Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Suche

Kategorien

Spenden

Wer mein Blog unterstützen möchte, kann spenden:


Per Überweisung:
Hadmut Danisch
Berliner Bank
Konto 305193500
BLZ 10070848
IBAN DE45100708480305193500
BIC/SWIFT DEUTDEDB110


Per Paypal:


(Paypal zieht Provision ab)

Die Presse über die Lügenpresse

Hadmut
19.2.2015 20:27

Lesenswerter (böser) Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung über die Medienverhältnisse in Deutschland.

Schon tags darauf zeigten Teilnehmer der Pegida-Proteste wieder Schilder mit der Parole «Wahrheit statt Lügenpresse» und erinnerten so daran, dass in Deutschland die Medienverdrossenheit in Medienverachtung umgekippt ist.

„…Medienverdrossenheit in Medienverachtung umgekippt…” Schön gesagt. Muss ich mir merken.

Scheint sich auch was zu tun:

Eine Zeitlang reagierten Medien darauf mit einer Mischung aus Ignoranz und aggressiven Gegenvorwürfen, welche die Kritiker als Internet-«Trolle», habituelle Querulanten oder politische Extremisten klassifizierten.
Bleierner Konsens

Nun ist ein anderer Ton zu hören. Ausgerechnet die beim Publikum so erfolgreiche Wochenzeitung «Zeit» formuliert deutliche Selbstkritik. Nach Ansicht leitender «Zeit»-Redaktoren hat die deutsche Konsensgesellschaft «eine Menge unbehandelter dunkler Materie» aus der öffentlichen Kommunikation ausgeschlossen. Überrascht liest man in einer Zeitung, der in Fragen geschichts- und gesellschaftspolitischer Korrektheit so leicht kein anderes deutsches Blatt das Wasser reichen kann, dass «im Zuge der Entideologisierung, Entfeindung und Versachlichung der deutschen Politik das Spektrum tolerierter Positionen immer enger geworden» sei. Und: «Während die Medien seit Jahren die ‹Langeweile› der Politik bejammern, haben sie zugleich leidenschaftlich die Rolle des Grenzwächters übernommen. Die Medien, die den bleiernen Konsens kritisieren, sanktionieren zugleich seine Missachtung.»

Ui.

Sogar die ZEIT gibt zu, dass sie selbst auf die Alternativlos-Masche machen. Leisten sich aber einen enormen Hammer. Ich zitier’s nochmal (diesmal direkt aus der ZEIT):

Offenbar ist im Zuge der Entideologisierung, Entfeindung und Versachlichung der deutschen Politik das Spektrum tolerierter Positionen immer enger geworden.

Huhahahahaaaaa. Die prügeln Gender durch, Ideologisieren, bauen das Feindbild „weißer Mann” auf, sind extrem unsachlich und nennen das „Entideologisierung, Entfeindung und Versachlichung der deutschen Politik”. Sind die noch ganz dicht? Wann gehen die endlich pleite?

Da gibt’s noch so einen Brüller:

Ähnliche Töne finden sich auch in anderen führenden Medien und bei Politikern. So monierte etwa Deutschlands Aussenminister Frank-Walter Steinmeier bei der Verleihung der Medienpreise Lead Awards: «Es gibt eine erstaunliche Homogenität in deutschen Redaktionen, wenn sie Informationen gewichten und einordnen. Das Meinungsspektrum draussen im Lande ist oft erheblich breiter.»

He. Moment mal. Steinmeier ist SPD, und SPD ist – neben Grünen – da von allen am Schlimmsten, von durchgegendert, durchideologisiert, political-correctness-getrieben. Und ausgerechnet der beklagt die Homogenität, die die SPD selbst produziert und erzwingt?

Meine Güte, sind die verlogen.

Der NZZ-Artikel ist durchaus sehr lesenswert, und gibt schöne Beispiele dafür, wie die »Lügenpresse« böswillig falsch berichtet.

Die Aufklärer, die hier auftreten, reden im Gestus strenger Kolonialoffiziere, die ihren noch immer nicht diskurshygienisch stubenreinen Eingeborenen die Leviten lesen, aber auf keinen Fall zuhören wollen.[…]

In einer kuriosen Volte geriert sich als faktisch konservatives Establishment, was sich vom Selbstverständnis her eher linksliberal und grün-alternativ fühlt. […]

Dabei sind die Konturen der einzelnen Medien ebenso abgeschliffen wie im überwältigenden sozialdemokratisch-ökologischen Konsens der deutschen Politik, an den sich Medien gern anlehnen. Explosive Konfliktthemen werden gern ausgeschlossen, wenn ihre öffentliche Erörterung als «nicht hilfreich» gilt. Polarisierungen werden lieber künstlich erzeugt und in Debatten mit bekannter Dramaturgie übergeführt. Das alles ist «bequem, langweilig, vorhersagbar» (Hachmeister).

Und ausgerechnet der Steinmeiner von der SPD rügt Homogenität.


44 Kommentare (RSS-Feed)

derdiebuchstabenzählt
19.2.2015 21:47
Kommentarlink

Ich weiß nicht, entweder sind die Pressefritzen überheblich, wirklich blöde oder betreiben Propaganda.

Ich lese eigentlich lieber die Kommentare, als die jeweiligen Artikel dort. Es werden zB bei Gender und Feminismusthemen in den Kommentaren immer Fakten gebracht, zB zum Gender Pay Gap, die die Behauptungen der Artikel wiederlegen. Ein Journalist sollte doch diese Kommentare lesen und sich Gedanken machen oder diese Fakten mal prüfen. Nix, nada passiert da. Im nächstem Artikel tauchen die Behauptungen wieder auf und das Spiel geht von vorn los.

