Hadmut Danisch

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Kryptographie nach Snowden: Hochschule Karlsruhe lädt CCC wieder aus

Hadmut
15.2.2014 0:53

Eieiei.

Golem berichtet, dass die Hochschule Karlsruhe für Technik und Wirtschaft für die Lange Nacht der Mathematik Constanze Kurz vom CCC zum Vortrag „Kryptographie nach Snowden” ein- und nun wieder ausgeladen hat, weil es da wohl einen „Angriff” vom 30C3 auf die Hochschule gegeben hat. Wobei „Angriff” wohl schon viel zu hoch gegriffen ist, denn so wie sich das bei Golem liest, hat die Hochschule ihren Mailserver offenstehen lassen und irgendwer hat da wohl 20.000 Liebesbriefe mit falschem Absender und fatalen Folgewirkungen verschickt.

Das würzt.

Einmal mit Blick auf den CCC, denn es wird Zeit, dass denen auch mal jemand einen Knick in ihr dämliches „Wir-sind-doch-die-Guten”-Narrativ bügelt. Der CCC litt schon immer an der „Alles Schlampen außer Mutti”-Psychose in der Form „Alle sind böse, nur wir sind so gut”. Das brauchen die einfach mal psychotherapeutisch, dass die mal ausgeladen werden.

Der andere Blickwinkel trifft natürlich die Hochschule. Wer den Mailserver offenstehen lässt, der braucht keine NSA mehr. Da spielt eigentlich das vor und nach Snowden auch keine Rolle mehr. Zu glauben, dass man da von der NSA bedroht und ausgehorcht würde, ist unter solchen Randbedingungen schon maßlose Selbstüberschätzung. Als ob man sich vor den weltbedrohlichsten Profifinsterlingen bedroht fühlte, dabei aber schon vom schnöden 30C3 zerlegt wird. Man fragt sich, ob sie wirklich so sauer über den Angriff sind, oder ob sie beleidigt sind, dass es „nur” die Amateure aus der deutschen Provinz waren. Was meint ihr, wie stolz diese Hochschule gewesen wäre und wie viel sie sich darauf eingebildet hätte, wenn es die NSA persönlich gewesen wäre, die ihren Mailserver gehackt hat? „Liebesgrüße aus Hamburg” hört sich jetzt nicht gerade nach James Bond und Geheimdiensten an.

Allerdings ist schon der Titel des Vortrags „Kryptographie nach Snowden” doof. Zwar gab es einen Vortrag dieses Titels schon auf dem 30C3 (welch feine Ironie), aber der wurde wohl von jemand anderem gehalten. Wie dem auch sei: Ich halte den Titel für doof.

Denn der Titel tut so, als wäre vorher alles gut gewesen und jetzt kaputt gegangen, als ob jetzt die Krise da wäre. Weil wir sie jetzt sehen. Es ist aber genau umgekehrt. Jetzt ist der Normalfall eingetreten (oder jedenfalls sind wir ihm näher gekommen) und vorher hatten wir die Krise. Wir hatten sie nur nicht gesehen, was in der Kryptographie und dem Geheimdienstumfeld allemal die weit größere Krise ist.

Daher ist es wenig hilfreich (und zudem verfrüht), zu fragen, was nach Snowden passiert.

Die viel wichtigere Frage wäre die nach der Kryptographie vor Snowden und was da schief lief. Viel wichtiger als die Frage, ob und was genau an den Parametern einer elliptischen Kurve faul ist, ist die Frage, warum wir eigentlich auf einen 30-jährigen Amerikaner angewiesen sind, der selbst noch nicht mal irgendein besonderer Spezialist ist, sondern Admin, und der einfach nur irgendwelche Unterlagen da rausgetragen hat, also nicht mal selbst Genialität angewandt hat (Nix gegen Snowden, mir geht’s nur drum, was für ein relativ einfacher Vorgang das war.)

