Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Endlich das perfekte Verbrechen: Autonome Verbrecherautos

Hadmut
19.6.2015 18:42

Wisst Ihr, worauf ich echt warte? [Nachtrag]

Momentan ist doch der große Hype, dass sie jetzt alle selbstfahrende, autonome Fahrzeuge entwickeln. Google fährt ja schon mit den Dingern rum.

Ich warte nur darauf, dass die Dinger für irgendwelche Verbrechen eingesetzt werden. Ideen gäb’s da viele. Und damit meine ich nicht mal gehackte, ferngesteuerte, feindlich übernommene Autos, sondern solche, die von dem programmiert werden, der physisch in das Auto reinkommt.

  • Könnt Ihr Euch noch an Dagobert erinnern? Der das Lösegeld mit so einer kleinen selbstgebastelten Schienen-Lore abholen wollte? Stellt Euch vor, es gibt mal wieder irgendeine Erpressung, bei der eine Bargeldübergabe an dem und dem Ort vereinbart ist, und da stehen die nun, und auf einmal kommt ein Auto angefahren und macht den Kofferaum auf.
  • Oder mal so ein kleiner Mord auf der Straße: Kommt ein Auto angebrettert, knallt voll in ein anderes oder in Fußgänger. Oder in die Tankstelle.
  • Gibt ja auch gerne mal die Überfälle, bei denen irgendwelche Türen zum Juwelier oder zur Einkaufspassage mit dem Auto eingefahren werden. Das machen die jetzt von selbst, ohne Verletzungsgefahr.

    Kennt Ihr die Szene aus Blues Brothers, in der ganz viele Autos durch ein Einkaufszentrum brettern? Stellt Euch sowas vor, nur ohne Fahrer.

  • Oder mal irgendwie so einen Denial-of-Sevice-Angriff? Wenn mal wieder irgendwelche wichtigen Politiker da sind, einfach mal so mit 100 Autos die Zufahrt vollballern. Oder einen Zaun um irgendso ein Politikertreffen zuballern.
  • Gab mal einen geilen Film, Car Napping oder so ähnlich hieß der, wo sie innerhalb weniger Minuten mit ganz vielen Fahrern irgendeinem Luxusautohändler alle Autos geklaut haben. Stellt Euch mal vor, die fahren auf einmal alle von selbst weg.
  • Schengen-Abkommen und so ist ja auch was tolles. Bisher war es ja immer so, dass bei uns die Autos geklaut werden und dann sofort nach Polen oder sonstwo hin gefahren werden. Da konnte man immerhin die Diebe noch irgendwie schnappen. Stellt Euch mal vor, geklaute Autos fahren künftig von ganz alleine nach Polen rüber.

    Oder noch besser: Stellt euch vor, die Polizei weiß das, und wartet an der Grenze, da kommen aber 1000 geklaute Autos angefahren.

  • Drogenkuriere braucht man dann auch nicht mehr, da fahren die Autos dann selbst durch die Gegend.
  • Entführungen sind jetzt auch viel einfacher: Taxifahrer gibt’s dann irgendwann nicht mehr, man steigt am Flughafen in das nächste selbstfahrende Taxi, zieht die Kreditkarte durch und los geht’s. Deshalb weiß das Taxi dann auch sofort, wer drin sitzt. Und wenn sie jetzt hinter einem her sind, fährt das Ding dann – Türen gehen ja nicht mehr auf – je nach Bedarf direkt zur Polizei, in den einsamen Wald oder gleich mit vollem Tempo gegen den Brückenpfeiler.
  • Schnöde Videospiele waren gestern. Man programmiert jetzt Sportwagen darauf, sich die geilste Verfolgungsjagd mit der Polizei zu liefern, Autobahn, Innenstadt, Einkaufszentrum. Bewertung nach der 20.00-Tagesschau.
  • Und wer braucht überhaupt noch Selbstmordattentäter für Bombenanschläge? Das Problem mit den Drohnen ist ja, dass die nicht so wirklich viel tragen können. In so einen Lieferwagen passt da viel mehr rein. Und da schickt man dann 20 Stück hin, einer wird schon durchkommen. Oder im Abstand von 30 Sekunden immer auf dieselbe Stelle.

Wundert mich eigentlich, dass die Deutschen noch kein Verbot gefordert haben.

Naja, hat ja auch was Positives: Man muss das Auto nicht mehr abholen, wenn man es kauft, und es auch nicht mehr zur Werkstatt bringen, das fährt das alles selbst ab. Stellt sich beim TÜV in die Schlange. Fährt Einkaufen.

Autonomer Rettungswagen, so wie man heute die Defibrillatoren überall hängen hat: Legen sie den Kranken da rein, Herzsensoren ankleben, Sicherheitsgurt schließen, rote Taste drücken, fährt selbst ins nächste Krankenhaus.

Nachtrag:

Das bringt einen durchaus in enorme Sicherheitsprobleme.

Denn all die Schutzzäune und Durchfahrsperren vor dem Bundeskanzleramt, den Botschaften und so weiter sind alle darauf ausgelegt, ein Fahrzeug bis zu einem bestimmen Gewicht abzuhalten.

Sie sind aber nicht darauf ausgelegt, viele Fahrzeuge aufzuhalten. Was machen die, wenn da auf einmal 100 oder 1000 Autos mit Vollgas gegen den Zaun fahren?

Da fällt mir auch gleich etwas anderes ein: Aufgebrochene Autos. Stellt Euch vor, jemand bricht das Auto auf (vielleicht sogar so, dass man es nicht merkt, oder so, dass es aussieht, als habe jemand das Handy aus dem Auto geklaut), und programmiert es einfach nur um. Und das Auto fährt – ob nun als Diebstahl oder als Waffe – eine Woche später von selbst los.

48 Kommentare (RSS-Feed)

Klaus
19.6.2015 19:11
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“Man muss das Auto nicht mehr abholen,”

Wozu ein eigenes Auto, wenn an jeder Ecke eins steht?

Ich glaube bei autonomen Autos braucht es (in der Stadt) kein Auto mehr.

cu


Du solltest Drehbuchautor werden. ^^ Aber ja… da ist was dran. Wobei dann überall eine flächendeckende Internetabdeckeung gewährleistet sein muss.


