Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Kein Windows, kein Linux

Hadmut
7.2.2016 16:53

Ich war, wo ich sonst nicht hingehe.

Ich war heute in Berlin unterwegs und zur Abwechslung mal an einem Ort, den ich sonst meide: in einem Starbucks Cafe.

Bisher war ich – wenn überhaupt – nur in den USA in Starbucks, und das ist Jahre her. (Die Anekdote, als sich da so irgendwann um 2002 oder 2003 in San Francisco abends zwei Streifenpolizisten mit zu mir an den Tisch setzen, weil ich das Starbucks wegen des kostenlosen WLAN-Zugangs nutzte, um die damals neu eingerichteten Online-Tagesthemen über den Kriegsbeginn mit Kuwait zu gucken, und sie das mitsehen wollten, weil sie dem US-Fernsehen nicht mehr trauten, habe ich auch schon unzählige Male erzählt, deshalb erwähne ich sie hier jetzt nicht noch einmal…Ooops…) Ein Kaffee-Laden interessiert mich eigentlich nicht so, weil ich keinen Kaffee trinke, und der Kuchen da ist nicht mein Stil. Vorhin war’s aber ausnahmsweise mal angesagt, mal setzen und eine heiße Schokolade trinken. Meine Güte, machen die das kompliziert und umständlich. Und für ne ordinäre Tasse heißer Schokolade muss man da Vor- und Nachnamen angeben. Und bis man die bestellte Beilage bekommt, ist die Tasse schon wieder halb kalt.

Bei Rausgehen ist mir aber etwas aufgefallen:

Jede Menge Edelstudenten und solche Leute, die man früher als „Yuppies” bezeichnete, alles schon von der Kleidung und vom Stil her in so einem modernen Einheitslook (die Sorte Mensch, die ohne Not einen Schal trägt und ihn auf die neue Einheitsweise bindet, weil das jetzt dazugehört, sich aber viel darauf einbildet, keine Krawatte zu tragen, obwohl die Krawatte historisch exakt so entstanden ist.). Der Neokonformismus schlechthin. Oder – wie Reinhard May mal sang, bevor er selbst in Konformismus ersoff – die „Nonkonformistenuniform”.

Was mir halt – da kommt der Informatiker eben durch – dabei so auffiel: Jede Menge Leute, die da am Sonntag Nachmittag mit Notebook im Cafe sitzen und arbeiten, als hätten sie kein Zuhause (oder jedenfalls keins mit Internet). Wo man hinguckt: Jede Menge Notebooks, an nahezu jedem Tisch.

Und: Überall leuchtet der weiße Apfel (es war ein genialer Marketing-Schachzug, den leuchtenden Apfel in den Deckel einzubauen).

Kein Windows.

Kein Linux.

Alle mit MacOS. Die Hälfte mit dem großen MacBook Pro, die andere mit dem kleinen Air. Sieht alles exakt gleich aus. Noch ne Ladung iPhones drumherum drappiert. Und dazu dann Latte irgendwas. (Und der Brüller dazu: 50 Meter nebendran ist der Apple Store.)

Nur was die da eigentlich treiben, das habe ich nicht herausgefunden.