Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die europäische Informationstechnologie sei nicht mehr konkurrenzfähig…

Hadmut
20.1.2015 23:44

sagt der Oettinger. Guck mal an.

Erstaunlich. Soweit hätt ich dem das jetzt gar nicht zugetraut. Denn ich sehe das in vielen Bereichen ähnlich.

Und das wird nicht besser. Es wird schlechter: Das Niveau von Absolventen sinkt, und wir sinken auch allgemein immer mehr von Programmierern zu Konfigurierern und Einsetzern fremder Software. Wir haben Heere von „Webseitenprogrammierern“, aber viele Webseiten sind ohne fremde, amerikanische Javascript-Bibliotheken nicht mal mehr anzeigefähig. Fast alle IT-Geräte, die ich mir in letzter Zeit gekauft habe und die mir gut erschienen, waren „Made in China“ – und zwar auch deren Software, wenn Software dazugehörte.

Bemerkenswert, wo doch unsere Politik ständig herunterbetet, wie wichtig und wertvoll Informatik bzw. die MINT-Fächer wären. Tatsächlich aber werden wir zur digitalen Kolonie, reduzieren uns auf einen Absatzmarkt. Diverse Informatikstudenten haben mir hier schon über ihren Frust berichtet: Miserable Vorlesungen, wenn sie überhaupt noch stattfinden. Von Leuten gehalten, die nicht wissen, was sie reden. Quoten-Lehrstühle, die fast alle Vorlesungen des Studienplans dem Namen nach anbieten, aber immer das Gleiche erzählen: Nämlich nicht Informatik, sondern Sozio-Gequatsche. Leute, die daran zweifeln, dass das Studium sie berufstauglich macht.

Und dann das leere Gerede der Politik, die durch ständige Qualitätszersetzung dafür sorgt, dass es zwar mehr Abschlüsse gibt, die aber immer weniger bedeuten und beinhalten.

Also zumindest in der Symptomatik und der Diagnose sehe ich das ähnlich: Das holen wir nicht mehr auf.

Um das zu ändern, hätten wir in den 80er und spätenstens den 90er Jahren zuschlagen müssen. Nur: Da herrschte die völlige Arroganz und Ignoranz. Da hat das außerhalb der Universitäten überhaupt niemanden interessiert.

Und – ich hatte es ja in Adele schon beschrieben – ich war damals in einer Forschungsgruppe, wo wir wirklich viele und gute Ideen hatten, aus denen andere Milliardenunternehmen machten. Wurde an der Uni alles verboten und kaputtgeschlagen. Weil’s zu praktisch und nicht formelmäßig-wissenschaftlich aussah. Oder weil’s nicht unmittelbar in die Geldbeutel der Professoren floss. Oder aus schierer Dummheit und Arroganz.

Ich kann mich noch gut dran erinnern, wie der Professor, bei dem ich war, eine Idee und Entwicklung nach der anderen abgewürgt und erschlagen hat.

Informationen auf den Webserver packen? Geht ja gar nicht, da hätte man ja keine Kontrolle. Muss im Sekretariat beantragt und nach Gnadenerweis auf Papier verschickt werden.

E-Mail? Geht gar nicht. Der Prof wollte – ausdrücklich und erklärtermaßen – in die Geschichte eingehen als erster und visionärer Professor, der E-Mail wieder abschafft, weil die Bedienung zu kompliziert war. Echte Wissenschaftler kritzeln auf Papier, lassen das an der Hotelrezeption ins Institut faxen, von der Sekretärin schön schreiben und als Brief verschicken.

Verschlüsselte Telefonie? Tolle Sache, aber doch nicht digital. Kein ernstlicher Wissenschaftler würde digital arbeiten, so der Prof. Analog-Signale scrambeln, das wäre der einzige geduldete Weg, weil nur so die Fourier-Transformation angemessene Würdigung erfahre.

Ich kann mich auch noch gut an die ersten Jahre von IPng, später dann IPv6 erinnern. Da haben sich die Deutschen komplett rausgehalten. Hat keinen interessiert, galt als wertlos. Erst als es dann fertig war, hat man sich beklagt, dass es unseren Datenschutz-Vorstellungen nicht genügt, rumgemault, IPv6-Einführungsworkshops abgehalten. Reduktion auf die Rolle des quengelnden unzufriedenen Konsumenten, dem man es nicht recht machen kann.

Und so weiter. Damals wurden Dummheit und Korruption gesät. Heute haben wir die Ernte.

43 Kommentare (RSS-Feed)

HansG
21.1.2015 2:27
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Da haben sich die Deutschen komplett rausgehalten.

Das ist doch immer noch so. Nach meinen Informationen bietet die Telekom als Deutschlands größter Anbieter zwar einigen Kunden IPv6 optional an, aber nicht flächendeckend für alle Kunden. Ich traue dem Laden durchaus zu, IPv4-NAT als kostenpflichtigen Service anzubieten wenn die Adressen tatsächlich knapp werden. Mehr Datenschutz für nur 2,99€ extra pro Monat. Für nur 3,99€ inklusive IPv6 Proxy-Bridge…

Da wird vermutlich erst was passieren wenn wichtige lukrative Teile des Internets nicht mehr erreichbar sind.


