Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Feministischer Kontrollverlust

Hadmut
8.1.2017 2:02

Scheint, als würde sich das mit dem Feminismus mancherorts schneller erledigen als gedacht.

Oder: Geliefert wie bestellt. [Update]

Ich bekomme hinweise darauf, dass im französischen Fernsehen France 2 einen Bericht darüber gegeben habe, dass Frauen in vielen französischen Vororten regelrecht „von der Straße getilgt” worden seien. Ich kann’s mir leider nicht selbst ansehen, denn ich kann kein Französisch.

Scheint, als fände dort ein Kulturwechsel statt, oder habe schon stattgefunden, größer, schneller, weitreichender, als man es gedacht hat und als man es kontrollieren könnte.

Wie konnte das passieren?

Der Feminismus-Genderismus drangsaliert uns seit Jahren, verbietet jeden falschen Blick, jedes falsche Wort, jedes unerwünschte Prüfungsergebnis, will uns neue Sprache aufdrücken, jede noch so mikroskopisch kleine „Micro Aggression” austreiben, jede einzelne Stelle zählen, alles mit Gender-Beauftragten zupflastern.

Und trotzdem konnte es passieren, dass sich Frauen in einer Europäischen Hauptstadt nicht mehr auf die Straße trauen, vom öffentlichen Leben ausgeschlossen sind?

Dafür gibt es eine recht gute Erklärung. Ein Leser, der amerikanische Politik verfolgt, hat mir einen einen Bildwitz geschickt, mich gleichzeitig aber gewarnt, dass ich den auf gar keinen Fall im Blog bringen könne, der Witz sei nicht politisch korrekt und das gäbe Ärger. Zudem fand ich noch heraus, dass der Bildwitz von einer Webseite der Republikaner stammt. Da kommt alles zusammen, was man nicht erwähnen darf, aber er trifft halt so genau.

Nun könnte man ja sagen, Frankreich ist weit weg. Was haben wir mit Frankreich gemeinsam.

Mehrere Leser hatten mich dazu auf einen anderen Vorgang hingewiesen, der beispielsweise hier beschrieben ist. Scheint, als ob da welche massiv gegen Weihnachten vorgehen wollen, weil es eine Feier der Ungläubigen ist. Eigentlich wollte ich dem keinen Gehalt beimessen, hieß ja zunächst, es stünde im Kontext von Ditib, sei aber nur ein Dummer-Jungen-Streich. Dumm geschwätzt ist schnell und dumme Jungen gibt’s viele.

Nun scheint es aber doch hochzukochen, denn WELT und FOCUS berichten, dass die Diskussion nach Hamburg schwappt und die CDU (Wer war das nochmal..?) „aggressive Stimmungsmache gegen christliche Kultur” vorwerfe.

Allgemein ist es aber verblüffend ruhig um die Sache.

Stellt Euch mal vor, was los wäre, wenn diese Zeichnung genau andersherum gezeichnet worden wäre, wenn da ein Hiesiger einen Muslim niedergeschlagen hätte. Sofort würden alle Zensurmaßnahmen gestartet, über Hate Speech und Rassismus geschimpft. Ist es aber so herum, passiert (fast) nichts.

Es ist also genau die Situation, die in diesem Bildwitz dargestellt wird.

Insofern dürfte sich der Feminismus ziemlich bald erledigt haben. Dann geht’s nicht mehr um Frauenquoten und Gender Pay Gap und wie wir sprechen müssen und irgendwelche Gender-I oder Gender-* und ob wir mehr als 4000 oder nur 4000 Geschlechter haben. Dann geht es darum, ob Frauen überhaupt noch auf die Straße dürfen.

Der Feminismus ist und war bisher äußerst durchsetzungsfähig. Aber nur gegenüber denen, gegenüber denen er sich nicht durchsetzen musste. Gegen echte Gegner machen die nichts, ziehen den Schwanz ein (den sie nicht haben).