Die wollen garnicht wissen und die Wahrheit schreiben. Nur was das genau soll, ist mir nicht klar.


Emil
19.2.2015 22:41
Kommentarlink

> Und ausgerechnet der Steinmeiner von der SPD rügt Homogenität.

Es ist sogar noch schlimmer: der SPD gehören selbst einige deutsche Zeitungen. Wenn die SPD-Politiker wirklich Meinungsvielfalt wollten, könnten sie damit bei ihren eigenen Verlagshäusern anfangen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Druck-_und_Verlagsgesellschaft


Emil
19.2.2015 23:05
Kommentarlink

@derdiebuchstabenzählt
> Ich weiß nicht, entweder sind die Pressefritzen überheblich, wirklich blöde
> oder betreiben Propaganda.

Die Printmedien bauen ständig Journalistenstellen ab oder ersetzen festangestellte Redakteure durch freie Journalisten. In dieser Situation traut sich vom Nachwuchs keiner mehr, eine eigene Meinung zu vertreten, aus Angst den Job, den man gerade erst ergattert hat, wieder zu verlieren. Also betet man den Mainstream nach, so wie es alle anderen tun, und hetzt gegen abweichende Meinungen.

Oder noch übler: durch die permanente Indoktrination an links-unterwanderten Schulen und Universitäten, glauben die wirklich den Scheiß, den sie erzählen. Gerade bei weiblichen Journalisten habe ich oft diesen Eindruck. Das Entsetzen und die Empörung, wenn ihnen in den Kommentaren dann ihr Artikel um die Ohren gehauen wird, ist m.E. nicht gespielt.


Teardown
19.2.2015 23:07
Kommentarlink

“der SPD gehören selbst einige deutsche Zeitungen.”

Nein! Um Gottes Willen!

Als nächstes schreibst du, das die steuerfinanzierte Parteistiftung der SPD mit freundlicher unstützung des steuerfinanzierten SPD-frauenministeriums eine ganztägige Tagung ausrichtet, auf der “Wissenschaftler” die von steuerfinanzierten Aufträgen eben jener parteistiftung leben und ehemalige SPD-politiker “diskutieren”. Ja wessen internet eigentlich???

PS: das wäre noch nicht mal schlimm, aber wenn ich mir das Referentenboard anschaue, ist klar das ds nicht kontrovers (im sinne politischer Willensbildung), sondern im sinne politischer einheitsmeinung diskutiert wird.


Teardown
19.2.2015 23:08
Kommentarlink

Norbert
19.2.2015 23:15
Kommentarlink

>Die wollen garnicht wissen und die Wahrheit schreiben. Nur was das genau soll, ist mir nicht klar.<

Steter Tropfen höhlt den Stein.


Thomas
19.2.2015 23:30
Kommentarlink

Der NZZ-Artikel beschreibt das Problem sehr anschaulich und gut, liegt aber in einem Punkt falsch: Das Erscheinen eines solchen Artikels bei ZEIT online ist zwar bemerkenswert, von Problembewusstsein sind dessen Autoren aber meilenweit entfernt. Der NZZ-Schreiber geht hier einer inszenierten Scheinselbstkritik der ZEIT auf den Leim.

Man muss nicht einmal zwischen den Zeilen lesen, um festzustellen, dass die ZEIT-Autoren nicht die Defizite des gegenwärtigen, politischen Systems und seiner Hofberichterstatter an sich beklagen, sondern bloß dessen Unfähigkeit, Akzeptanz bei den Untertanen zu erzeugen.

Kurzum: Die Autoren sind vehemente Befürworter der aktuellen, politischen Entscheidungen und wollen diese erhalten und fortsetzen.

Das einzige Problem, was sie mit diesem haben, ist das propagandistische Ungeschick der Funktionseliten, die zunehmend arrogant, abgehoben und autokratisch wirken (und sind). Und das auch nur, weil es einen systemdestabilisierenden Effekt hat, also genau diese Entscheidungen gefährdet.

Entlarvende Textpassagen gibt es zuhauf: Nein, wir haben nicht die “sachlichste politische Klasse der Welt”, die im Kampf gegen eine “Armada von Ressentiments” der “kooperativen Vernunft” folgt. Die Unterstellung einer “Entideologisierung, Entfeindung und Versachlichung” ist also blanker Hohn – das Gegenteil ist der Fall.

“Der Extremismus an der Schwelle zur Macht ist keine Alternative zu einer alternativlos gewordenen Politik. Besser, das deutsche Konsenssystem überwindet sich selbst.”

Was den ZEIT-Schreibern mit der “Selbstüberwindung” vermutlich vorschwebt, ist die Ersetzung der arroganten-besserwisserischen Untertanenbelehrung und “Alternativlosigkeits”-Phrasendrescherei durch politische Scheingefechte unter den Bundestagsparteien über irrelevante Randthemen.

Auf diese Weise würde dann ein scheinbarer Dissens inszeniert, der einerseits von den wirklich relevanten Themenfeldern ablenken und andererseits bei genügender, emotionaler Aufladung die Bindungskraft der Parteien erhöhen könnte.

Das wird aber nicht funktionieren, denn die Glaubwürdigkeit von Presse und Politik ist bereits derart beschädigt, dass mittlerweile die bloße “Kritik” der etablierten Medien dem Gegenstand dieser Diffamierungen einen bequemen Sympathievorschuss verschaffen dürfte.

Ich wage zu behaupten, dass keine von Putins eigenen Äußerungen oder Handlungen seiner Verteidigung gegenüber unsachlichen Vorwürfen durch westliche Medien so sehr Vorschub geleistet hat, wie die bis zur Lächerlichkeit getriebene, propagandistische Dämonisierung seiner Person selber.

