Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Zensur und andere Seltsamkeiten

Hadmut
17.3.2016 0:42

Bei mir sammeln sich gerade diverse Hinweise, die ich noch nicht so ganz in einem sauberen Zusammenhang bringe, aber trotzdem nicht liegen lassen will.

Ein Leser schreibt, dass er Zensur verspürt. Er habe einen Kommentar zu einem Artikel bei der WELT abgegeben, der erst gar nicht freigeschaltet wurde (Oh Wunder…), aber auch beobachtet, dass ein Facebook-Kommentar sinngemäß gleichen Inhaltes verschwunden ist, obwohl der Inhaber der kommentierten Facebookseite das sonst nicht sperrt, da also vermutlich die Zensurtruppe zugeschlagen hat. Und was hat der Leser geschrieben? Nicht etwa irgendeinen „Hass-Kommentar”, sondern politische Kritik:

„Es gibt einen fatalen Denkfehler bei dem Austausch der illegalen Migranten gegen einen Syrer aus den türkischen Lagern. Dieses Modell würde zwar sofort das Schlepperunwesen beseitigen, aber es würde ein neues Geschäftsmodell geschaffen. Die Leute in den türkischen Lagern würden täglich andere Flüchtlinge bezahlen vergeblich über die Ägaäis zu fahren und pro Zurückgeschlepptem käme einer der Auftraggeber legal in die EU. Das ist so offensichtlich, dass mich erschrickt, dass niemand das Merkel mitgeteilt hat.”

Ja. Zumindest potentiell möglich und nicht zu weit hergeholt.

Erinnert mich an die Einführung der „Diamond-Lanes” in den USA: Autobahnspuren, auf denen man nur fahren darf, wenn man mindestens zwei (oder drei) Personen im Auto hat, aber nicht als einer der Pendler, die alleine im Auto sitzen. Weil man Fahrgemeinschaften fördern will. Das hat dazu geführt, dass ein ganzer Arbeitsmarkt für Arbeitslose, Geringverdiener, Rentner, Obdachlose entstanden ist, die sich dafür bezahlen lassen, dass sie sich einfach zu jemandem ins Auto setzen und mitfahren, damit der zwei Leute im Auto hat und am Stau vorbeifahren kann.

Und selbst wenn’s nicht stimmen würde: Es ist kein Hass-Kommentar, sondern eine valide, vertretbare, in der Form völlig korrekte politische Meinungsäußerung.

Warum also verschwinden diese Kommentare?

Bei der WELT würde ich das noch in gewissem Umfang für vertretbar halten, denn schließlich ist es deren redaktionelles Recht, sich darzustellen, wie sie es möchten, und damit auch Zuschriften auszuwählen oder eben nicht.

Aber dass bei Facebook bereits veröffentlichte Kommentare verschwinden, und der Sachlage nach wohl nicht durch den Inhaber des kommentierten Artikels, sondern durch einen unsichtbaren Dritten, das halte ich für kritisch.

Ein anderer Leser wies mich auf diesen Blog-Artikel hin, der betrachtet, wie Informationen in der Presse einfach weg sind.

Bei Tichys Einblick ist ebenfalls ein Artikel mit diesem Kontext erschienen: Der Leser hat’s Maul zu halten. Konsumieren, Werbung anklicken, für Umsatz sorgen, kommentarlos fressen, was man ihm vorsetzt.

Bei der plötzlichen Kurskorrektur so kurz vor den Stimmungswahlen in drei Bundesländern darf sich Welt Online nicht wundern, dass die Verdächtigungen der User-Gemeinde ins Kraut schießen. Denn auffällig ist, dass sich die WON-Kommentare bei Flüchtlingsthemen geschätzt zu über 95 Prozent gegen die regierungsamtliche Flüchtlingspolitik und deren Randthemen richteten. Oftmals nahmen die kritischen Kommentarspalten den vielfachen Platz des eigentlichen Berichts ein.

Wenn jeden Tag die Kommentarspalten voll von GroKo-feindlichen Äußerungen sind, die begierig nachgefragt werden, dann kann das kaum im Sinne der Berliner Regierenden sein, darf man annehmen. Nun musste das wichtigste Thema, die Flüchtlingspolitik, am Wahlsonntag vom Leser unkommentiert bleiben. Ein Schelm, der sich Böses dabei denkt.[…]

Die Welt steht freilich nicht allein in der angeblich unkontrollierbaren Kommentarwelt. Spiegel Online hat schon länger den Kommentar-Hahn weitgehend zugedreht. Auch hier schreibt eine große Kommentargemeinde speziell in der Flüchtlingsdebatte ständig gegen die redaktionelle Meinung an. Das verwundert, denn eigentlich ist der Spiegel doch ein Magazin für Linke, Akademiker und Intellektuelle. Mittlerweile hat man den Eindruck, dass die Kommentarfunktion gerne bei thematischen Ladenhütern oder Augsteins Kommentaren geöffnet wird.