Joe
19.6.2015 19:19
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Tja, da gibt es eine Sache, die die entwickelnden Cloud-Unternehmen nicht an die große Glocke hängen: Drohnenautos werden nie autonom sein, sondern ausschließlich ferngesteuert. Und zwar nicht durch den der drinsitzt oder der es gekauft hat – so wie beim Smartphone (größtes Botnet aller Zeiten) heute schon.

Der Normalkonsument darf freundlich bitten, mehr nicht. Dann macht das iPhone, was er will. Oder markiert ihn eben als Ziel für die Hellfire-Rakete, welche dann umgehend zu Besuch kommt.

Kurzum: Das Beschriebene geht alles, aber nur wenn es das Okay dazu von ganz oben gibt. Wer sich gegen die Herrschenden auflehnt, wird von ihren Robotern einfach ermordet. In Ansätzen heute schon.

Das ist übrigens auch ein Punkt, den die Leute, die nun als Informatiker kräftig bei der Automatisierung mithelfen, noch nicht so ganz kapiert haben: Wenn der Geldadel das Fußvolk nicht mehr braucht, um seinen Wohlstand zu halten, wird das Fußvolk nicht einfach nur “arbeitslos”, sondern schlicht beseitigt werden. Mit genau den Robotern, die es vorher selbst konstruiert und gebaut hat.


Hadmut
19.6.2015 20:03
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> Drohnenautos werden nie autonom sein, sondern ausschließlich ferngesteuert.

Quatsch.

Die fahren längst autonom herum.


Andy
19.6.2015 20:23
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Dolle Sache. Die seit dem zweiten Weltkrieg ersehnte Panzerschlacht in der norddeutschen Tiefebene können die kriegführenden Mächte dann ganz autonom austragen, mit fliegenden und fahrenden Drohnen. Das Volk bleibt zu Hause und macht den Blödsinn nicht mehr mit.

Find ich gut. Da kann dann evtl sogar Frau Oberlautnant sinnvoll mitkämpfen, trotz Mutterpause. Halt so per Telecommuting von zu Hause aus, mit dem Schreihals an der Brust.


Bär
19.6.2015 20:31
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und jetzt kombiniert man das noch mit einer ferngesteuerten Gatling.

Spannend.


Senec
19.6.2015 21:04
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Was schon passieren kann:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ConnectedDrive-Der-BMW-Hack-im-Detail-2540786.html

Man kommt zum Auto zurück, und bemerkt noch nicht mal den Einbruch.


Joe
19.6.2015 21:23
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Die fahren längst autonom herum.

Eben nicht. Ohne Verbindung zum Google-RZ geht exakt gar nichts.


Hadmut
20.6.2015 1:42
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> Eben nicht. Ohne Verbindung zum Google-RZ geht exakt gar nichts.

Wetten, dass die Konkurrenten von Google sich nicht mit dem Google-RZ verbinden?

Und dass die die in der Test- und Entwicklungsphase und ohne Rechtsgrundlage für autonomes Fahren ständig überwachen, ist klar. Das heißt aber nicht, dass die darauf angewiesen sind. Ich sehe nicht, warum die Dinger nicht auch ohne Verbindung zum RZ fahren können sollten.

Die brauchen GPS und sonst eigentlich nichts.

Und im Prinzip nicht mal das, denn neulich hat irgendwer nachgewiesen, dass man bei Kenntnis des Startpunktes anhand der Abbiegevorgänge festellen kann, wo man ist.


Klaus
19.6.2015 23:04
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Naja so ganz unrecht hat Joe nicht.

“Drohnenautos werden nie autonom sein, sondern ausschließlich ferngesteuert. ”

Das ist unglücklich formuliert, es sollte besser lauten:
“Drohnenautos werden autonom mit Zugriffsmöglichkeit von außen sein”.

Oder wie H. Ford sagte:
Autos kaufen keine Autos.

Das wird / ist ein Problem.

cu


Hadmut
20.6.2015 1:26
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> “Drohnenautos werden autonom mit Zugriffsmöglichkeit von außen sein”.

Und Du glaubst, dass jemand, der ein Auto für Verbrechen umprogrammiert, die nicht abschalten würde?


EBecker
19.6.2015 23:43
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Zur Fahrzeugsperre: Ich überlege, ob nicht die Wracks der ersten Fahrzeuge die kommenden behindern, Stichwort Knautschzone. Um durchzukommen müsste man ja alle vorigen Autos aus dem Weg räumen


Stefan H.
20.6.2015 0:03
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“Sie sind aber nicht darauf ausgelegt, viele Fahrzeuge aufzuhalten. Was machen die, wenn da auf einmal 100 oder 1000 Autos mit Vollgas gegen den Zaun fahren?”

Dann stehen sie im Stau 🙂


Ralle
20.6.2015 2:05
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Also ich (Nerd) fahr seit nem Jahr die aktuelle Generation von Daimler. Und das heisst bei denen seit 11/2013 (E Klasse Distronic+ in Max-Ausstattung): autonomes Fahren im Stau hinter Deinem Vordermann bis 40km/h und drüber ein extrem entspanntes Fahren auf Autobahnen bis 200km/h (Radar + Stereo Kamera für Spurerkennung mit aktiver Lenkunterstützung).

Ich stelle fest, dass ich das System zu ca. 30% meiner Fahrzeit einsetze und bin positiv von der Praxistauglichkeit überrascht.

Das ist weit weg von Deinen durchaus amüsanten Szenarien, zeigt aber, dass der eingeschlagene Weg wohl nicht aufzuhalten ist.

Spannender ist da schon die Frage der “Unfall-Ethik”: soll das Auto lieber den Radfahrer oder das mit 4 Personen besetzte KfZ aufs Korn nehmen, wenn ein Crash nicht zu vermeiden ist?


Andy
20.6.2015 2:27
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Das werden Zeiten. Heute muss man umständlich brettlaute Abgasanlagen unters Auto schrauben oder Rennslicks auf zu breiten Felgen damit man die Betriebserlaubnis zum erlöschen bekommt.

Und irgendwann reichts, wenn nur die Firmware gerooted ist. “Aber ich wollte doch nur den Bug in der mp3 gapless Wiedergabe patchen…”

> Ich sehe nicht, warum die Dinger nicht auch ohne Verbindung zum RZ fahren können sollten. … Die brauchen GPS und sonst eigentlich nichts.