Die etablierte Politik und Medienlandschaft ist für eine stetig wachsende Anzahl von Menschen bereits unrettbar “verbrannt”. Die Frage ist jetzt nur, ob es irgendwann durch ein äußeres Ereignis zu einem großen Knall kommt oder die nicht-boulevardisierte Presselandschaft nebst Wahlbeteiligung in einem langsamen Siechtum enden wird.


keta
20.2.2015 0:04
Kommentarlink

@Thomas

Perfekt formuliert! Exakt so sieht es aus. Nach der Pseudo-Selbstkritik wird Morgen fröhlich weiter gehetzt, verleumdet, verschwiegen, diffamiert und dem entnervten Leser der Bias wieder mit Anlauf in den Rachen geprügelt. Null Einsicht.


Marcus Junge
20.2.2015 0:53
Kommentarlink

“dass in Deutschland die Medienverdrossenheit in Medienverachtung umgekippt ist.”

Endlich hat meine “Krankheit” einen Namen. Sicherlich wird diese dann bald auch in die ständig wachsende Liste der psychiatriebaren Erkrankungen aufgenommen werden.


Marcus Junge
20.2.2015 1:21
Kommentarlink

Kaufe ein “R” für “psychiatrieRbaren”


Leser X
20.2.2015 2:53
Kommentarlink

Danke für den Service hat sich bei der Zeit also nix verändert. Den Dreck vom Speersort lese ich seit Jahren nicht. Warum andere dem erbrochenen von Männerdenunzianten, Femorassisten, US-Apologeten und Russophobikern auch nur Nahe kommen ist mir nicht erklärlich.

Dieser ganze Mainstream Müll ist ist so tot wie ne abgenagte Fischgräte. Nur der Kopf stinkt noch.


Volker
20.2.2015 7:24
Kommentarlink

dazu passend auch sehr interessant in der FAZ:
“Ein Volk von Antifaschisten” unter
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kampf-gegen-rechts-ein-volk-von-antifaschisten-13429214.html


rleo
20.2.2015 7:42
Kommentarlink

Wer nicht dem PC Konsens entspricht, ist:
“unbehandelte dunkle Materie» .

So, so,
d.h. man wird demnächst ‘behandelt’, wenn man anderer, ‘dunkler’ Meinung ist.


Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie unkritisch ausgerechnet diejenigen Menschen Putin sehen, die sich so kritisch mit den deutschen Medien auseinandersetzen. Schwingt da Bewunderung mit für einen “starken Mann”, der die rotzfrechen Pressbengel und Pressbengelinnen in seinem Land kujoniert und Meinungsfreiheit in bester KGB-Tradition für eine lästige westliche Marotte hält?
Und sie sahen den Dorn im Auge der eigenen Regierung,
den Balken vor den Augen des russischen Präsidenten sahen sie nicht.


Wolfgang T
20.2.2015 7:55
Kommentarlink

Die Zukunft oder schon die Realität?

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/unterwerfung_der_westen_und_sein_stockholm_syndrom

“Der inzwischen bodenlose Graben zwischen dem Volk und jenen, die in seinem Namen sprachen, also Politikern und Journalisten, führt in Frankreich und anderen westeuropäischen Ländern zum Bürgerkrieg, ist sich der Romanheld danach sicher und teilt damit ein inzwischen weit verbreitetes Gefühl. In einer zutiefst verunsicherten, zerfallenden Gesellschaft, werden Wahlen nicht mehr auf dem Feld der Wirtschaft, sondern dem der Werte gewonnen. ”

“Wenige Tage später haben die offenen Gewalttätigkeiten Paris erreicht. Bei einem Sektempfang in der Universität, hören die versammelten Dozenten Maschinengewehrfeuer und Explosionen auf dem nahe gelegenen Place de Clichy. Die Medien schweigen von diesem Ereignis, so wie vorher über viele ähnliche Ereignisse in der Provinz und in den Vorstädten. Politik und Medien wollten keinen Kassandrarufen Vorschub leisten. „Kassandra“, sinniert der Held, “steht…für ungünstige Vorhersagen, die immer tatsächlich eintreffen; gemessen an den Fakten schien es, als wären die linksliberalen Journalisten von der gleichen Blindheit befallen wie die Trojaner- was in der Geschichte auch nichts Neues wäre: Dasselbe könnte man auch über die Intellektuellen, Politiker und Journalisten der 1930er Jahre sagen, die einhellig davon überzeugt waren, dass Hitler schon zur Vernunft käme.“ Er ahnt, dass „das politische System….zu zerspringen drohte“. Es kollabierte dann aber eher sanft. “


Pömpel
20.2.2015 9:10
Kommentarlink

Thomas ist mit seinem Kommentar bitte für den Kommentatoren-Preis des Jahres zu nominieren. Recht hat er. Selbstverständlich werden die Presstituierten weiterhin duckmäuserisch der Spur der Scheine folgen, um weiterhin überangepasst ihre Karriere im System zu machen. Die wissen an und für sich selbst, was sie verbrechen, doch es ist ihnen egal, so lange Scheine in ihr Taschen fließen. Die Medienmafia blockt jegliche Kritik ihres Treibens. Direkt persönlich angesprochen regieren jene nur mit einem Schulterzucken und meinen sie müssten ja ihre Brötchen verdienen. Vom sozialen Milieu gehören die Angehörigen der Journaille zum saturierten Klientel mit Abstiegsängsten. Das sind Anhänger von Grüne, Sozis und von Merkel sowieso. Die treten gerne nach allem was sie nicht verstehen, was anders als sie ist, aber vor allem treten sie nach dem, was sie für ihren Untergebenen halten. Dabei halten sich oft selbst für linksrevolutionär, wobei sie in Wahrheit nur fette Mitläufer sind!