Man muss sich das mal klar machen: Seit Jahrzehnten sind wir in IT und Sicherheitstechnik völlig unselbständig und von den Amis abhängig. Und sogar um dahinterzukommen, dass sie uns ausspionieren, brauchen wir wieder einen Ami. Nicht mal das können wir selbst. Wofür zahlen wir eigentlich die Abermillionen von Euro für Kryptoprofessoren, wenn wir bei allem, sogar beim Bemerken des Überwachtwerdens auf die Amis angewiesen sind?

Mal ne direkte Frage: Würden wir heute irgendwie schlechter dastehen, wenn wir niemals Professoren für Kryptographie und IT-Sicherheit gehabt und das Geld lieber in Kindergärten gesteckt hätten?

Wie Arsch auf Eimer passt, dass das da ausgerechnet in Karlsruhe stattfinden sollte. Da könnte man ja mal auf Ausgrabung gehen, was da alles manipuliert wurde. Da gab’s ja mal ein Team begabter Sicherheitsexperten, die man alle in die Flucht geschlagen hat. Kritik an staatlicher Kommunikationsüberwachung und technische Gegenmaßnahmen – musste man unbedingt rauswerfen. Und der Bundesnachrichtendienst hatte da auch die Finger drin. Stattdessen hat man die Professur auf dem Weg der Vetternwirtschaft an jemanden vergeben, der sich mit Allgemeinplätzen auf Laienniveau begnügt und solche staatstragenden Dinge wie „Bingo Voting” erfunden hat (mit offensichtlichen Fehlern). Als Alternative im Dreiervorschlag hatte man noch den in Betracht gezogen, der X-Pire! versucht hat.

Könnte man nicht mal die Frage aufwerfen, was in Deutschland eigentlich schief geht, wenn Leute, die sich mit der Abwehr von Kommunikationsüberwachung und Kryptoschwächung befassen, rausgedrängt und die Professuren mit solchen Clowns besetzt werden? Drängt sich da nicht mal massiv der Gedanke auf, dass die Geheimdienste hier nicht nur die IT in jeder erdenklichen Weise geschwächt und ausgehorcht haben, sondern dazu passend auch noch die Kryptoforschung beeinflusst und bis zur Lächerlichkeit geschwächt? Kam nicht letztens heraus, dass sogar einige deutsche Hochschulen von denen mit finanziert werden? Was glaubt Ihr wohl? Meint Ihr, die NSA treibt so riesigen Aufwand, um uns abzuhören, und guckt dann tatenlos zu, wie an den Hochschulen hier Forschung dagegen betrieben wird?

Man könnte mal die Frage stellen, warum eigentlich unsere „Forschung” dazu nichts gemeldet hat und so blind war. Jede Menge Professoren bezahlen wir dafür, und von denen kommt nichts als nutzloses Papier. Das Problem liegt nicht nach Snowden. Das Problem liegt darin, was vor Snowden passiert ist, damit es ihn überhaupt gegeben konnte. Viele sehen die Ursache dafür, dass etwas wie Snowden entstehen konnte, bei den Amerikanern. Nein. Aus ihrer eigenen Sicht und Interessenlage haben die Amerikaner subjektiv richtig gehandelt. Das Problem liegt bei uns.

Nicht die Amerikaner sind so fies und gemein, dass sie uns überall abhören, sondern wir sind so dämlich und inkompetent, dass die es jahrelang mit uns machen konnten, ohne dass wir es gemerkt haben. Das heißt, einige wenige haben es ja sogar gemerkt und darauf hingewiesen. Das nutzte aber nichts, weil der Prophet ja bekanntlich im eigenen Lande nichts gilt. Erst wenn ein Exot unter abenteuerlichen Bedingungen um die Ecke kommt, dann glauben wir dem sofort, alles und ohne es selbst gelesen zu haben. Was schon ein wesentlicher Teil des Problems ist.