Können ja, das ist sicher richtig. Aber schon heute generieren die Fahrzeuge die am Rollen sind Geld (im Sinne von wertigen Daten) für den Konzern. Wer mit seinem BMW im Stau steht ob nun vorhersehbarer Berufsverkehr oder plötzlich Baustelle / Unfallbehinderung sorgt recht schnell dafür das das RTTI von BMW an andere Fahrzeuge eine Meldung rausgibt. Das ist ne solide Einnahmequelle für BMW. Hast natürlich recht, man kann auch die Sicherung zum GSM/Whatever-Modul ziehen und dann KÖNNEN die Kisten nur mit GPS (und halt den sicherheitsrelevanten Nahfeldsensoren) auch super klarkommen. Fehlen aber Features. Und sowas findet natürlich jeder doof. Weil spotify dann schweigt…

Aber das werden die Hersteller mit aller Macht zu verhindern suchen, ggf. halt notfalls mit Knebelvertrag, also einer fingerdicken EULA die man akzeptieren muss und die jeden Eingriff untersagt. Denn das autonome Fahren (=kilometer abreissen) ist ja nix wodran die car 2.0 Hersteller unmäßig viel verdienen können. Du kannst heute schon einen modernen Audi oder Daimler von Kiel nach München fahren und zu 99% die Pedale in Ruhe lassen. Adaptive Cruise Control (verbunden mit Speed Limit Cam und Abstandssensor) und selbstkorrigierendem Lane Assist regelt Überland 95% aller Fahrsituationen. Geschwindigkeit nach dem Limit, Distanz zum Vordermann, usw. Die letzten paar Prozent inner city sind die Kür.

Und dann gehts das los was die heute industry disruption schimpfen. Du kommst an Strasse XYZ lang und statt einem xbeliebigen Werbeplakat wird personalisiert umgeachaltet auf Zeug von dem amazon glaubt Du brauchst es demnächst. Der Strassenzustand wird überwacht und bei Schlaglöchern in der Entstehung oder Fremdobjekten auf der Strasse fahren die Nachfolger einen kleinen Schlenker oder wechseln zum Ausweichen die Spur, weil Deine Kutsche die Gefahr nach hinten gemeldet hat.

Da geht einiges. Was mir aber noch keiner so recht erklärt hat ist wo die Versicherer bleiben. Erst hiess es ja das gibt ewig Skepsis und Technologieverhinderung weil keiner das Risiko tragen will. Mittlerweile sind die Google Flottenautos in 21 Unfälle im Stadtverkehr verwickelt worden. Ausnahmslos weil Menschen draufgefahren sind oder die Vorfahrt genommen haben etc.

Im Prinzip brauchts die Autoversicherungsbranche nicht mehr. Oder höchstens um Vandalismus und Einbruchdiebstähle abzudecken. Wobei es natürlich auch sein kann das das RZ das seltsam-verdächtige Verhalten der Spitzbuben aus der Datensuppe fischt und das Zielobjekt vor dem Diebstahlversuch einfach autonom wegfahren lässt.


Hadmut
20.6.2015 10:34
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> Aber das werden die Hersteller mit aller Macht zu verhindern suchen, ggf. halt notfalls mit Knebelvertrag, also einer fingerdicken EULA die man akzeptieren muss

Ja klar.

Weil sich Drogenhändler und Terroristen an die AGB und EULA halten.

Ich hätt Ihnen ja gerne Kokain geliefert, aber die AGB meines Navi-Herstellers erlaubt das leider nicht.

Und Anschläge wie 9/11 gibt’s auch nicht mehr, weil sich die Flugzeughersteller vertraglich zusichern lassen, dass man sowas nicht macht, oder wie?


maddes8cht
20.6.2015 2:34
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Kenne ich vergleichbare Argumentationen nicht auch gegen Geldautoamten?

Alle Karten-Diebstähle oder Automaten-Manipulationen haben bislang noch nicht zu Diebstählen geführt, bei denen solche Automaten einfach anfangen, einem Dieb einfach Geldscheine rauszuschmeißen.

“trusted computing”-Platformen könnten bereits heute sehr sehr effektiv verhindern, auf PCs irgend was anderes als Windows installieren zu lassen.
Solche Autos können vielleicht vollautonom fahren, aber mit allerlei Rückkoppelung daran, dass ein Fahrer autorisiert ist.
Entsprechend auch Änderungen an der Software bzw. der Hardware.
Mal schnell ein neues Rom einbauen?
Sowas lässt sich durchaus auf Gültigkeit abfragen.

Die normale, eingebaute, legitimierte Software solcher autonomen Fahrzeuge wird sich jedoch schlicht weigern, gegen irgendwelche Hindernisse, Menschen oder Gebäude zu fahren. Genau das wird gleich in mehreren unabhängigen Systemen realisiert, die alleine befugt sind, alles andere zu blocken.

Ich denke, daran scheitern schon mal ein Großteil Deiner szenarien.


Hadmut
20.6.2015 10:30
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@maddes8cht:

> Alle Karten-Diebstähle oder Automaten-Manipulationen haben bislang noch nicht zu Diebstählen geführt, bei denen solche Automaten einfach anfangen, einem Dieb einfach Geldscheine rauszuschmeißen.

Doch, das gab’s schon.

Außerdem begehst Du da einen Denkfehler: Da hat der Angreifer zunächst keine Gewalt über den Automaten und muss erst eindringen. Hat man jedoch ein eigenes, gestohlenes oder gemietetes Auto, kommt man an den Bordrechner ran oder kann ihn austauschen. Hätte man die Möglichkeit, an Geldautomaten den Rechner auszutauschen, könnte man den auch sehr einfach dazu bringen, alles Geld auszuwerfen.

Außerdem bewegen sich Geldautomaten nicht zu Tatort. Man kann sie nicht unbeobachtet und in Ruhe manipulieren, um sie dann alleine zum Tatort fahren zu lassen.

> “trusted computing”-Platformen könnten bereits heute sehr sehr effektiv verhindern, auf PCs irgend was anderes als Windows installieren zu lassen.

Erstens kann bisher kein trusted computing verhindern, dass ich einen geschützten Rechner einfach gegen einen anderen austausche. Denn es geht ja nicht darum, den Rechner zu knacken, sondern das Auto fahren zu lassen. Motorhaube auf, anderen Rechner rein, fertig.

Zweitens schützt alles trusted computing nicht vor Fehlern in der Software. Trusted Computing hat noch keine Rechner hervorgebracht, die man so gar nicht hacken konnte.