Die ZEIT ist wahrlich kein Blatt der Gelehrten mehr, sondern eines all der linientreuen Dummschwätzer. Die meisten gelehrten Bürger und Bürgerinnen, die zum selbstständigen denken fähig sind, bilden nunmehr ihre Meinung in Weblogs wie diesem hier.


EinInformatiker
20.2.2015 9:18
Kommentarlink

Ich lese eigentlich lieber die Kommentare, als die jeweiligen Artikel dort. Es werden zB bei Gender und Feminismusthemen in den Kommentaren immer Fakten gebracht, zB zum Gender Pay Gap, die die Behauptungen der Artikel wiederlegen. Ein Journalist sollte doch diese Kommentare lesen und sich Gedanken machen oder diese Fakten mal prüfen. Nix, nada passiert da. Im nächstem Artikel tauchen die Behauptungen wieder auf und das Spiel geht von vorn los.

Das ist etwas was ich mir auch nicht erklären kann. Echte Klartext Kommentare (wie man durchaus sachgerecht sie in alternativen Blogs schreiben kann) werden zwar nicht veröffentlicht. Aber die überwiegende Zahl der Kommentare steht bei dem meisten Themen kritisch zum Inhalt und wird veröffentlicht. Bei bestimmten Themen wird der Kommentarbereich allerdings gar nicht erst geöffnet und oft dann schnell dichtgemacht. Aber es werden auch bei diesen Themen ab und zu Schlupflöcher gelassen und da gibts dann überwiegend Widerspruch. Das müssen die Autoren merken. Vielleicht reicht es denen zur Bestätigung, dass sie von einigen mit Lob überhäuft werden und die anderen halt nicht richtig erzogen sind. Vielleicht ist das tatsächlich ein Verdrängungsprozeß. Ich kanns nicht erklären.


CountZero
20.2.2015 10:16
Kommentarlink

@Thomas, @keta:
Volle Zustimmung!

Man muss nicht einmal zwischen den Zeilen lesen, um festzustellen, dass die ZEIT-Autoren nicht die Defizite des gegenwärtigen, politischen Systems und seiner Hofberichterstatter an sich beklagen, sondern bloß dessen Unfähigkeit, Akzeptanz bei den Untertanen zu erzeugen.

!!!


Dirk S
20.2.2015 10:18
Kommentarlink

@ Thomas

> Nein, wir haben nicht die “sachlichste politische Klasse der Welt”,

Und wenn wir die hätten, dann wären anderen nur noch schlechter, so lausig, wie die unsrige ist. Das ist das schöne an Relativbetrachtungen, es ergeben sich Einblicke, die der Betrachtungsinitiator gar nicht wollte. Denn es gibt immer ein tiefer als tief.

> die im Kampf gegen eine “Armada von Ressentiments”

Ressantiments haben den Nachteil, zwar dem einzenen Indiviuum gegenüber ungerecht zu sein, aber sehr oft auf die Gruppe zuzutreffen.

> der “kooperativen Vernunft” folgt.

“Kooperative Vernunft” in Verbindung mit Politik ist ein Oxymoron, so wie eine jungfräuliche Nutte. Wobei, letzteres könnte zumindest theoretisch möglich sein…

> Die Unterstellung einer “Entideologisierung,

Die Ideologen sind immer die anderen. Schließlich hat man doch die “Wahrheit”(TM) auf seiner Seite.

> Entfeindung

Entfeindung ist das Ziel jeden Krieges: Die Anzahl der Feinde möglichst auf 0 zu reduzieren. Wenn man das schafft, spricht man im Allgemeinen von einem “Vernichtungskrieg”. Was sich doch alles aus einem Wort herausholen lässt. Ob das dem Schreiberling klar war? Ich tippe ganz klar auf nein.

> und Versachlichung”

Versachlichung ist schön, wenn man anfängt, sich an der Sache zu orientieren. Aber, so wie es die Vermenschlichung von Tieren (und auch Gegenständen, Sachen) gibt, so wird auch die Diskussion über Menschen gerne mal “versachlicht”, also die Menschen als “Sachen” angesehen. Bevorzugt die Kundschaft (oder der Wähler, Asylbewerber oder andere, aktuell zu versachlichende Gruppen).

> ist also blanker Hohn – das Gegenteil ist der Fall.

Wie ich eben gezeigt habe, ist das kein Hohn sondern der Versuch der Manipulation, so zu tun, als wenn man sich Asche aufs Haupt streut und statt dessen sich doch wieder ein paar Lines reinzieht. Ist son bischen Ablasshandel mit Vorerlasskaufsrecht.

> “Besser, das deutsche Konsenssystem überwindet sich selbst.”

Oh, Gott, blos nicht! Die deutsche Konsenzgesellschft ist gerade die deutsche Stärke und der Quell unseres Reichtums. Wir müssen da wieder hin, das ist die Lösung. Denn Konsenz bedeutet, dass die Mehrheit der Gesellschaft etwas genauso oder recht ähnlich sieht oder zumindest mit dem Konsenz leben kann. Eigentlich eine demokratische Entscheidung. Und wo ist der gesellschaftliche Konsenz zu den meisten Themen der heutigen Zeit? Eben, den gibt es nicht. Was es gibt, ist ein Konsenz zwischen Politik und Presse, dass zwischen ihnen und den hysterisch lauten Gruppen Konsenz zu bestehen hat, aber der gesellschaftliche Konsenz, der ist denen egal. Es gibt da nichts zu überwinden, es gibt nur etwas wieder herzustellen.