Bemerkenswert, da sich Journalisten ja immer so als die vierte Staatsgewalt und die Bewahrer der Demokratie aufführen. Tatsächlich aber sind sie noch kaum mehr als regierungstreue Arschkriecher, die nichts anderes mehr machen als die Regierung vor Kritik zu bewahren.

Ähnliches scheint gerade mit dem Merkel-Erdogan-Pakt und den aktuellen Flüchtlingslagern zu passieren. Ich hatte ja schon über die drei Toten geschrieben, über die kein Aufhebens gemacht wird, weil sie von Linken Aktivisten in den Tod (in Form des Flusses) getrieben wurden. Auch Don Alphonso schreibt, dass man da offenbar als Reaktion auf die versauten Landtagswahlen politischen Druck zugunsten Flüchtlingen aufbauen wollte und dazu humanitäre Notlagen geradezu inszeniert – und dabei auch Tote in Kauf genommen – hat.

Achgut beschreibt, was faul ist am Kuhhandel zwischen Merkel und Erdogan, um warum man damit die falschen Leute holt. Nämlich die mit syrischen Personalausweisen, und gerade die werden den Leuten vom IS abgenommen, damit IS-Kämpfer damit dann nach Europa einreisen. Das wird insgesamt noch sehr lustig, weil wir ja schon jetzt die Straftäter nicht mehr unter Kontrolle haben.

Kein europäischer Staatschef, der noch bei Trost ist, wird diesem ebenso sinnlosen wie brandgefährlichen Unterfangen zustimmen. Wird Merkel dann ein Einsehen haben? Wird sie endlich erkennen, dass ihr Agieren nicht nur die Bevölkerung des ihr eigentlich anvertrauten Landes in Gefahr bringt, sondern der europäischen Einheit und der Stabilität des Kontinents irreparablen Schaden zufügt? Kaum.

Apropos, wir hatten’s doch von den drei ertrunkenen Flüchtlingen. Verantwortlich dafür soll die Aktivistin Aden Homberger sein. Schreibt etwa die ZEIT. Dazu heißt es

Aden Homberger

27, hat Middle Eastern Studies an der Universität Zürich und an der SOAS, University of London, studiert. Derzeit ist sie im Flüchtlingscamp in Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze.

Taucht auch noch in einem anderen Bericht über den Vorfall auf.

Eine Leserin wundert sich darüber und meint, ich solle doch mal „Aden Homberger” googeln. Was solle das für eine seltsame Person sein, die als Aktivistin beschrieben wird, aber ansonsten bei Google einfach gar nicht zu finden ist? Echt oder Avatar?

Dazu passt auch jener Artikel über linken Aktionismus mit Todesfolge.

Flüchtlinge überqueren bei Idomeni einen griechisch-mazedonischen Grenzfluß. Was bundesdeutsche Medien verschweigen, daß diese Aktion vor 40 Journalisten von linken Aktivisten inszeniert war und dabei fahrlässig Menschen zu Tode kamen. […]

Es tauchten Flugblätter in arabischer Schrift auf, welche die Flüchtlinge dazu aufforderten, sich gemeinsam in großer Zahl nach Mazedonien aufzumachen. Diese liefern zur Orientierung auch eine Skizze, an welchem Ort die Grenze nicht durch einen Zaun gesichert und damit offen ist.

Die österreichische »Kronen-Zeitung« klagt jetzt an: »Die Flüchtlinge wurden bei diesem Marsch in Idomeni bewußt in Lebensgefahr gebracht – und auf der anderen Seite des Flußufers warteten TV-Teams und Journalisten.« Just zu dieser Fluchtaktion an dem griechisch-mazedonischen Grenzfluß standen aus dem Nichts etwa 40 Journalisten und Kameraleute bereit.

Oh ja, ich habe mich nämlich auch schon über die vielen Live-Reportagen gewundert, beispielsweise bei N24, im ZDF oder im Bayerischen Rundfunk.

Fällt Euch nichts auf?