Drittens geht es ja auch nicht darum, den Rechner sicherheitstechnisch völlig platt zu machen, sondern in das tun zu lassen, wofür er gebaut ist: Ein Auto fahren.

Viertens: Glaubst Du ernsthaft, dass die Autohersteller trusted computing für ihre Bordrechner zusammenbekommen, nachdem sie nicht mal zuverlässige Wegfahrsperren haben?

> Die normale, eingebaute, legitimierte Software solcher autonomen Fahrzeuge wird sich jedoch schlicht weigern, gegen irgendwelche Hindernisse, Menschen oder Gebäude zu fahren.

Deshalb würde man sie austauschen. Wenn man das überhaupt braucht. Man muss die Software gar nicht manipulieren um ihr beizubringen, sie möge zum Ort X fahren und dort parken. Dass das Auto eine Bombe oder Drogen im Kofferraum hat, oder noch 1000 andere Autos auf dem Weg dorthin sind, weiß die Software ja nicht. Und am Zielort könnte ein zweiter Rechner alles überbrücken und Vollgas geben, wenn der Bordrechner glaubt, er parkt da jetzt nur.


Hanz Moser
20.6.2015 3:09
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@ Hadmut

Such mal nach “Chris Valasek Prius”.
Falls Dir der Name nichts sagen sollte: Recht bekannter Sicherheitsforscher. Seine Papers zum Windows-Heap sind auch sehr zu empfehlen.
Um auf die Sicherheitsprobleme hinsichtlich der derzeit verwendeten Fahrzeugbusse hinzuweisen hat er sich einen Prius vorgenommen. Es gibt auch ein Video in dem er einem Journalisten vorführt, das er tatsächlich neben dem Kombiinstrument auch noch elementarste Fahrzeugfunktionen, wie die Bremse, frei steuern kann.

Die Aussage mit “neulich hat einer nachgewiesen” ist aber Müll. Das Prinzip nennt sich “Dead Reckoning” oder im Deutschen schlicht Positionsfortschreibung. Navigationssysteme machen das nicht seit neulich, sondern seit einer Dekade. Und auch eine grobe Abschätzung mit dem Daumen sagt, dass bei vorhandenem Odometer (Radumdrehungszähler für ABS sind genau und vierfach vorhanden) und bestimmbarem Yaw-Winkel (Lenkwinkelsensor) die Fortschreibung bei vorhandener Straßenkarte sehr simpel ist. Selbst der ultimativ simple Ansatz, die Fortschreibung regelmäßig über simples Clampen von Position und Richtung auf den nächstliegenden Kartenpunkt nach einer kartesischen Norm zu korrigieren, funktioniert hervorragend. Ohne jede Schätzung von Drift oder Skalenfaktor. Selbst die Variante mit dem Geschwindigkeitssignal des Autos funktioniert sehr zuverlässig, wenn man nicht zu lange geradeaus fährt.

Was das Umfahren von Sicherheitszäunen angeht:
Moderne Autos sind so gebaut, dass sie Fußgänger schützen und bei Unfällen gezielt Energie absorbieren. Es spricht nichts dagegen, für einen Terroranschlag ein paar Stahlträger zur Verstärkung anzubringen.


Hadmut
20.6.2015 10:18
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@Hanz Moser:

> Die Aussage mit “neulich hat einer nachgewiesen” ist aber Müll.

Da ging’s nicht um die Frage, ob es geht, sondern um die informationstheoretische Eindeutigkeit. Wenn ich mich recht erinnere, hat sich da einer angeguckt, wieviel Abbiegevorgänge es braucht, um in einem Graphen der Straßen von Amerika eindeutig zu lokalisieren, wo man ist, und zwar ohne den Startpunkt zu kennen. Da ging es auch darum, Fahrzeuge heimlich zu überwachen ohne GPS-Empfang zu haben.

> Das Prinzip nennt sich “Dead Reckoning” oder im Deutschen schlicht Positionsfortschreibung.

Das ist was anderes. Damit meint man, dass man auch ohne GPS-Empfang, z. B. im Tunnel, anhand der Radbewegungen die Fahrzeugbewegungen abschätzt. Hatte ich erstmals vor 10 Jahren im Auto. Darum geht es aber nicht, denn das funktioniert nur auf Kurzstrecken und ist sehr fehlerbehaftet, zumal es keine Straßen erkennt und einen vernünftig fahrenden Fahrer voraussetzt (und nicht ersetzt!), und nur vermisst, wie der fährt, und sich einfach anhand der bekannten Position die höchstwahrscheinliche nächste Position heraussucht.

Das ist aber etwas völlig anderes als ein System, das anhand bestehender Straßen auch bei GPS-Verlust oder Ungenauigkeit herausfinden kann, wo es sich befindet (oder vielleicht sogar einfach Straßennamen lesen kann). Denn die Fortschreibung schaukelt sich beim Fehler immer weiter auf und ist völlig nutzlos, wenn sich das System einmal verirrt hat.


Joe
20.6.2015 7:24
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Wetten, dass die Konkurrenten von Google sich nicht mit dem Google-RZ verbinden?

Ich denke, das Mißverständnis besteht aufgrund meiner engen Definition von “autonom”. Vielleicht hätte ich “autark” wählen sollen. Völlig autark fahren wie ein menschlicher Fahrer wird ein solches ziviles (!) Fahrzeug nie können, weil das von oben ganz und gar nicht erwünscht ist. Diese Art Mobilität wird in der Praxis vermutlich nur als Cloud-Dienst existieren, mitsamt Killswitch (sic!) für “lawful interception”. So habe ich das jedenfalls mitbekommen als jemand, der die Entwicklung schon seit einigen Jahren beiläufig verfolgt. Was die Militärs sich selbst entwickeln, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Dann wollen wir erstmal sehen, wieviele Konkurrenten es da überhaupt geben wird, Google will ja sein fertiges System an möglichst viele Fahrzeughersteller lizenzieren und nicht selbst als Autohersteller auftreten.

Die brauchen GPS und sonst eigentlich nichts.

Damit ist die enge Definition von Autonomie schon nicht mehr erfüllt. Nur GPS allein reicht leider nicht: So ein Roboter-Auto ist ohne sorgfältig kartographiertes Straßennetz, welches mit jeder Menge Metadaten angereichert wurde, derzeit völlig orientierungslos. Ich bezweifele halt, daß man für Zivilisten völlig autarke selbstfahrende Fahrzeuge – die allein durch ihren Eigentümer kommandiert werden – überhaupt entwickeln und zulassen wird.