> Ich wage zu behaupten, dass keine von Putins eigenen Äußerungen oder Handlungen seiner Verteidigung gegenüber unsachlichen Vorwürfen durch westliche Medien so sehr Vorschub geleistet hat, wie die bis zur Lächerlichkeit getriebene, propagandistische Dämonisierung seiner Person selber.

Na ja, Putin selbst weiß sich zu inszenieren und nutzt die ihm ergebene Presse Russlands gerne für sich. Wobei er den Journalisten die Wahl zwischen “Hofbereichterstattung oder Sibirien” lässt, in DE ist derzeit Hofberichterstattung en Vogue, Merkel braucht kein Sibirien. Mann könnte daraus schließen, dass lausiger und unkritischer Journalismus ein Anzeichen von Reichtum, Wohlstand, relativer Rechtssicherheit und allgemeiner Zufriedenheit ist. Dann können wir unsere Journallie doch gleich viel besser ertragen (und noch leichter pleite gehen lassen).

Was bei der Putin-Berichterstattung auffällt und eigendlich inzwischen völliger Standard ist: Es wird nicht über Fakten berichtet, sondern versucht, Emotionen anzusprechen und in die gewünschte Richtung zu lenken. Was natürlich nur daneben gehen kann, wenn man es bei einem Meister dieses Spiels versucht. Denn wenn Putin als eisenharter Despot dargestellt wird, wird er von Männern zwar als Bedrohung wahrgenommen, dafür steigt sein Ansehen bei Frauen (“was für ein Mann, schmelz, schmacht”), versucht man es abgeschwächt, also als harter Führer, steigt sein Ansehen bei beiden Geschlechtern. Und als Witzfigur kann man Putin nun wirklich nicht darstellen, das glaubt niemand. Putin ist nicht Obama, bei dem das (auch aufgrund seines weiblichen Redehabitus) viel leichter geht. (Das “hässliche Entlein” hat er schon kassiert.)
Also ist die Emotionsgeschichte bei Putin ein klarer Rohrkrepierer (was der auch weiß, deshalb inszeniert der sich ja auch so). Was die deutsche Journallie aber nicht merkt, weil, außer Emotionen können die nichts mehr (oder selten mal). Ist auch nicht verwunderlich: Sich mit Fakten zu beschäftigen, setzt analytische Fähigkeiten voraus und die stehen in der (In-)Kompentenzliste der Schule seit langem ganz weit unten. Und da Leute, die es geschaft haben, die gesamte Liste durchzuarbeiten mit Sicherheit nicht Journalisten werden…

@ rleo

> Wer nicht dem PC Konsens entspricht, ist: “unbehandelte dunkle Materie» .

Klingt doch so schön wissenschaftlich. “Dunkle Materie”, keiner weis, was das wirklich ist, man weiß nur, dass sie da ist. Was für ein Ausdruck für: “Hat eine andere Meinung als wir und kann die auch noch begründen.” Warum haben die eigentlich nicht den Begriff des “Schwarzen Loches” verwand? Klingt doch noch unheimlicher. Oder ist das vielleich zu rassistisch?

> So, so, d.h. man wird demnächst ‘behandelt’, wenn man anderer, ‘dunkler’ Meinung ist.

Natürlich, man wird dich schon erhellen. Notfalls hilft die AntiFa bestimmt gerne und greift auf alte, traditionelle Erhellungmethoden zurück. Glaub mir, die wollen nur dein Bestes. (Ok, dein Zweitbestes, weil dein Bestes holen sie sich ja schon vorher.)

Beste Grüße,

Euer Dirk


JochenH
20.2.2015 10:23
Kommentarlink

Die Züricher Zeitung trifft es ganz gut. Es gibt keine öffentlichen KOnflikte mehr, auch keine Figuren wie Strauß oder Wehner. Alles verengt sich auf eine Sichtweise, die als Leitstern die vorhandene linke Ideologie hat. Wer daraus ausbricht, hat mit gravierenden Sanktionen zu rechnen.

Jahrelang ging das gut und hat nur zu immer mehr Desinteresse der Bürger geführt. Nun aber ändert sich das Ganze, denn die praktizierte Politik hat vielen Menschen gravierende Nachteile gebracht. In Südeuropa herrscht Perspektivelosigkeit und dort will man alles, nur nicht mehr das, was jetzt ist.

Wir selber legen uns Denkverbote auf, die uns langsam einholen. Derzeit fluten wir uns mit Flüchtlingen, die nach langwieriegen Verfahren zwar meist abgewiesen werden, aber dennoch geduldet werden. 600.000 Illegale sollen es schon sein in Deutschland. Zahl drastisch steigend.

Wir haben kein Konzept für Zuwanderung, keine Vision für das Land, kein Ziel, für das es sich zu leben und zu arbeiten lohnt. Das ist in ganz Europa so.

Dazu führt die Armut in vielen Ländern wieder zu Krieg, womit wir auch nicht umgehen können. Hier mal unterstützen, dort bombardieren, hier Waffen liefern, dort Flüchtlinge aufnehmen.

Focus hat gestern berichet, dass die ISIS uns 500.000 Flüchtlinge auf Schiffen rübersenden will, darunter viele Traumatisierte und potentielle Gewalttäter. Da das Thema tabu ist, lassen wir uns das gefallen. Ich habe auch keine Lösung, aber selbst die Nennung des Themas geht nicht mehr.

Zurück zu den Zeitungen: die schreiben weiter ihren Kleinkram, ob Tsipras nun wieder nach Brüssel reist, oder Draghi ein paar Milliarden druckt, halt das Übliche. Glauben tun sie selber nicht mehr daran, dass ihr Geschreibsel Sinn macht.