Mike
21.1.2015 5:01
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Das Niveau sinkt und sinkt. Ich selber habe ja an einer US Privatuni promoviert. In Deutschland wollen manche Leute den Doktortitel schon fuer die Beschreibung des Stands der Technik haben **GGG**


Der ÖÖöööööttinger!
Typischer Fall von Chef ohne Ahnung. Der brauchte nur einen warmen Posten und quatscht nach, was man ihm eingeblasen hat. Der hat doch keinen Dunst von der Materie. Wie soll der dann was reißen? Der kann ja nichtmal Glitzerfolie…

Liest Du auch die Kommentare? Die Anzahl der Artikel, bei denen die Kommentare wertvoller sind als die Artikel steigt in den letzten Jahren langsam aber stetig. Das könnte der Oettinger auch mal bemeckern.
Beispielsweise:
http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Nein-Herr-Oettinger-Europa-hat-Potential/forum-290991/msg-26374581/read/
http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Mit-anderen-Worten-Google-soll-fuer-Versaeumnisse-anderer-zahlen/forum-290991/msg-26373248/read/
http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Ein-Preis-fuers-Schnueffeln-von-Opi-Oettinger/forum-290991/msg-26373192/read/
http://www.heise.de/newsticker/foren/S-In-Deutschland-hat-man-Google-News-schon-gestoppt-als-das-noch-von-fefe-war/forum-290991/msg-26373512/read/
http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Mir-kommen-die-Traenen-Ehrlich/forum-290991/msg-26373964/read/

Wenn man was schaffen will muß man nicht Papa Staat anjammern, damit der einem Geld in den Arsch pumpt. Man muß aber auf Freiheit pochen, denn dieser Wald an unfähigen Kommissaren macht das unmöglich. Wir brauchen weniger Gesetze, nicht mehr. Entwicklung kann man nicht lenken. Solche Gestalten wie der Oettinger können keine Taschenuhr reparieren und maßen sich an, eine komplexe Gesellschaft verbessern zu können. Noch einer zu Hause? Die Ergebnisse sehen wir doch! Wir sollen zuhause schreiben. Sowas kommt dabei heraus. Wir züchten unnütze Scheißer!

Auf google sind die nur sauer, weil die nicht zensiert wie sie gern möchten. Dann sollen sie doch FragFin als Bundessuchmaschine nehmen.

“ein digitaler Binnenmarkt in der EU müsse her”
Das gesehen? Grenzen dicht? Noch einer zu Hause?

Entwicklung gibt es nur in Freiheit. Das Meckern über mangelnde Entwicklungsergebnisse ist ein Meckern über zu wenig Freiheit. Der Kommissar meckert also über zu viele Kommissare. Wie hieß das? Kommunisten und Kommissare vortreten?
Fachkräfte am Werk.

Gefühl für die Technik kann man nicht lehren, das kann man nur durch Basteln erwerben. Praxis kann man nur durch Praxis ersetzen. Daran ändert auch “auf Lehramt” nix. Da wird auf Schalke mehr Gefühl vermittelt.

Carsten

http://www.toonpool.com/user/3153/files/pizza_1261095.jpg


Hadmut
21.1.2015 20:54
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@Carsten Thumulla:

Ich geb Dir da in allem Recht. Ich stimme Dir zu. Du siehst das richtig.

Nur: Es ändert nichts am Zustand und der Aussage. Ich sehe in Deutschland keinen, der es mit Google aufnehmen würde.


Sten Berg
21.1.2015 8:18
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Lohnt sich Informatik studieren überhaupt noch? Das einzige was ich als sehe, dass unsere Arbeit nach Südostasien exportiert wird. Wenn nicht von den Konzernen selbst, dann vom Informatiker selbst.


Hadmut
21.1.2015 20:55
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@Sten Berg:

> Lohnt sich Informatik studieren überhaupt noch?

Welche Berufsausbildung wäre die bessere Wahl?

Ich sag’s mal so: Unter allen Leuten, die ich kenne und denen ich begegne, sind Informatiker, Ärzte und Juristen die, unter denen die meisten das machen, was sie studiert haben.


Emil
21.1.2015 9:12
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Betreffend Öttinger:

Neben dem EU-einheitlichen Datenschutz habe eine Vereinheitlichung des Copyrights oberste Priorität. Im September werde er dazu einen Entwurf vorlegen. “Ohne Copyright kann es keinen Wettbewerb, kann es keine offenen Felder für Investoren geben, die in die kontinentale Infrastruktur investieren.”

Eben weil Europa in der Informationstechnologie den Anschluss verpasst habe, sei die Anstrengung, ein europäisches Gegenstück zu Google zu entwickeln, vergebliche Liebesmüh. Vielmehr müsse es jetzt darum gehen, Google dazu zu bringen, Regeln für “unsere europäischen geistigen Produkte” zu akzeptieren und der EU entsprechende Angebote zu machen. Bislang sein Google nicht kompromissbereit genug, aber das historische Beispiel von Googles Monopol-Vorläufer Microsoft habe gezeigt, das sich die EU durchsetzen kann.