Hadmut
20.6.2015 10:08
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@Joe: Inwieweit steht das meinen Szenarien gegenüber?

Das Auto soll ja nicht selbst entscheiden, dass man heute mal Drogen transportieren könnte, weil’s gerade günstig wäre, sondern eine von jemandem programmierte Route abfahren. Und das können die.

Ich habe ja nicht gesagt, dass Autos selbst kriminell werden, sondern von Kriminellen programmiert werden, also gar nicht unterstellt, dass sie das sind, was Du mit „autark” meinst. Sondern fahrerlos.

Mir ist auch nicht klar, wieso Du glaubst, dass die von Cloud-Diensten abhängig sind. Gerade das dürfen sie nicht sein, sonst würden sie ja stehen bleiben, wenn die Verbindung abreißt. Außerdem haben die genug Speicher und Rechenleistung an Bord, da brauchen die sowas nicht. Im Gegenteil: Die Bandbreite wäre zu niedrig.


Schorsch
20.6.2015 8:00
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Kürzlich war in Heise ein Artikel über Rover die mit einem via Smartphone gesteuerten Wagen arbeiten. Und dann war da vor ca. 1-2 Jahren die Info, daß sie sich bei mehreren Herstellern, u.a. Premiummarken, in die zentrale Steuereinheit hacken konnten. Über die Reifendruck Sensoren. Teilweise aus bis zu 30m Entfernung.

Da eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten.


guerrero
20.6.2015 9:27
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https://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Suarez_%28Schriftsteller%29
2010: Daemon: die Welt ist nur ein Spiel, Reinbek bei Hamburg : Rowohlt-Taschenbuch-Verlag, ISBN 978-3-499-25245-7 (engl. Original: Daemon 2006, ISBN 978-0-9786271-0-2 bzw. Neuauflage Daemon, Signet, 2009, ISBN 978-0-451-22873-4)
2011: Darknet, Reinbek bei Hamburg : Rowohlt-Taschenbuch-Verlag, ISBN 978-3499252440 (engl. Original Freedom™, Dutton Books, 2010, ISBN 978-0-525-95157-5 bzw. Neuauflage Freedom™, Signet, 2011, ISBN 978-0451231895)


Roland K.
20.6.2015 10:01
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Nun ja, dann werden die entsprechenden Gegenmassnahmen schnell realisiert werden: Ein kleiner fetziger kräftiger Emp- Impuls lässt die Elektronik zusammenbrechen, eine Abschirmung von GPS dürfte auch nicht ein wirkliches Problem sein…….schafft neue Arbeitsplätze…..


NonKon
20.6.2015 11:05
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Noch einer: Für die “Dienste” im herrschenden Kapitalfaschismus ersetzen selbstfahrende Autos das SEK und den Mann mit der Schalldämpferpistole. So kann man politische Gegner gleich en Masse auf den Müll oder in den Knast befördern.


NonKon
20.6.2015 11:14
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> Alle Karten-Diebstähle oder Automaten-Manipulationen haben bislang noch nicht zu Diebstählen geführt, bei denen solche Automaten einfach anfangen, einem Dieb einfach Geldscheine rauszuschmeißen.

LOL! Wirklich lustig das in DE immer noch Menschen an sichere Computersysteme und an Ehrenmänner in führenden Positionen glauben.

Es ist ein offenes Geheimnis das Banken erfolgreiche Automatenmanipulationen nicht thematisieren bzw. den jährlichen Gesamtschaden massiv untertreiben.


A Stranger in a strange World
20.6.2015 11:48
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Ich denke, dass solche Missbrauchsszenarien nur in einer recht kurzen Übergangszeit funktionieren würden.
Echt autonom fahrende Autos machen private Autos überflüssig. Wozu soll man noch ein eigenes Auto haben, das ohnehin die meiste Zeit herum steht, wenn man genauso gut jederzeit ein autonomes Taxi rufen kann? Mit Frühbucherrabatt: nächste Woche Montag-Freitag, 8:00-8:30, von A nach B und 17:30-18:00 von B nach A, Gepäck: Tageszeitung. Da kommt dann vielleicht nicht der autonome Smart sondern der autonome Kleinbus, aber wen stört’s? Keine Parkplatzsuche, kein rumstehen auf stinkenden S-Bahnhöfen. Will man spontan von C nach D (vom Club zu ihr) wird man natürlich explizit den Smart ordern.
Die Dinger brauchten nicht mal einen großartigen Zentralrechner, ad Hoc-Netze mit ständig wechselnden Peers sind in absehbarer Zeit Stand der Technik (sagen die Kollegen von der Informatik).
Nach dieser Übergangszeit würde es also vermutlich auffallen, wenn eines oder gar mehrere dieser Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen würden um Stahlträger einzubauen.


HF
20.6.2015 11:52
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Stanislaw Lem beschreibt die begleitende Gesetzgebung in den “Sterntagebüchern”.

http://www.elbe-wochenblatt.de/harburg/kurzmeldungen/lesung-die-waschmaschinen-tragoedie-d12715.html


Stefan Kunze
20.6.2015 15:16
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Die beschriebenen Szenarien sind angsteinflößend, aber dennoch vüllig unrealistisch. Das werde ich begründen…

Erstens: selbstfahrende Züge sind wesentlich simpler als selbstfahrende Autos (selbstfahrend heißt fahrerlos). Es wäre möglich, Zug- und S-Bahnverkehr weitgehend autonom über Fernsteuerung zu managen. Moderne Loks sind derartig vernetzt, daß das nur noch ein winziger Schritt wäre!

Aber nein: es wird nicht gemacht, es wird gescheut, weil das der Passagier als solcher nicht tolerieren und nicht verkraften würde. Zumindest wäre eine lange Übergangsphase erforderlich.

Schienenverkehr ist ja nicht sooo komplex, aber Straßenverkehr schon!

Für alle in der experimentellen Phase befindlichen Google-Autos gilt, daß denen eine reduzierte Komplexität geboten wird, mit der sie “leben” können. Zudem gilt, daß diese Autos unter strikter Kontrolle von fähigem technischen Personal ihre Fahrten machen.