Martin
20.2.2015 10:55
Kommentarlink

Die FDP hat auch ständig was erzählt von “Wir haben verstanden”. Dann wurde ein bisschen Rhetorik gemacht und weiter gemacht wie bisher. Und dann waren sie nicht mehr im Deutschen Bundestag und in den meisten Landesparlamenten.

In Hamburg hat es wieder geklappt.
Für die Zeitungen heißt das: Nicht nur Rhetorik sondern auch das Corporate Design ändern. Dann paar quoten Frauen mit nackten Bein in die erste Reihe und alles wird wieder gut.
Mal von den anderen lernen ist echt total out, heutzutage.


Maesi
20.2.2015 11:26
Kommentarlink

@derdiebuchstabenzählt
‘Ich lese eigentlich lieber die Kommentare, als die jeweiligen Artikel dort. Es werden zB bei Gender und Feminismusthemen in den Kommentaren immer Fakten gebracht, zB zum Gender Pay Gap, die die Behauptungen der Artikel wiederlegen.’

Mir geht es genauso. Je stärker die durch den Artikel vermittelte Propaganda, desto fundierter sind meistens die Kommentare der Leser.

Ich habe selbst bei einer der grössten Schweizer Tageszeitungen schon erlebt, wie resistent diese medial betriebene Propaganda gegenüber fundierter Kritik ist. Es ging seinerzeit um den den sogenannten Gender Gap Report des World Economic Forums (WEF). Wie üblich wurden völlig unkritisch die Ergebnisse dieses Reports in einem Artikel zitiert und als Wahrheit hingestellt. Schon eine kurze Recherche ergibt jedoch, dass dieser Report schlichtweg sexistisch und wahrheitsverzerrend ist; sogar das feministisch versiffte Wikipedia erwähnt diesen Umstand.

Neben anderen Kommentatoren habe auch ich einen entsprechenden Kommentar zu jenem Artikel geschrieben und die dem WEF-Report zugrundeliegende sexistisch-wahrheitsverzerrende Methodik anschaulich dargelegt. Ein paar Tage später kam ein anderer Artikel, der wieder dieselben Propagandalügen dieses Reports kolportierte. Meines Erachtens sind geschätzte 80 Prozent der Journalisten vollständig und unbefristet merkbefreit – das gilt nicht nur für Geschlechterthemen, aber in Bezug auf diese ist die Borniertheit der Medienschaffenden besonders stark entwickelt.

@Thomas
Vielen Dank für Deinen klugen Kommentar. Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen.

Immerhin gibt es innerhalb der Printmedien gelegentlich auch kritische Geister, die sich in ihnen artikulieren können. Es gibt auch Nischenblätter, die durchaus fundiert berichten, wenngleich meist eng beschränkt auf einen bestimmten Themenbereich. Beim Rundfunk jedoch (insbesondere bei den sogenannt seriösen öffentlich-rechtlichen Sendern) ist es IMHO noch weitaus schlimmer. Ich bin soweit und glaube den mit Zwangsgebühren finanzierten Medien gar nichts mehr, ohne es mit Nachrichen von alternativen Medien überprüft zu haben.

Der Begriff ‘Lügenpresse’ mag in seiner Pauschalität übertrieben sein, im Kern aber trifft er leider viel zu oft zu. Insgeheim mag das sogar vielen Medienschaffenden klar sein, denn sonst hätten sie nicht so empfindlich darauf reagiert, als PEGIDA-Demonstranten ‘Lügenpresse, halt die Fresse!’ skandierten.


JochenH
20.2.2015 11:37
Kommentarlink

Der Spruch mit der Wandlung von Medienverdrossenheit zu Medienverachtung ist hervorragend! Mir ist das erst heute bewusst geworden, wie sehr das stimmt.

Ich hatte immer verdrossen die Leitartikel der Medien überflogen und war frustriert über den mangelhaften Informationsgehalt. Das ist inzwichen auch so bei FAZ oder Zeit. Die sind niveaumäßig abgerutscht, aber aufgeblasen und arrogant.

Das ist inzwischen einer Verachtung gewichen, da selbst offensichtliche Wahrheiten und Zusammenhänge entweder nicht erkannt oder verschwiegen oder geleugnet werden.

Der Fall “Pegida” hat das schonnungslos aufgedeckt wie zuvor nur der Fall “Sarrazin”. Beides Mal wurden die Hintergründe nie beleuchtet, sondern nur die Botschafter diffamiert, verleugnet, an den Pranger gestellt.


EinInformatiker
20.2.2015 13:42
Kommentarlink

@Thomas

Der Kommentar ist zu 100% zu unterstreichen. Ich will das nur psychologistisch noch etwas weiter treiben.
Die NZZ muß nicht unbedingt “irgendwas auf den Leim gegangen sein”. Es ist eher wahrscheinlich, dass auch das Problembewußtsein der NZZ- Redakteure nicht ausreicht, um Scheinaktionen bei den Kollegen zu erkennen. Oder dass sie halt als Kritiker nicht die Grenze des Anstands überschreiten können um die Dinge beim Namen zu nennen (als Schein zu entlarven, das verletzt das bürgerliche Anstands-Credo, das kann man eben nur als Pirincci brechen). Letzteres ist bei aller Kritik anzutreffen die öffentlich geäußert wird. Die Kritik geht nie bis zum Klartext.


Bernd Kraut
20.2.2015 14:07
Kommentarlink

Chefredakteuer vom Dienst
20.2.2015 15:12
Kommentarlink

Wo bei der Zeit der Hammer hängt zeigt doch die Reaktion des angepissten Joffes, nach dem anstalts-Vorfall.