Öttinger geht es also nicht um fortschrittliche Informationstechnik, sondern darum, wie die europäischen Medienkonzerne die Verbraucher und die amerikanischen Platzhirsche besser abzocken können.


rleo
21.1.2015 9:13
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So schlimm scheint es nicht zu sein.

wenn es um Datensammelwut geht, ist DE doch nicht schlecht aufgestellt.
Zitat aus dem Heisetext:
“”Innovator of the Year” ging an Kreditech, das 75 Millionen Euro Wagniskapital einsammeln konnte.”

Wo wir sind, ist vorn.


Fred
21.1.2015 9:24
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@ Mike

Ihr Niveau ist schon am Tiefpunkt. Lassen Sie mich raten: Sie haben Probleme mit Frauen, masturbieren ständig und haben deshalb Minderwertigkeitskomplexe.


Jim
21.1.2015 9:31
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Ich darf, um die Diskussion zu beleben, aber auch noch ein paar andere Gründe nennen, warum die IT in den USA entwickelt wird und nicht in Deutschland:
– Es wurden schon Milliarden, wenn nicht Billionen an Investoren Geldern (leider auch aus Deutschland) in IT Startups verbrannt. Ein Nebeneffekt davon sind auch viele Innovationen und eine allgemeine Belebung des IT Marktes (Nachfrage von Dienstleistungen und Programmierern). Wirtschaftlich gerechnet hat sich das aber bis jetzt fast nie.
– Die amerikanische IT profitiert von den vielen Milliarden Dollar an Forschungs- und Kundengeldern aus dem Verteidigungshaushalt
– Die amerikanischen Spitzen-Unis sind durch hohe Studiengebühren finanziell gut ausgestattet. Auch das wird sich in Zukunft aber wahrscheinlich als Fehlinvestition erweisen, Stichwort “student dept crisis”.
– Es gibt wegen der Bevölkerungsgröße, der ungünstigen Demographie und dem Fehlen qualifizierter Einwanderer in Deutschland eben nicht so viele Studenten der Informatik wie in den USA.
– Wer in Deutschland Technik affin und gut ist, studiert oft lieber Maschinenbau oder E-Technik, um dann bei einem Autohersteller o. ä. zu arbeiten.


euchrid eucrow
21.1.2015 10:21
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dafür, das du angekündigt hast, weniger bloggen zu wollen, hast du im neuen jahr schon einige kracher abgelassen. dabei ist der erste monat noch nicht einmal um. hab vielen dank dafür.


Hadmut
21.1.2015 21:12
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> dafür, das du angekündigt hast, weniger bloggen zu wollen, hast du im neuen jahr schon einige kracher abgelassen

😀


vortex
21.1.2015 10:36
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“Bemerkenswert, wo doch unsere Politik ständig herunterbetet, wie wichtig und wertvoll Informatik bzw. die MINT-Fächer wären.”

Ich denke du hast die da falsch verstanden. Es müsste heißen;

“Bemerkenswert, wo doch unsere Politik ständig herunterbetet, wie wichtig und wertvoll Gender/Soziologie in der Informatik bzw. den MINT-Fächer wäre.”

Und jetzt löst sich er Widerspruch in Missfallen auf.


Hadmut
21.1.2015 21:13
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> Und jetzt löst sich er Widerspruch in Missfallen auf.

Den Spruch muss ich mir merken.


magiccap
21.1.2015 10:59
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Ich koennte lange Geschichten aus meiner Zeit als “Assi” an einer deutschen Informatik-Fakultaet erzaehlen. Aber lassen wir das. Hadmut macht das besser.

Und heute plagen mich ohnehin andere Probleme: Versucht mal in Deutschlanf ein innovatives IT-Produkt aus der Erde zu stampfen. Am besten mit eigener Hardware in eigenem Gehaeuse.

Das ist nahezu unmoeglich geworden, weil alles, aber auch wirklich alles aus Asien oder im besten Fall noch aus den USA kommt. Touchsensoren, Touchcontroller, Prozessorboards, Microcontroller, … Wenn man mit 100.000-Auflage plant alles herzubekommen. Ist die erste Charge nur wenige hundert Stueck gross: Vergiss es. Die Hersteller interessiert es nicht, Distributoren gibt es oft garnicht und wenn schieben die auch nurnoch 1000er Lose durch. Und lokale Hersteller bei denen man bei Problemen mal schnell vorbeifahren kann? Haha! Das ist bedonders tragisch, wenn man Sicherheitsaspekte und Resilience im Fokus hat.

Wie will ich kritische Infrastruktur bauen, wenn in allen Komponenten die kritischen Bauteile aus Fernost kommen und die Versorgung mit Ersatzteilen als erstes wegbricht, wenn es mal etwas kriselt. Was genau der Zeitpunkt waere, zu dem ich meine kritische Infrastruktur wirklich brauchen wuerde.