Wenn man sich mal umschaut im Bekanntenkreis, in welcher Naivität und beinahe absoluten Dummheit von vielen “Usern” an ihren PCs Laptops und Smartphones “geschraubt” wird, wo es nicht mal eine Kanntnis darüber gibt, was eigentlich der Unterschied zwischen Dateien, ausführbaren Dateien, diversen Laufwerken oder der Unterschied zwischen lokalen Speichern, Netzlaufwerken, Servern etc pp ist, dann muß man sagen:

Der Schritt, autonom gesteuerte Fahrzeuge an die Allgemeinheit zu übergeben wäre ein Chaos-Generator sondergleichen. Das Entstehen von durch die Software nicht mehr behebbarer und nicht mehr lösbarer Situationen wäre absolut vorprogrammiert. Schon ein Mischverkehr aus mensch-gesteuerten und autonomen Fahrzeugen würde zu fürchterlichen “locked-in” Situationen führen, weil NIEMALS eine Software die extreme Vielzahl der möglichen Situationen abdecken kann, die im Verkehr entstehen können.

Auf der Strasse stehende, winkende Menschen – also Zeichen machende Menschen, die auf irgendwas hinweisen, eine Ausweichstrecke, einen Crash, die um Hilfe bitten, sonstwas: wie soll die Software das interpretieren?? Sind doch die möglichen Zeichen oder bei Bedarf die sprachlichen Äußerungen so variant, wie es verschiedene menschen gibt. Das Auto würde einfach stehen bleiben ud mit den Schultern zucken…solange nicht der Insasse eingreifen, das Problem erfragen und dann mit seiner menschlichen Logik eingreifen könnte.

Plötzliche Wintereinbrüche: autonome Fahrzeuge bleiben sicherheitshalber stehen, wo sie gerade sind?? Alle anderen Fahrzeuge einschließlich Schneeräumer werden blockiert??

Plötzlicher Starkregen, Seen auf der Strasse: was tut die Karre?? Und welche Ängste stehen dann weibliche, nicht-technik-affine Insassen aus?? Die trauen sich doch nie in so eine Karre!

Angenommen, in unverständlichennSituationen bittet das Auto den Insassen um Übernahme der Kontrolle: hat der überhaupt nen Plan vom Fahren? Oder hat der bisher nur passiv im autonomen Fahrzeug gesessen?? Angenommen, die Software hat mal einen Bug, ujd die Übergabe aller Systeme an den menschlichen Fahrer funktioniert nicht – Auto steht, wo es steht, und muß mühsam abgeschleppt/geborgen werden??

Angenommen, ein Notfall-Blockiersystem diagnostiziert fälschlich einen Einbruch/ einen Crash/ einen System-Hack oder einen Virus: was tut das Auto? Sich selbst blockieren, obwohl gar nichts passiert ist??

Wenn dann im Cockpit die rote Lampe blinkt, was tut die Insassin (20, nie was von Technik gehört und gesehen)? Hyperventilieren und den Notruf wählen, darauf wette ich!

Also, Fazit: Mischsysteme sind unbeherrschbar. Eien Komplettumstellung auf NUR autonomes Fahren wäre einer Art Diktatur vergleichbar (es gibt signifikant VIELE Männer, die den freien Fahrspaß, und sei es nachts um zwei!, über alles lieben!, es gibt VIELE Autoschrauber, die sich ihre Umbauten und Tunings nicht von Softwarerestriktionen verunmöglichen lassen wollen).

Es existiert keine denkbare Basis, auf der autonomes Fahren einführbar wäre – einzige Ausnahme: ein separates Streckensystem, ausgerichtet allein auf die Bedürfnisse dieser Autos. Und das geht nu echt nicht, wer soll denn das bezahlen??

Nö -sehe keine Chance, dieses Zeug in D jemals einzuführen. Auf amerikanischen Highways – ja, für ne Fahrt durch die Pampa von 200 km ohne Kreuzung, vielleicht. Mehr aber nicht.


Hadmut
20.6.2015 15:20
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@Stefan Kunze:

> Aber nein: es wird nicht gemacht, es wird gescheut, weil das der Passagier als solcher nicht tolerieren und nicht verkraften würde.

In Nürnberg, Hong Kong, Singapur, und noch an einigen anderen Orten sind die Züge fahrerlos.

https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_automated_urban_metro_subway_systems


Stefan Kunze
20.6.2015 15:25
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Und was den Mißbrauch durch Kriminelle angeht:

Angesichts der breiten Verfügbarkeit freiwilliger Suizidattentäter wäre es ein unlogischer und weit übertriebener Aufwand, sich in Größenordnungen Selbstfahrautos zu beschaffen, diese umzubauen und zu einer Groß-Attacke zu schicken.

Da klaut man einfach zehn Autos und setzt zehn Freiwillige rein, die können sogar noch überlegen, wo die beste Durchbruchsstelle am Kanzleramt ist *lol*.

Und für durchschlagende Wirkung eines Terrorangriffs benötigt man gar keine Autos. 100 durchgeknallte Terroristen, die ins Bundespresseamt eindringen, 20 Journos als Geiseln nehmen, 10 erschiessen, das Gebäude besetzen, und Ende Gelände.

Ginge auch in einem Krankenhaus. Als Waffe zur Geiselnahme ist da einfach ALLES vorhanden. 10 Leute, die sich einliefern lassen, alles abchecken und nach drei Tagen koordiniert losschlagen, und schon ist der Ausnahmezustand da.

Autos umprogrammieren lohnt einfach nicht. :-))

(Man benötigt auch keine Drohnen, sondern nimmt einfach 10 Modellflugzeuge mit Benzinmotor, die schleppen ausreichend Sprengstoff mit, um ne Menge Schaden anzurichten, wo auch immer die einschlagen. Oder Modellhubschrauber mit Verbrennern, da gibts ordentliche Monster. ;-))


Stefan Kunze
20.6.2015 15:34
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@Hadmut

Dein Punkt. 🙂

Erfreulicher Prozentsatz an deutchen Herstellern ist da involviert.

Trotzdem bleibt es Fakt, daß man sich in D an sowas eben nicht recht herantraut, Ausnahme Nürnberg, das jüngste U-Bahnsystem Deutschlands.

Und da fährt laut Wiki überall noch Serviceperonal it, das im Notfall voll als Zugführer handeln darf, kann und soll. Das wegzulassen traut man sich nicht. man könnte die Symboliker also auch ins Cockpit setzen, wo sie sich langweilen… :-))

Und im DB-Zugverkehr? No unattented trains spotted yet.