Nur weil mal ein kritisches Artikelchen gut versteckt on der Onlineausgabe der Zeit zu finden ist, haben die sich noch lange nicht 180° gedreht. Solche Alibiartikel gab es doch schon immer, zu allen Themen, damit man ‘ausgewogen’ erscheint.

Lügenpresse bleibt Lügenpresse.


Werner
20.2.2015 15:31
Kommentarlink

@Ulf J. Froitzheim: hab’s mal gegoogelt:

Matthaeus 7:2-5:

2Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden. 3Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge? 4Oder wie darfst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge? Du Heuchler, zieh am ersten den Balken aus deinem Auge; darnach siehe zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!

Lukas 6:42
Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuvor den Balken aus deinem Auge und siehe dann zu, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest!

Roemer 2:1
Darum, o Mensch, kannst du dich nicht entschuldigen, wer du auch bist, der da richtet. Denn worin du einen andern richtest, verdammst du dich selbst; sintemal du eben dasselbe tust, was du richtest.

Schlecht ist sie nicht, die Bibel…


Roland K.
20.2.2015 15:47
Kommentarlink

Ulf J. Froitzheim:
etwa so:http://de.rbth.com/politik/2015/02/18/russische_soldaten_verweigern_einsatz_in_der_ukraine_32865.html
Die Seite wird vom Staatssender betrieben, also keine Opposition oder Kritik?

@Thomas: Danke für den Beitrag!


Gedöns
20.2.2015 16:23
Kommentarlink

Was mir persönlich jetzt noch fehlt: täglich mehrmals und wohin ich auch schaue den Begriff „Medienphobie“ lesen zu dürfen …
(Ist doch ein supi Tip – nicht wahr …)


Florian Hohenwarter
20.2.2015 16:56
Kommentarlink

Ein gutes Interview zum Thema Innere Pressefreiheit des ehemaligen Spiegel-Journalisten Harald Schumann:

https://www.youtube.com/watch?v=d1ntkEbQraU



JochenH
20.2.2015 18:30
Kommentarlink

@Bernd: “Hass der Antifeministen” gibt es einfach nicht. Es gibt Leute, die die Fems immer gern spaßeshalber hochnehmen, teilweise auch gut gemeinte, höfliche Kritik. Darauf wird NIE eingegangen. Wenn dann von 500 Kommentaren ein richtig blöder dabei ist, dann wird NUR DER kommentiert.


Marcus Junge
20.2.2015 19:07
Kommentarlink

anonKlaus
20.2.2015 19:23
Kommentarlink

Die Konzerne sind in der Zwickmühle:
Auf der einen Seite wollen sie nicht, dass über sie und über ihre Machenschaften berichtet wird. Nur PC-blabla wird mit Anzeigen belohnt.
Auf der anderen Seite wollen sie nicht die Deutungshochheit verlieren und möglichst viele Konsumenten für ihre Anzeigen haben.

Der Modus Operandi darf nicht angefasst werden, also werden die Ursachen mit PR-Propaganda zugekleistert:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/dax-konzerne-starten-initiative-gegen-manipulation-von-medien-a-1019662.html

“Kodex”
http://www.manager-magazin.de/compliance-kodex

> wann gehen die endlich pleite?

Holzbrink gehört, wie Springer, Bertelsmann, Burda usw. zur Bilderberger Gatekeeper-Presse. Wenn ein Unternehmen so nah dran ist am “Puls der Zeit”, geht er nicht einfach pleite.


Gedöns
20.2.2015 19:33
Kommentarlink

Es ist doch ganz einfach so: eine ganze Epoche, die „Postmoderne“, ist jämmerlich gescheitert, weil sie es mit ihren Konstrukten (die jeweils als Wahrheiten postuliert wurden, die nicht kritisiert werden dürfen) heillos übertrieben hat: der €, Genderismus/ Frühsexualisierung, Feminismus, Multikulti, … Manchmal kann man die Medien nur noch bedauern, deren einziges Problem es wohl ist, sich wie die vermutete Klientel zwanghaft am Gescheiterten festzuklammern, was nur noch mit immer neueren Konstrukten und so nur scheinbar möglich ist, weil es notwendigerweise immer absurder wird.
Hmm, die Philosophie im Allgemeinen und die Psychologie im Besonderen (irrationales Gedankenabläufe des einzelnen Individuums) müssten da doch eigentlich am Besten Bescheid wissen?! Falls nicht, wird es dann eben mehr und mehr ein Fall für die Psychiatrie …


Frank
20.2.2015 19:38
Kommentarlink

Die haben doch garkeine Wahl als stur weiter die Propaganda durchzuziehen.
Bei allen mit pc Denktabus belegten Themen liegen die besseren Argumente auf der Gegenseite -ein Land mit guten Argumenten gezielt an die Wand zu fahren schließt sich nämlich von selbst aus.
Also wird sich da nichts ändern.
Ebenso lächerlich ist ja( bei erkennen der eigenen Unfähigkeit zu ÜBERZEUGEN) nun ausgerechnet die russische SuperPropaganda für Putin Sympathiewerte verantwortlich zu machen!
Sind die wirklich so gut (und wer bitte informiert sich in Deutschland mit RT oder russischer Presse???) oder liegts eher an den Fakten?!


Hosea
20.2.2015 21:04
Kommentarlink

Sämtliche Abos im Printbereich habe ich schon seit Jahren gekündigt.

Nur leider gibt es die Zwangsgebühren für ÖR, denen ist es egal, was der Zuschauer denkt. Und die Leute, die nicht soviel im Internet unterwegs sind, haben ein komplett anderes Weltbild.

Ich befürchte nur, die GEZ kommt demnächst auch für die Qualitätspresse, so eine Orwellsche Formulierung wie ‘Demokratieabgabe’ liegt in der Luft, denn bekanntlich kann eine Demokratie nicht ohne Qualitätsmedien funktionieren..