Der auslaendische technologische Sockel auf den wir hier in Deutschland mit unserer eigene Produktion und Wertschoepfung aufsetzen ist inzwischen so hoch, dass wir direkt ins Mittelalter zurueckfallen, wenn der Nachschub mal versagt. Nach dem letzten Krieg konnten ein paar Handwerker mit ihrem Werkzeug unsere Industrie und Landwirtschaft wieder in Gang bringen. Etwas ueberspitzt: Heute wuerden wir innhalb kuerzester Zeit verhungern, denn alle Traktoren wuerden dauerhaft stillstehen, wenn der Nachschub an Microcontrollern blockiert waere — und kein Mechaniker der Welt koennte sie wieder in Gang setzten. Es waere der direkte Fall zurueck zu “Pfluegen mit Pferden”. Frustrierendes Scenario — das leider garnicht so unwahrscheinlich ist. Da ich nicht sehe, dass die Abhaengigkeiten weniger werden und ueber die Zeit sicher mit der einen oder anderen schweren internationale Krise zu rechnen ist, ist es eher eine Frage nach dem “wann” als nach dem “ob”.


Joe
21.1.2015 12:49
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europäische Informationstechnologie nicht mehr konkurrenzfähig

Das ist aber auch so gewollt. Bevor sich irgendwas ändern kann, müssen erstmal die für fremde Herren arbeitenden Transatlantiker überall entfernt werden (vgl. Entnazifizierung).

Man braucht sich nur ansehen, wie europäische Erfindung Linux Schritt für Schritt amerikanisiert wurde. Inzwischen ist sogar der Erfinder US-Bürger.


Heinz
21.1.2015 13:10
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Off-Topic

Hat schon jemand auf dieses preiswerte E-Book hingewiesen?

http://www.amazon.de/Ist-Feminismus-noch-retten-Deutschland-ebook/dp/B00RQU0T4O/ref=cm_cr-mr-title

Es liest sich eher wie ein sehr langer, amüsanter Blog-Artikel über die aktuellen feministischen Auswüchse, wovon die meisten vieles wissen werden. Als Zusammenfassung ist der Text aber gut, und auch ich (der ich eigentlich die meisten relevanten Blogs in meinem Feed-Reader habe) habe neues erfahren. Großer Lesetip!


Fry
21.1.2015 14:04
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Das Niveau mag sinken, aber in MINT ist das Problem lange nicht so groß wie in den Geisteswissenschaften oder Heilkünsten.


Eure Murksel
21.1.2015 14:26
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Hochschulen eine Brutstätte von Eitelkeiten und Wichtigtuerei.
Allerdings um kommende Generationen zu verblöden, brauch man Geburten.
Anstatt die Deutschen zu animieren wieder mehr Kinder zu machen, hol man sich Fachkräfte herein, die mehr kosten als einzahlen:
http://michael-mannheimer.net/2015/01/20/verschwiegene-auslaenderstudie-keine-einwanderung-ist-fuer-deutschland-ein-gewinn/

Cheers


maSu
21.1.2015 14:39
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Ich habe Informationstechnik studiert, für jene, die damit nichts anzufangen wissen: Ein Mix aus Elektrotechnik und Informatik, ich habe den Schwerpunkt bei Informatik gelegt bzw. wollte das.
Bei uns an der Fakultät standen so viele tolle Fächer zur Auswahl, ich war begeistert. Als ich das Fach dann wählen wollte: “oh, der Herr professor XY ist bereits in Rente, das Fach wird nicht mehr angeboten.” Bei anderen Fächern war es ähnlich: In Rente, in Rente, Fakultät gewechselt, in die Wirtschaft gegangen und so weiter.

Ich musste schlussendlich BWL als Hauptfach mit in mein Studium integrieren um ein reguläres Fach mit Bezug auf ET/IT zu ersetzen, sonst hätte ich nicht genug Fächer absolviert und wäre für meine Diplomarbeit nicht zugelassen worden. Und ich hatte Glück: ein Professor, der bereits seit 1 Jahr in Rente war, bot noch 2 Mal sein Hauptfach an, nur so bekam ich meine Scheine zusammen.

Über die Qualität mancher Vorlesungen brauchen wir da gar nicht reden. Vergilbte Folien auf einem Overheadprojektor, vorgelesen durch einen Professor mit ermüdent langsamer aber dafür umso feuchterer Aussprache. Furchtbar.

Aber wir hatten auch sehr gute Fächer. Angewandte Mathematik (bzw. Mathe 2) wurde von einem extrem engagierten Professor unterrichtet, der es schaffte, dass fast alle Studenten jede Vorlesung hören WOLLTEN. Aber dieser Professor war eine seltene Ausnahme.

Meist ging es bei mir im Studium darum, die Vorlesungen zu meiden, weil sie eh nichts brachten. Stattdessen besorgte man sich Materialien aus dem Internet. Vorlesungsmaterial anderer Professoren, Wikipedia, Internetforen (um sich div. Programmiersprachen beizubringen ideal!) und so weiter waren meine Quellen.
Und dann kam ich alle paar Monate zu einer Klausur. Sonst gab es nur wenige Pflichttermine.

Ich bin nicht total enttäuscht, was an den wenigen guten Professoren lag, aber im Endeffekt hätte das anders laufen müssen.


Fry
21.1.2015 17:43
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Hadmut, ich glaube bei Oettinger geht es zwischen den Zeilen um was anderes als um die MINT-Bildung.