Und auf der Straße? Ich gebe den Skeptiker und rechne mit unüberwindlichen Problemen. Für Otto Normalverbraucher wirds das nicht geben. Unbezahlbar, nicht versicherbar, etc pp.


Stefan Kunze
20.6.2015 15:35
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(shice, beherrsche das Tippen am Tablet ganz einfach nicht, typos ohne ende)


Lercherl
20.6.2015 16:43
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Auch Wien bekommt demnächst eine fahrerlose U-Bahn-Linie U5.


Hadmut
20.6.2015 16:46
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> Auch Wien bekommt demnächst eine fahrerlose U-Bahn-Linie U5.

Und gibt’s Beschwerden, Ablehnung oder Widerstände?


yasar
20.6.2015 16:59
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Solange es in Zügen und S-Bahnen noch ein per Hand auslösbare Notbremse gibt, spricht nichts dagegen Züge vollautomatisch zu steuern. Dürfte sogar sicherer sein, als wenn übermüdedete oder abgelenkte Fahrer Stopsignale überfahren.

Bei Straßebnbahnen, die mit anderen verkehrsteilnehmern stark “interagieren” müssen, wäre das vermutlich kritischer.


Lercherl
20.6.2015 17:10
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@Hadmut

> Und gibt’s Beschwerden, Ablehnung oder Widerstände?

Die Gewerkschaft ist dagegen, aber das war wohl zu erwarten. Sonst hat das Thema keine großen Wellen geschlagen – dauert auch noch ein paar Jahre, bis sie wirklich fährt.


Klaus
20.6.2015 19:25
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@Hadmut

> “Drohnenautos werden autonom mit Zugriffsmöglichkeit von außen sein”.

Und Du glaubst, dass jemand, der ein Auto für Verbrechen umprogrammiert, die nicht abschalten würde?

Nein, diese Aussage habe ich nicht getätigt, es ging mir nur um die Formulierung.

Bei mir kommt jedenfalls (soweit ich es nicht verhindern kann) kein Internet der Dinge. Nichtmal ein “modernes” Auto, dass seine (also meine) Daten an irgenwen funkt.

Ich hab auch kein Smartphone, nur ein “kleines” Handy.

Gründe:

-Datensicherheit, meine Daten gehören mir
-Sabotage
-Alles was in eienr Maschine nciht drin ist, kann auch nicht kaputt gehen

cu


stefan
20.6.2015 20:54
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Interessanter finde ich die Frage, was aus dem Strassenverkehr wird, wenn nur noch Fahrer unterwegs sind, die keinerlei Übung mehr haben.

Autonomes Fahren wird sein, wie wenn Du vor Dir auf der Landstrasse eine alte Oma hast. Und dahinter lauter Fahrzeuge, die nicht mehr überholen können.

Vermutlich ist jetzt eine gute Zeit, sich mit Elektroniklosen Fahrzeugen ein zu decken.
In ein paar Jahren werden die gesucht sein.


Hadmut
21.6.2015 1:07
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> Interessanter finde ich die Frage, was aus dem Strassenverkehr wird, wenn nur noch Fahrer unterwegs sind, die keinerlei Übung mehr haben.

Du meinst wie im Luftraum, in dem nur noch Piloten mit Autopilot unterwegs sind, die an jeder Störung scheitern?


Andy
20.6.2015 21:27
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> dass die von Cloud-Diensten abhängig sind. Gerade das dürfen sie nicht sein, sonst würden sie ja stehen bleiben,

Dafür kriegen wir ja “Netzneutralität” nach dem Modell Oettinger 🙁

> nachdem sie nicht mal zuverlässige Wegfahrsperren haben?

Die WFS mit Rollcodes funktionieren eigentlich sehr zuverlässig, bis zu dem Zeitpunkt wo der Angreifer seine Finger IN das Fahrzeug reinbekommt und sich anstöpseln kann. Und diese Option MUSS ein Hersteller einfach drinlassen denn kein Kunde hätte Verständnis wenn er bei vollständigem Schlüsselverlust statt einiger Hunderter einige Tausender für neue Steuergeräte rauslassen muss.

So eine WFS ist auch nur ein Ding für die Versicherungen, denn letztlich ist Diebstahl für den Hersteller kein “Problem” weil er meist ein neues Modell dafür verkauft, und weil selbst bei perfekten WFS der Diebstahl immer noch “huckepack” auf nem Abschlepper durchgeführt werden kann.

Wenn man sich mal anguckt wie die Hersteller Dinge schützen die für sie relevant, weil ggf. teuer, sind merkt man das die deutlich weiter sind. Das ist zum Beispiel bei Tuninggeschichten der Fall, da sind die Steuermodule in vielen Modellen so sauber abgedichtet das sie seit Jahren nicht mit vertretbarem Aufwand modifizierbar sind.

> Deshalb würde man sie austauschen.

Was ist wenn ein STG nur mit einem anderen redet wenn die beiden Gräte in einem kryptographischen Verfahren untereinander “authentifiziert” sind?

> Ja klar.
> Weil sich Drogenhändler und Terroristen an die AGB und EULA halten

Auch wenn’s Dein Blog ist habe ich mich mit der Aussage nich direkt auf Deine Aussagen bezogen.

> wäre einer Art Diktatur vergleichbar (es gibt signifikant VIELE Männer, die den freien Fahrspaß, und sei es nachts um zwei!, über alles lieben!, es gibt VIELE Autoschrauber,

Noch gibt es uns, ja. Aber die Generation der twentysomethings ist nach vielen Erhebungen zwar an Mobilität interessiert, das Auto an sich ist aber nur noch Mittel zum Zweck und kein Bastel- oder Hobbyobjekt mehr…


PG
20.6.2015 23:15
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Wieso autonom? http://www.pcwelt.de/news/Range-Rover-mit-Smartphone-Fernsteuerung-Forschung-9712607.html reicht für die meisten der Szenarien doch völlig aus.


Joe
21.6.2015 1:01
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Erstens: selbstfahrende Züge sind wesentlich simpler als selbstfahrende Autos (selbstfahrend heißt fahrerlos). Es wäre möglich, Zug- und S-Bahnverkehr weitgehend autonom über Fernsteuerung zu managen. Moderne Loks sind derartig vernetzt, daß das nur noch ein winziger Schritt wäre!