Angeblich so eine große humanitäre Katastrophe, alles so spontan und ungeplant, Leute, die einfach losrennen – und jede Menge Reporterinnen mitsamt Fernsehteams vor Ort. Ganze Rudel von Reporterinnen. Alles so rein zufällig da.

Und noch seltsamer: Die tun so, als wären sie da gerade auf Recherche unterwegs gewesen, aber stehen alle mitten im Schlamm hübsch artig im Anorak wie von Mutti für den Schulweg eingepackt und sauber, wie aus dem Ei gepellt. Guckt Euch mal die Reportage auf N24 an. Hört sich an wie ne Sportreportage. (Oder kann sich noch jemand an „Spiele ohne Grenzen” erinnern?) Und dazu perfekt gescriptet. Wie lange vorher muss ein Fernsehsender von einer spontanen Flucht wissen, um so darüber berichten zu können?

Glaubwürdigkeit Null.

Und zu aller Überraschung rennt auch noch Polit-Rentner Norbert Blüm dort rum und stopft sich dekorativ (mit Fernsehteam…) in einen Schlafsack. Als habe ihm jemand gesagt, dass er doch damals die Nummer mit „Die Rente ist sicher” verzapft hat und er jetzt auch mal was tun soll, um Rentenzahler nach Deutschland zu schaffen.

Dazu nochmal freie Welt:

Die »Kronen-Zeitung« fragt ganz richtig: »Wer hätte daran Interesse, daß besonders dramatische Bilder von Frauen und Kindern, die bis zum Bauch im Wasser stehen, um die Welt gehen? Und wo wurden die auf arabisch verfaßten Flugzettel gedruckt und kopiert? Doch sicher nicht in einem Zweimann-Campingzelt der Flüchtlinge in Idomeni?«

Die Zeitung vermutet Mitarbeiter von Hilfsorganisationen hinter dem Flugblatt. Wenn man sich die Fotos der Aktion anschaut, fallen einem zahlreiche Helfer bei der Flußüberquerung der Flüchtlinge auf, die vom europäischem Aussehen, mit westlichen Kleidung versehen und zum Teil Rastazöpfen tragend, sehr an linke Studenten erinnern, aber nicht an afghanische oder syrische Flüchtlinge.

Schon vor Tagen verwies ein Mitglied der Flüchtlingsorganisation »Moving Europe Team« mit Sitz in Berlin-Kreuzberg darauf, daß »in den letzten Tagen eine riesige Armada an Freiwilligen von überall her in Idomeni eingetroffen« sei. Linke Organisation erklärten im Internet, sich an einer als »march of hope« bezeichneten Aktion vor Ort beteiligen zu wollen. […]

Hunderte Flüchtlinge, denen das Überqueren des Flusses gelang, wurden schlußendlich in Mazedonien von der Armee aufgegriffen und wieder nach Griechenland zurückgeschickt. So blieb letztlich eine sinnlose Aktion für ein paar Bilder, die Menschenleben kosteten.

Skandalös ist, daß anders als in Österreich in bundesdeutschen Medien kaum eine Berichterstattung zu den Toten und Verletzten, den Hintergründen und der Verhaftung der Grünen stattfindet. Hier wird weiter mit den inszenierten Bildern gearbeitet, die Menschenleben kosteten, nachdem sogenannte Flüchtlingsaktivisten für ihre politische Propaganda vor nichts zurückscheuten.

War also die ganze Flussdurchquerung ein inszenierter Medienschwindel als Reaktion auf die Landtagswahlen?

Gaukelt man Flüchtlingen vor, da vorne der Weg ist leicht, um dann mit vorbestellten Fernsehteams möglichst dramatische Bilder zu produzieren und zu senden, weil der Fluss halt doch flüssiger ist als in der Fluchtwegbeschreibung dargestellt und auch wenn sie alle wieder zurückgebracht werden? Hauptsache mal eben „dramatische” Bilder von Leutem im Fluss? (Die Bilder sind gar nicht so dramatisch, drum stellen sie eine Reporterin davor, die dazu erzählt, dass sie dramatisch sind.) Oops, das hat die Kamera nicht richtig erfasst, könnt Ihr nochmal zurück und nochmal durch? Und die Kinder bitte weinen?

Dumm gelaufen, dass dabei drei abgesoffen sind, fällt halt unter Kollateralschaden.

Irgendwie habe ich immer stärker das Gefühl, von den Medien systematisch verarscht zu werden.