

Das ist Logik. Früher sagten sie, weil alles männlich gewesen sei, müsse die Zukunft weiblich sein. Jetzt sagen sie, weil jetzt alles weiblich sei, müssen die Zukunft weiblich sein. Kausaldenken oder sowas kommt da nicht vor, alles nur so Rhetorik-Wortklang-Argumentation.

Nochmal in der direkten Rede:

Warum gehen die Themen Weiblichkeit und Zukunft für dich Hand in Hand?

„Weil das Jetzt schon weiblich ist. Soziale Netzwerke sind weiblich. Das Internet ist weiblich. Digitalisierung ist weiblich. Deswegen bäumen sich ja auch die alten weißen Männer gerade noch mal auf. Wie ein Tier kurz vorm Tod. Sie spüren sehr wohl, dass die Zeit für sie gekommen ist.“

Das Internet sei weiblich. Digitalisierung sei weiblich.

So’n Quatsch. Von wem wurden Soziale Netzwerke, Internet und Digitalisierung erfunden und entwickelt? Na? Genau: Von denen, die jetzt die „alten“ weißen Männer sind. (Die übrigens im Gegensatz zu den allermeisten Feministinnen auch wissen, was Soziale Netzwerke, Internet und Digitalisierung überhaupt sind und dass das nicht so irgendwie das gleiche ist.)

Ersetzt mal in dem Satz einfach „weiß“ durch „schwarz“, dann hättet Ihr sofort die Rassismus-Klatsche an der Backe.

Und dass die Zeit für die alten weißen Männer gekommen wäre – zunächst heißt das mal Fachkräftemangel. Je mehr, von diesen alten weißen Männern in Ruhestand gehen, desto größer wird das Problem, sie durch neue Leute zu ersetzen. Der Nachwuchs, der jetzt von den Universitäten kommt, ist – ob nun mit oder ohne Frauen – weder quantitativ, noch intellektuell oder vom Ausbildungsstand her in der Lage, die Alten zu ersetzen. Deshalb wird ja immer verzweifelter gesucht. Es ging gerade die Meldung herum, dass die Bundeswehr massive Probleme hat, Leute für von der Leyens Cyberkriegertruppe zu finden und sie die Anforderungen schon massiv runterschrauben müssen.

So sieht’s aus. Die alten weißen Männer sind die, die den Laden noch am Laufen halten. Aber irgendwann haben die keine Lust mehr. Früher oder später werden Teile der jetzten Infrastruktur und des Softwarebestandes einfach stehen bleiben, weil nicht mehr genug Leute da sind, sie am Laufen zu halten.

Schon jetzt haben wir den Effekt, dass immer mehr Open-Source-Software vergammelt, weil sich keine Maintainer mehr finden – oder man sie per code of conduct feministisch vertreibt. (Mag ja sein, dass Frauen in den Social Networks stark verbreitet sind, aber mir fallen jetzt im öffentlichen Linux-Open-Source-Umfeld keine Projekte ein, die von Frauen geleitet werden. Es gibt sie schon, ich habe einige Kolleginnen, die das machen. Aber so im ehrenamtlichen Open-Source-Bereich fällt mir da jetzt nicht viel ein.)

Warten wir mal ab, wieviel vom Internet in 20 Jahren noch übrig ist.

Würde mich mal interessieren, ob die Software, mit der EditionF läuft, von alten weißen Männern oder von jungen farbigen Frauen geschrieben wurde.

Was ist entscheidend dafür, dass Netzwerke gut funktionieren und etwas bewegen können?

„Das man lernt in diesen Netzwerken zu kommunizieren. Narzissmus-frei zu kommunizieren. Im Moment dienen Netzwerke dem Ego. Es ist ein ständiges Monologisieren aneinander. Wir müssen also lernen, auch ohne direktes Gegenüber zuzuhören. Dem anderen zuhören. Und nicht nur uns selbst.“

Eine reine Nutzer-Sicht. Auf alte weiße Männer als sterbende Tiere zu schimpfen, hält sie für „Narzissmus-frei“. Dem anderen zuhören. Vielleicht würde man sich mit dem Internet leichter tun, wenn man denen, die es gebaut haben, den alten weißen Männern, mal zugehört hätte.

Letztlich erinnert mich das wieder an das Wikipedia- und Github-Syndrom: Die Männer bauen es auf, dann kommen Feministinnen, vertreiben die Männer und plündern es. Selbst bauen sie nichts auf. Genauso bei den Piraten. Mir wäre jetzt kein Fall bekannt, in dem etwas dadurch seine Qualität hätte wenigstens halten können.

Was müssen wir jetzt bewegen, damit die Zukunft sich für alle in eine positive Richtung wendet?

„Wir müssen eine feministische Terror-Gruppe gründen und die alten weißen Männer aus dem Weg schaffen (lacht).“

Als ob wir feministischen Terror nicht längst hätten. Nur hat er bisher auch nichts als Schaden hervorgebracht.

Man hätte denen nie Internet geben dürfen. Selbst wären die nie drauf gekommen. Manchmal denke ich, schon Elektrizität war ein Fehler, selbst die Dampfmaschine. So eine vorindustrielle Agrargesellschaft die allein auf körperlicher Arbeit beruht.

Wer braucht solchen Journalismus?

Und wer finanziert sowas? Man kann dort zwar Werbung schalten, aber aufgefallen wäre mir jetzt keine.

Nachtrag: Aus Wikipedia:

Funk studierte Philosophie und Geschichte an der Humboldt-Universität in Berlin.

Warum überrascht mich das jetzt so gar nicht?