Weder die Infrastruktur noch die aktuelle Rechtslage geben das her. Bitte nicht vergessen, daß die Eisenbahninfrastruktur teilweise noch auf dem Stand von vor dem ersten Weltkrieg ist. Die Lok ist dafür weitgehend irrelevant, aber um triebführerlosen Eisenbahnbetrieb auch nur denken zu können, müßte man erstmal [b]alles[/b] auf ETCS Level 3 aufrüsten im kompletten Gleisnetz, also in GANZ Europa. Das will kein Mensch bezahlen.

Aber nein: es wird nicht gemacht, es wird gescheut, weil das der Passagier als solcher nicht tolerieren und nicht verkraften würde. Zumindest wäre eine lange Übergangsphase erforderlich.

Unsinn, der Kohle auf dem Güterzug ist völlig egal, ob sie von einer unbemannten Lok gefahren wird. Diese Lokführer dürften in der ersten Sekunde gehen, in der selbstfahrender Betrieb möglich wäre. Ist er aber nicht ohne gigantische Milliardeninvestitionen, also muß weiterhin einer vorn drinsitzen, der vorne rausguckt.

Klar, in Nürnberg in irgendeinem wenige Kilometer langen Tunnel wo quasi nur auf einem abgesperrten Gleis hin- und hergefahren wird, kann man natürlich in die Vollen gehen.


stefan
21.6.2015 7:55
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@ Hadmut

“Du meinst wie im Luftraum, in dem nur noch Piloten mit Autopilot unterwegs sind, die an jeder Störung scheitern?”

Ja , was man nicht übt und macht verlernt man.
Das ist der Bezug zum von Dir verlinkten Vortrag von Prof. Spitzer


Tauriel
21.6.2015 12:20
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Für Amokfahrten braucht man keine “autonomen Verbrecherautos” – das geht auch so. Wie z.B. gestern in Graz:

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/zwei-tote-in-graz-mann-rast-mit-auto-in-passanten-a-1039877.html

Ein “Österreicher” (naja, eigentlich ein Bosnier – aber die Nationalität von Straftätern ist ja nicht relevant wie man uns immer glauben machen will) hat 3 Leute mit seinem SUV getötet und eine Menge mehr verletzt.


Chefin
22.6.2015 7:39
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@tauriel

Ja, aber dieser Amokfahrer muss erstens mit seinem leben abgeschlossen haben, bzw bereit sein den rest seines Lebens im Knast zu verbringen und zweitens kann er technisch bedingt nur einen Anschlag machen.

Hier gehts also nicht um suizidbereite Terroristen sondern um Vollpfosten die sowas nach der Arbeit noch mal eben machen. Jag einen Kleintransporter mit Sprengstoff in den Aldi, dann schreib einen Brief mit passender Forderung und erkläre, das du in 2 Tagen der Presse das ganze stecken wirst. Ausserdem hast du noch genug Sprengstoff um einige weitere Märkte hochgehen zu lassen.

Du erkennst die Tragweite jetzt? Ein Selbstmordattentäter macht keine Erpressung. Er kann mit dem Geld nichts anfangen und seine Hinterbliebenen müssten an krimineller Energie in seiner Liga spielen um an das Geld nach dem Anschlag ranzukommen. Ausserdem ist zweifelhaft das ein weiterer Anschlag erfolgen wird. Oder wer bringt sich um, wenn die Hinterbliebenen dadurch reich werden.

Es geht also nicht drum, das etwas heute schon machbar ist, sondern das die Menschen es mit reduziertem Risiko machen können. Das senkt die Hemmschwelle für solche Taten. Denk mal nach, wieviele Menschen würden einem Im Internet Arschloch ins Gesicht “schreiben”. Und wieviele machen es Face to Face? In meiner Jugendzeit jedenfalls hat man sich das dreimal überlegt, es sei den der Gegenüber war deutlich kleiner und schwächer und man wusste das er kein Messer dabei hat. Heute ist Arschloch zu schreiben fast schon normal und wird eigentlich nur noch durch die Moderation von Blogs, Foren und ähnlichem etwas reglementiert. Geh mal ins IRC, wo es keine “Aufzeichnung” gibt und keine Moderation, da sind Beleidigungen normal und es heist: nutze die Ignorefunktion bitte.


bernd
4.7.2015 15:40
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Jetzt auch in den Mainstream-Medien:

Connected Car – So geschickt dringen Hacker in Ihr Auto ein

Was für PC und Smartphones gilt, ist auch für Autos relevant: Erobern Hacker die digitalen Schnittstellen, können sie die Wagen aufschließen, ausspähen und steuern.
[…]
Im modernen Auto arbeiten Dutzende Steuergeräte, verbunden über ein Netzwerk, daran, den Wagen auf der Straße zu halten: Sie regulieren Gas, Bremsen, Lichter, Klimatisierung, Cockpitanzeigen, Gurtstraffer, können als Spurhalteassistenten ins Lenkrad greifen und als aktive Abstandsregelungen bremsen und Gas geben.

Sie vermessen per Radar und Kamera ihre Umwelt und kommunizieren per Mobilfunk mit dem Internet. Kurz, moderne Autos sind deutlich komplexer als jedes andere Endanwender-Gerät – und sie bieten Hackern deswegen noch mehr Angriffsmöglichkeiten als ein normaler Heim-PC.
[…]
In naher Zukunft dürfte die Zahl der Schnittstellen wie auch die Komplexität der interagierenden Systeme in einem Auto eher noch zunehmen. Autos werden untereinander kommunizieren und selbstständig fahren. Sie gegen Hacker-Angriffe abzusichern, wird immer wichtiger und schwieriger.

Mittlerweile bekommen Fahrzeuge Softwareupdates via Mobilfunk, ähnlich wie Smartphones. Wer die Quelle manipuliert, kann gleich Tausende Autos auf einmal angreifen.

Insbesondere die Kombination von halbautonomen oder autonomen Assistenzsystemen wie etwa Fahrspur- oder Abstandsassistenten in Fahrzeugen mit Mobilfunk-Datenanbindungen und Bluetooth-Schnittstellen macht Sicherheitsforschern Sorgen: “Mit jeder weiteren Schnittstelle steigt die Komplexität, und damit die Angriffsfläche für Attacken”, erklärt Jörn Eichler vom Münchner Fraunhofer AISEC-Institut.

http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article143535041/So-geschickt-dringen-Hacker-in-Ihr-Auto-ein.html