Oettinger sagt, Europa würde keine Google-Alternative hinkriegen. Da mache ich ein großes Fragezeichen dran. Wenn es uns etwas wert wäre (und das sollte es), würde die ein oder andere Milliarde Wunder wirken. (aber wir filzen ja lieber rum bei BER, S21 usw. als sinnvoll Ausgaben zu tätigen).

Worum es m.E. wirklich geht: die sogenannten “Transatlantiker” unter unseren Politikern, die den USA so tief im Hintern stecken, wollen uns hier verkaufen, wir könnten unsere Daten gar nicht vor der NSA-Überwachungsmaschine schützen, denn Google ist überall und alternativlos. Dabei sind es in Wirklichkeit unsere Regierungen, die unsere Daten nur zu gerne weiterreichen, und noch lieber noch viel mehr.

Randbemerkung zu deinem Text: die Bildung in D mag den Bach runtergehen, aber ich hatte erst kürzlich wieder das Vergnügen, mit mittelständischen normalen Menschen in USA über ein Thema der Allgemeinbildung zu diskutieren – hier die Erdgeschichte und Fossilien wie Dinosaurierknochen. Völlige Fehlanzeige bei deren Bildung. Da fühle ich mich als Europäer doch gleich besser.

VG, Fry


Hadmut
21.1.2015 21:38
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@Fry:

> mit mittelständischen normalen Menschen in USA über ein Thema der Allgemeinbildung zu diskutieren – hier die Erdgeschichte und Fossilien wie Dinosaurierknochen. Völlige Fehlanzeige bei deren Bildung.

Kann ich nicht bestätigen. Mir sind in den USA (zugegebenermaßen fanden einige der Gespräche an Elite-Universitäten bzw. Santa Barbara statt) und auf Reisen sehr hoch gebildete Amerikaner begegnet, die sogar – entgegen des Klischees – ziemlich viele Fremdsprachen drauf hatten. Mich hat in den USA auch immer wieder verblüfft, wieviele Leute Deutsch verstehen oder einen sogar auf Deutsch ansprechen.

Einzuräumen ist zwar, dass einer dieser Leute ein Lehrer war und mir selbst sagte, dass Amerikaner häufig zwei ein breites, aber nur seichtes Allgemeinwissen hätte, es da aber auch eine zwar kleine, aber sehr hoch gebildete Schicht gäbe, die zwar eine geistige Elite darstellt, aber keineswegs auf eine finanzielle Elite beschränkt ist.

Da sind sie uns auf jeden Fall voraus.

Bei uns rekrutiert sich die Elite nicht aus den gebildeten Leuten.


der Ralf
21.1.2015 17:45
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@Mike: Das ist zumindest in den Ingenieurwissenschaften mitnichten so. Die Dissertationen, die ich kenne (einschließlich meiner 😉 ), haben schon alle irgendwie Substanz. Gut, es wird da auch viel beschönigt und funktioniert zuweilen nicht ganz so reibungslos wie beschrieben. Aber irgend eine Idee ist immer dabei.

Das Problem ist hier mehr, dass diese Substanz so gut wie nie einen Weg in die Praxis bzw. in die unternehmerische Verwertung findet.

Das zweite Problem ist wie Hadmut anklingen lässt: Oft ist dem betreuenden Professor die Sache nicht wissenschaftlich genug, so dass aus praktisch hervorragenden Ideen in der Arbeit akademische Dörfer gezaubert werden müssen, was weder der Sache gut tut noch irgend jemanden außer dem Professor interessiert (boshaft kann man sagen: die Arbeit muss schon einen gewissen Grad an Unverständlichkeit aufweisen, um vielen Profs zu genügen).

Aber amerikanische Dissertationen haben wirklich im Mittel keinesfalls mehr zu bieten. – sofern man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht.

Ralf


Trolldetektor
21.1.2015 18:12
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>Ich selber habe ja an einer US Privatuni promoviert.
Glaube ich Dir nicht. Wie wäre es mal, wenn Du nun endlich mal was überprüfbares vorlegst? Bezeichnend ist jedenfalls, dass nach dem Du schon einmal wegen schlechtem Benehmen in einem anderen Artikel aus selbigem verwiesen wurdest, hier wieder auftauchst und sich offensichtlich nichts gebessert hat.


Hadmut
21.1.2015 21:42
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@Trolldetektor:

>>Ich selber habe ja an einer US Privatuni promoviert.

> Glaube ich Dir nicht.

Ich glaub’s ihm auch nicht. Er schreibt, er hätte einen PhD und erfolgreich vor dem Verwaltungsgericht geklagt.

Ich habe zwar keinen vollständigen Überblick, aber meines Wissens klagt man in den Ländern, die PhD vergeben, entweder gar nicht dagegen oder vor normalen Gerichten.


Peter
21.1.2015 18:50
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MINT wird wohl im Englischen garnicht groß verwendet. Dort nennt sich das:
STEM is an acronym referring to the academic disciplines of science, technology, engineering, and mathematics.

Eventuell ist das ja wieder ein Indiz für die Arroganz des hier herrschenden Bildungssystems und der dazugehörigen Politik.