Kurios daran ist ja, dass sich der Feminismus nicht nur erledigt, sondern auf ironische Weise selbst widerlegt. Denn eine zentrale Figur der Agitation war ja, stets auf den weißen Mann zu schimpfen, ihm alle Schuld zu geben, und den Rest der Welt als blütenreine, herzensgute, frauenliebende Opfer darzustellen, und den Wandel herbeizusehnen.

Bitte, da habt Ihr. Geliefert wie bestellt. Ihr wolltet es so haben. Alles frei von weißem Mann. Bedenke worum Du bittest…

Hätte ich Frau oder Tochter, würde ich dort spätestens jetzt Notfall-Burkas anschaffen und bereit halten, weil man ja nie weiß, was der nächste Tag so bringt. Schon mal gucken, ob’s die bei Amazon oder im nächsten Laden gibt. Und da es ja sowieso einige Feministinnen gibt, die die Burka als tolles Zeichen der Emanzipation sehen, passt’s dann ja auch.

Den Feministinnen in Politik und an Hochschulen wird man dann auch bald sagen müssen, dass Frauen die Klappe und sich fern zu halten haben.

Das wird noch lustig.

Update: Geht schon los:

Mehr als die Hälf­te der Frau­en glaubt, dass Deutsch­land un­si­che­rer für sie wird. Dem­nach glau­ben 58 Pro­zent, dass öf­fent­li­che Orten für sie heute we­ni­ger si­cher sind als frü­her. […]

Das wirkt sich of­fen­bar auf das Ver­hal­ten der Frau­en aus. 48 Pro­zent sagen, dass sie be­stimm­te Ge­bie­te in ihrem Wohn­ort mei­den, wenn es dun­kel ist. 52 Pro­zent tun das nicht. 16 Pro­zent der Frau­en tra­gen in­zwi­schen Pfef­fer­spray bei sich, wenn sie nach Ein­bruch der Dun­kel­heit al­lei­ne un­ter­wegs sind. Unter den 14 bis 29 Jahre alten Frau­en sind es sogar 32 Pro­zent. Ge­nau­so viele den­ken dar­über nach, sich Pfef­fer­spray zu­zu­le­gen. In der Al­ters­grup­pe von 14 bis 39 Jah­ren will das sogar jede zwei­te Frau tun. […]

Bor­win Ban­de­low, Pro­fes­sor für Psych­ia­trie und Psy­cho­the­ra­pie in Göt­tin­gen und Ex­per­te für Angst­stö­run­gen, sagte der ­„BamS“: „Die Angst der Frau­en ist nicht un­be­grün­det, das haben die mas­sen­haf­ten Über­grif­fe in Köln ver­gan­ge­nes Sil­ves­ter ge­zeigt.“ Zur Be­ob­ach­tung, dass viele Frau­en in die­sem Jahr an Sil­ves­ter öf­fent­li­che Plät­ze ge­mie­den haben, sagte Ban­de­low: „Das war ge­sun­de Vor­sicht. Es hat nicht an Tä­tern ge­man­gelt, son­dern an Op­fern.“

SPD-Fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Ma­nue­la Schwe­sig for­dert, mit vol­ler Härte gegen Täter vor­zu­ge­hen. Sie sagte der BamS: „Es kann nicht sein, dass Frau­en das Ge­fühl haben, nicht mehr aus dem Haus gehen zu kön­nen, weil sie Angst haben. Frau­en müs­sen sich über­all si­cher füh­len kön­nen. Das muss der Staat ge­währ­leis­ten. Jeder Über­griff ist einer zu viel. Des­halb muss auch kon­se­quent gegen die Täter vor­ge­gan­gen wer­den.“

Schwesig … Schwesig … das war doch die Quotennuss von der SPD, die als Frauenministerin so gerne Gender-Studies fördert, die behaupten, dass alle Menschen gleich und gleichwertig sind, und deshalb nur der weiße Mann ein Schuft und an allem schuld ist und weg muss. Und ausgerechnet die beschwert sich nun darüber, dass es nun genau so ist?