Hase
20.2.2015 22:08
Kommentarlink

Ich denke mal, dass sich von denen keiner ernst mehr nimmt. Wenn sie sich selbst spüren sollten, würden sie Beispielhaft vorangehen. Davon sehe ich jedoch weit und breit nichts. Steinmeier mit Kinderwagen. Das wär ja was.

Es ist viel schlimmer. Sie treten überall in Europa als eine Art Zuhälter (Beschützer) auf.

Wie agiert man in dieser Position. Richtig. Man treibt den Preis. Stichwort Hamsterrrad.

Aber in unseren Breiten weiß man nicht mal wer, wie Politiker veranlagt sind. Also wer mit wem. Unsere Unterrichtsministerin soll ja eine Gespielin gewesen sein und konservative Politiker treffen sich mit sozialistischen Politikern vielleicht im Bett. Näheres weiß man nicht (Yup, deine im Blog vormals angeführte Studie trifft zu – man erkennt recht schnell)

Eigentlich wäre es nicht schlimm, wenn sie denn nicht den Pöbel hinterher schnüffeln würden und Appartheitsgesetze schaffen würden.

Eine freie Gesellschaft wollen die ohnehin nicht. Wegen Nazi und so.

Man verdient ja immerhin gut damit.

Da die Poltik so geil auf mein autogenes Verhalten ist, frage ich mich, wen Steinmeier eigentlich bedient?


Pete
20.2.2015 23:50
Kommentarlink

Ad Hofberichterstattung:
https://netzpolitik.org/2015/bundespressekonferenz-zu-viele-fragen-unerwuenscht/

Oben steht was von “unbehandelter dunkler Materie”. Faengt so deren Behandlung an?


Will Anders
21.2.2015 8:16
Kommentarlink

Nach fast zwanzig Jahren Dauerabo (als “Geschenk” gab es immer Töpfe, Reisekoffer, DVD-Player – alles von guter Qualität) habe ich Anfang der 1990er Jahre Die Zeit gekündigt und seitdem auch nicht mehr in den Händen gahabt. Damals wurde die Redaktion völlig ausgetauscht; fast monatlich haben sie Schmierfinken von der Taz geholt, dafür journalistische Großkaliber entlassen. Da gab es einen rasanten Qualitätsabschwung. Ich konnte meinen Augen nicht trauen, wie schnell es bergab mit der Qualität ging. Danach hat der Verlag bezeichnenderweise noch in einen Top-Designer engagiert, der das Layout aufgepeppt hat. Die Zeit lebt noch vom Image der Dönhoff- und Bucerius-Jahre. Traurig das, und typisch für die deutschen Medien. Ich lese seit Jahren nur noch Blogs, wie den hier.


Hadmut
21.2.2015 10:08
Kommentarlink

@Will:

> Nach fast zwanzig Jahren Dauerabo … habe ich … gekündigt. … Ich lese seit Jahren nur noch Blogs

Sowas höre ich in letzter Zeit häufig.


der eine Andreas
21.2.2015 19:51
Kommentarlink

Gerüchteweise soll sich die PEGIDA durch spezielle Flugdrohnen vor militanten Übergriffen schützen wollen.
Schützenhilfe erhielt sie durch niedersächsische Gen-Labore, die damit indirekt gegen die Anti-Gen-Stimmung durch DIE GRÜNEN protestieren wollen.
Jetzt sind erste Fotos im Netz aufgetaucht:
https://lh4.googleusercontent.com/-V-4ijXw2F9w/U_PXWUdDzTI/AAAAAAAABrE/8xfh4esPe08/s640/blogger-image-587712440.jpg

JAWOLL – NAZI-Drachen!

Kann man heute hier bewundern:
http://www.tvinfo.de/fernsehprogramm/266384354-p-51-dragon-fighter

Ich glaube ja fest daran, dass, wenn man die Geschichte an passender Stelle “leaken” würde, so einige der PEGEDA-Gegner drauf anspringen würden 🙂


Heinz
21.2.2015 21:56
Kommentarlink

@Will naja ein paar IT-Fachzeitschriften und die Lokalzeitung (aus der man auch nur den Lokalteil lesen kann/will) habe ich schon noch im Abo aber ansonsten gehts mir ähnlich wie dir.


CountZero
23.2.2015 15:02
Kommentarlink

@Will Anders:
> habe ich Anfang der 1990er Jahre Die Zeit gekündigt

Bei mir war’s 1995. Da war ein Artikel (als Kommentar gekennzeichnet), in dem festgestellt wurde, dass (1) gymnasiale Mathematik für ‘echte’ MINT-Fächer nicht ausreicht, deswegen (2) die MINTler die von ihnen benötigte Mathematik ja sowieso ‘nochmal lernen’ müßten während (3) niemand außer MINTlern solcherart Mathmatik, die jenseits des 7. Gymnasiummschuljahres gelehrt werde, benötigt (schon gar nicht im täglichen Leben).

Vorschlag: Mathematik nach dem 7. Schuljahr gar nicht mehr an Schulen unterrichten. (sic!)

Interessanterweise gilt das ja für sämtliche Schulfächer, nicht nur für Mathematik… oder muß von Euch jemand Schilderungen schreiben, Gedichte interpretieren oder benötigt Kenntnis des Brenztraubensäurezyklus?

Die Schmierfinkin hat ganz einfach den Unterschied zwischen Bildung und Ausbildung nicht verstanden. Ich habe noch am gleichen Tag mein Abonnement gekündigt… frage mich, ob die Gräfin den Artikel zu sehen bekommen hat.