Es fängt ja schon damit an, das man hier für alles irgendeine “Ausbildung” braucht. Da reichen nicht ein paar Semester mit Abbruch und/oder genügendes Interesse, nein, da muß es dann gleich wieder eine betriebliche Fachausbildung sein (Informatik_kaufmann_).

Das hat mir ende 90er bereits die Laune vermiest, das es nur einen “Datenverarbeitungskaufmann” zur Wahl gab. Beworben wurde dieser Beruf mit Bildern von Leuten die in einem Rechenzentrum Magnetmänder in der Hand hielten (die großen “Rollen” noch, keine Bandstreamer o.ae.)

Ach ja, aber was soll man sich da noch aufregen 🙂


Joe
21.1.2015 21:43
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Der auslaendische technologische Sockel auf den wir hier in Deutschland mit unserer eigene Produktion und Wertschoepfung aufsetzen ist inzwischen so hoch, dass wir direkt ins Mittelalter zurueckfallen, wenn der Nachschub mal versagt.

Das ist übrigens ein Szenario mit dessen Eintreffen ich fest rechne. Wird auch dem Marxismus-Feminismus mit Frauen(wahl)rechten und anderen “bunten” Auswüchsen ein (vermutlich gewaltsames und blutiges) Ende setzen.

Aber besonders schön ist diese Zukunft nicht, weshalb ich Fluchtpläne zumindest im Hinterkopf behalte. Die gerade ablaufende Cargo-Kult-Party kann jederzeit zu Ende sein.

Und jetzt fangen die Spinner in ihrem Irrenhaus wieder mit Key Escrow an…


@Hadmut
“mit google aufnehmen”
Die Zeiten sind vorbei. Das kann keiner mehr.

Erinnerst Du Dich, wie Google aufkam? Nur per Mundpropaganda war auf einmal Google da. Wer kann sowas? Das sich ein Produkt durch Qualität durchsetzt wird oft behauptet. Könnte es nicht sein, daß da jemand im Hintergrund entscheidende Strippen in der Hand hat? Facebook?

Es könnte durchaus sein, daß das schon als Abschnarchwerkzeug gestartet ist.

Die Chinesen oder Russen können was entgegensetzten, wollen dann sicher selber abschnarchen. Europa ist heterogen. Deutschland könnte schon… — dazu müßte es erstmal in einen vernünftigen Zustand gebracht werden.

In der DDR ging mal das Gerücht, die DDR würde ein eigenes System entwickeln, auf Basis 68000, eigenes Betriebssystem und alle Kombinate würden SW zuliefern, vielleicht auch im Rahmen RGW. Sowas hätte ein starkes System werden können. Aber immer haben letztlich Bonzen wie Oettinger das Sagen, das Geld …

Carsten

http://www.nichtlustig.de/toondb/030422.html


Andy
22.1.2015 0:14
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Harald, hast Du eine Ahnung wie sich dieses Erwürgen von Ideen im akademischen Raum auch im näheren Ausland abspielt? Im Prinzip kommt fast alles aus der Richtung aus dem Silicon Valley oder China. Trustworthiness eingeschränkt. Wie ist das z.B. mit den hochtechnisierten Ländern in Skandinavien? Da sitzen ja auch keine dummen Leute… Herrschen da ahnliche Vorgehensweisen? Die Frage ist halt ob Deutschland eine Nullnummer ist weil dort relevante Posten mit Pfosten besetzt sind, oder ob es ein weitergehendes Problem ist…


Manfred P.
22.1.2015 1:38
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Gute Frage mit Google. Ich erinnere mich deutlichst an das Gerücht, dass bei Google die Suchergebnisse menschlich überprüft würden (natürlich nicht in Echtzeit), um die Qualität der Suchergebnisse zu verbessern.

Davor habe ich immer AltaVista von DEC benutzt. Hat an sich auch funktioniert. Schrott kriege ich auch heute noch von Google angezeigt.


Manfred P.
22.1.2015 1:55
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Ich glaube, Triebfeder der technologischen Entwicklung ist das Militär.

Warum war bis 1945 Deutschland in der Raketentechnik (und auch Flugzeugtechnik) führend?

Warum hat keiner Zuse beachtet? (Keiner erkannte den mathematischen Aspekt von Dechiffrierung)

Wer finanzierte das Forschungsprojekt, aus dem das Internet hervorging?

IBM hat krass Geld verdient, indem sie beauftragt wurden, ein Computersystem zur Verarbeitung von Radardaten zu entwickeln, ich glaube, das hieß Sage.

Wer könnte sich für Kryptographie und sichere Kommunikation interessieren? (Vielleicht ein General, der Befehle an seine Einheiten schickt, die vom Feind nicht rechtzeitig entschlüsselt werden dürfen?)

Auf dem Mond gelandet sind die Amis nur, weil die Schiss hatten, die Sowjets könnten Orbitalwaffen stationieren und mit Kosmonauten ins Ziel lenken. Also war die Mondlandung eine Tarnoperation, die nötige Technologie zu entwickeln ( und JA, die sind wirklich auf dem Mond gelandet. )

Könnte Suchmaschinentechnologie etwa nützlich sein, einen riesigen Haufen unverschlüsselter Kommunikation zu durchforsten?

Fragen über Fragen… man darf nicht vergessen, dass ein erklecklicher Anteil des US Militärbudgets in die militärische Forschung geht.

Drohnen?

Nicht alles wurde durch das Militär angeschoben, aber so einiges schon.


[…] […]


Michael
22.1.2015 9:44
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@Carsten, @Manfred

> Nur per Mundpropaganda war auf einmal Google da. Wer kann sowas?

> Davor habe ich immer AltaVista von DEC benutzt. Hat an sich auch funktioniert.

Meine Erfahrung ist da deutlich anders. AltaVista war zuletzt ein fettes unbrauchbares ueberladenes ‘Portal’. Da kam Google mit seiner simplen Leiste, funktionierenden booleschen Operatoren u.a.m. und ich habe das erstemal eine Suche gesehen, die machte was ich wollte. Spaeter bei Eintritt der Masse hat es das dann schwieriger gemacht (speziell das exakte Suchen), aber da war es schon dominierend.

Das das Ganze Potential hat, war eigentlich schon am Anfang fuer Blinde zu sehen (wie vorher beim ersten Mosaic Browser). Zumindest fuer die Leute, fuer die Suche ein produktives Werkzeug war mit dem sie auch umgehen konnten – wenn es denn mal jemand zur Verfuegung gestellt haette. Und das war halt nicht AltaVista, Yahoo und Konsorten, sondern Google.


Fry
22.1.2015 16:06
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@Carsten: “Erinnerst Du Dich, wie Google aufkam? Nur per Mundpropaganda war auf einmal Google da. Wer kann sowas? Das sich ein Produkt durch Qualität durchsetzt wird oft behauptet. Könnte es nicht sein, daß da jemand im Hintergrund entscheidende Strippen in der Hand hat? Facebook?”

Die absolut naheliegende Theorie ist ein verdecktes, indirektes, massives Funding seitens der NSA. Denn die scheint ja der Hauptkunde zu sein.


CountZero
22.1.2015 17:21
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> es [in den USA] aber auch eine zwar kleine, aber sehr hoch gebildete Schicht gäbe, die zwar eine geistige Elite darstellt, aber keineswegs auf eine finanzielle Elite beschränkt ist.

Das kann ich bestätigen (war selbst mal eine Weile an einer ‘echten US-Eliteuniversität’). Ich glaube, dass sind auch die Amerikaner, die reisen. Mit einigen von denen hatte ich schon (positiv) überraschende Gespräche.


buchstabensalat
22.1.2015 18:32
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“Diverse Informatikstudenten haben mir hier schon über ihren Frust berichtet: Miserable Vorlesungen, wenn sie überhaupt noch stattfinden. Von Leuten gehalten, die nicht wissen, was sie reden. […] Nämlich nicht Informatik, sondern Sozio-Gequatsche.”

Ich studiere Informatik an einer FH und kann die beschriebene Situation nicht nachvollziehen. Bei uns finden alle Vorlesungen (außer im Krankheitsfall) statt und sind bis auf wenige Ausnahmen auch in Ordnung. Mit Sozio-Gequatsche wurde ich noch in keiner Vorlesung gestraft.

Nun stelle ich mir die Frage, an welchen Universitäten solche Zustände herrschen und ob es da einen strukturellen Unterschied zwischen den Universitäten und den Fachhochschulen gibt. Hadmut?


Hadmut
22.1.2015 19:57
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@buchstabensalat

> Nun stelle ich mir die Frage, an welchen Universitäten solche Zustände herrschen und ob es da einen strukturellen Unterschied zwischen den Universitäten und den Fachhochschulen gibt.

Details kann ich nicht öffentlich nennen, Quellenschutz.

Aber: Es gab da schon immer fundamentale und strukturelle Unterschiede zwischen Unis und FHs. Schon zu meiner Zeit war es bekannt, dass die FHs weit bessere und zuverlässigere Vorlesungen und Betreuung halten und man da besser studieren kann – innerhalb von deren Themenbereichen. Aber halt eben eher bodenständig, berufsbezogen. Die eigentlich interessanteren Vorlesungen gibt’s an der Uni – aber nur, wenn der Dozent gerade da ist und man einen fähigen Dozenten erwischt. Die Profs an den FHs betrachten Vorlesungen viel eher als ihre Aufgabe als die an den Unis. Da halten das viele nur für ein notwendiges Übel und wälzen das lieber auf Privatdozenten ab.

Dieser Effekt ist aber nicht neu. Das ist eigentlich schon lange bekannt.


buchstabensalat
22.1.2015 21:30
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@Hadmut

Das habe ich bisher auch so mitbekommen. Allerdings habe ich, was diesen Unterschied betrifft, kaum eigenen Erfahrungen. Das läuft alles auf Hörensagen hinaus. Danke für deine Antwort. 🙂


yasar
23.1.2015 9:56
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@buchstabensalat

ZU meiner Zeit hatte ich den Eindruck, daß FH eher wie “Schule” mit anspruchsvolleren und berufsorientierten Inhalten war (Berufsschule für Ingenieure, um es salopp zu sagen). Die Studenten hatten weitgehend vorgezeichtnet, was sie zu welcher Zeit lernen und welche Praktika sie wann abzulegen hatten. Da kam es kaum vor, daß man “Dauerstudenten” hatte.

An der Uni hingegen mußte man sich, vor allem, wenn man das Vordiplom “überstanden” hatte, sich um alles selbst kümmern, selber sich die Inhalte zusammensuchen und konnte sich auch leicht verzetteln, hatte aber die Möglichkeit sich deutlich mehr interessantes Wissen anzueignen, wenn denn entsprechende Professoren da waren. Habe ich damals genutzt, um mir sehr breites Informatikwissen anzueignen.


Manfred P.
23.1.2015 11:53
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@Hadmut
@CountZero

Die Existenz hochgebildeter Amerikaner kann ich bestätigen. Es ist nur Vorurteil, dass “der Ami” dümmer sei als der Deutsche, wenigstens im Schnitt.

Wenn man einige Kommentare im Forum betrachtet, neben den vielen guten Kommentaren, dann glaube ich selbst das nicht 🙂


Manfred P.
23.1.2015 11:55
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@Michael

Stimmt schon, ich mochte Googles sehr einfach gehaltene Suchmaske auch am liebsten.


Reinher
23.1.2015 13:43
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“…Ich kann mich noch gut dran erinnern, wie der Professor, bei dem ich war, eine Idee und Entwicklung nach der anderen abgewürgt und erschlagen hat…”
“…Oder weil’s nicht unmittelbar in die Geldbeutel der Professoren floss. Oder aus schierer Dummheit und Arroganz…”

Aber genau! Da brauche ich mich nicht zu erinnern; das erlebe ich täglich…

Super auf den Punkt gebracht!


O.
25.1.2015 3:07
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Zum Oettinger-Text bei Heise:

“Damit Europa auch für US-amerikanische Investoren attraktiv werde müsse ein einheitlicher digitale Markt her, dessen Umbauplan er bis zum Mai 2015 präsentieren werde.”

Es geht also darum, das noch vorhandene IT-Know-How aufkauf-fertig für die Heuschecken aus Überssee zu verpacken.
Dann wird das letzte Tafelbronze (für Tafelsilber reicht’s ja nicht mehr) verscherbelt.

EU-IT wie toter Fisch in Dosen.
1$50, gutes Schnäppchen… gekauft!

“Wir haben 28 fragmentierte Märkte mit 28 verschiedenen Regelungen zum Datenschutz. So kann keine europäische Cloud existieren”, erklärte Oettinger seinen Plan für einen “Single Digital Market”.”

Ist auch schlecht aufzukaufen, wer will schion jeden Pups einzeln einkaufen, wenn’s das als Bundle geben könnte?

“Neben dem EU-einheitlichen Datenschutz habe eine Vereinheitlichung des Copyrights oberste Priorität.”

Ach daher weht der Wind.

Na klar.

Am Besten auch gleich Softwarepatente noch einführen, was ja beim letzten Versuch gescheitert ist.
Vielleicht ja auch im Rahmen von TTIP & Co.

Dann haben die Amis aufgrund der krassen Masse an Trivialpatenten auf SW ohenhin leichtes Spiel.

“Im September werde er dazu einen Entwurf vorlegen.”

Ohah.

Am besten am 111. September.
Hat Brüssel nciht auch schöne Hochhäuser?
Da fliegt dann der Oettinger rein.

“”Ohne Copyright kann es keinen Wettbewerb, kann es keine offenen Felder für Investoren geben, die in die kontinentale Infrastruktur investieren.” ”

Schwachsinn!

“Dieses einheitliche Copyright wurde von Oettinger als Ergänzung zum europäischen Breitbandausbau skizziert, der bis 2020 so weit gediehen sein müsse, das man auf einer Ebene mit Südkorea agiere.”

Südkorea?

Überwachungsmässig/Internet-tig hält man es ja eher mit Nord-Korea.

“Vielmehr müsse es jetzt darum gehen, Google dazu zu bringen, Regeln für “unsere europäischen geistigen Produkte” zu akzeptieren und der EU entsprechende Angebote zu machen. Bislang sein Google nicht kompromissbereit genug, aber das historische Beispiel von Googles Monopol-Vorläufer Microsoft habe gezeigt, das sich die EU durchsetzen kann.”

Der Fall Mixrosoft hat gezeigt, daß in kleinen Teilbereichen das EU-Bürokratenpack sich hat einlullern lassen, während gleichzeitig quasi alle Infratsruktur M$-basiert ist.
Man hat also bzgl. Mickeysoft garnix wirklich erreicht,
und genauso erfolgreich wird man auch bei Google sein.

“Große Stücke setzt Oettinger in den Breitbandausbau, bei dem er sich eindeutig zur Netzneutralität bekannte, freilich mit einer Priorisierung von Diensten auf der Seite des Kunden.”

“Ja, aber!”

“Startups ausgezeichnet”

*hüstel*

Ist Siemens nicht auch ein Startup?
Sollte man mal auszeichnen und Steuern komplett erlassen.