Aber dafür den CCC einzuladen ist ein Fehlgriff. Denn denen ist dazu auch noch nie etwas eingefallen. Der CCC beschränkt sich da ja auch auf die „Wir-haben’s-Euch-ja-schon-immer-gesagt”-Rhetorik, anstatt sich mal selbst Gedanken zu machen, warum der ach so sagenhafte und selbstverliebte CCC die wesentlichen Dinge eben nicht erkannt und nicht gesagt hat. Das aber wird beim CCC nicht vorkommen. Das schränkt sich da alles in Eigenlob, Selbstliebe und öffentlicher Masturbation, garniert mit linker political correctness und Empörungsstreuseln oben drauf. Daher ist das eigentlich völlig egal, ob die da nun diesen Vortrag halten oder nicht, das Ergebnis ist eh das gleiche.

Interessanter ist da der Umstand, dass Golem in einem unerwarteten Kryptoanfall noch einen zweiten Artikel dazu am selben Tag bringt:

Die CDU fordert „deutsche Algorithmen” zur besseren Verschlüsselung. Genauer gesagt CDU-„Netzpolitiker” Thomas Jarzombek. Immerhin Feld-Wald-und-Wiesen-IT-Dienstleister und damit anderen Politikern schon mal überlegen.

Aber so’n Stammtischgeschwätz. Die Algorithmen waren hier gar nicht mal das primäre Problem. Wir haben ganz andere und viel größere Probleme. Was nützt einem die beste Chiffre, wenn das Betriebssystem verlaust ist? Und von wegen „deutsche Algorithmen”: Als ich damals mit der Vorratsdatenspeicherung und den § 112-TKG-Abfragen zu tun hatte, liefen die § 112-TKG-Abfragen über eine SINA-Box, weil vom Staat so vorgegeben. Bei dem Scheiß-Ding musste man einmal am Tag den Stromstecker ziehen, weil sich das verdammte Ding ständig aufgehängt hatte und es nicht mal einen Reset-Button gab. Soll so die deutsche Technik aussehen? So wie die Kinderpornosperre vielleicht, wo man den Unterschied zwischen DNS und einem Proxy nicht verstanden hatte? Oder so wie der ePerso, der inzwischen schon Jahre alt ist und immer noch keine brauchbare Verwendung findet, weil man >100 MByte mitsamt einem Java-Laufzeitsystem installieren muss, um ihn zu nutzen? Als ob das Java-Laufzeitsystem ein deutsches Produkt wäre.

Man könnte Jarzombek und die CDU ja mal fragen, warum eigentlich die Kryptoprofessuren mit Clowns besetzt wurden, die solche Rohrkrepierer wie Bingo-Voting und X-Pire! entwickeln, während man die Fachleute für Kryptoüberwachung rausgeworfen hat. Wer soll eigentlich diese Algorithmen entwickeln? Vielleicht die neuen Quoten-Professorinnen, die in die Informatik gedrückt werden, und denen nichts besseres einfällt als die Informatik zu enttechnisieren und sich auf die sozialen Aspekte zu konzentrieren, damit auch Frauen Informatik machen können? Oder solche, die meinen, dass die Turing-Maschine frauendiskriminierend sei, weil sie keine Interrupts vorsieht und deshalb die für Frauen so wichtige Interaktion nicht leisten könne? Man könnte die CDU mal fragen, wie das zusammenpasst, so viele Idioten auf Lebenszeit und unkündbar in die Informatik-Professuren reinzuverbeamten und dann zu jammern, dass wir keine deutsche Sicherheitstechnik haben.

Vielleicht merkt dann in der Politik auch mal jemand, dass Wissenschaft und Forschung doch noch ein paar Aufgaben mehr haben als der Politik Gefälligkeitsgutachten, Doktorgrade für Politiker und Quotenfrauen zu liefern. Dass ein wesentlicher Teil der deutschen Inkompetenz und Unselbständigkeit von der Politik gewollt so konstruiert wurde. Dass die CDU (jedenfalls in Baden-Württemberg) die Korruption in der Kryptographie systematisch gefördert hat. Und dass es ja die CDU-Politikerin Ursula von der Leyen war, die mit ihrer Pornosperre einen Frontalangriff auf die IT-Sicherheit unternehmen wollte. (Denn ein Hauptsicherheitsproblem ist DNS, und genau das wollte sie ja mit falschen Daten fluten, es als gezwungen angreifbar halten.) Dieselbe CDU, die noch vor kurzem die Sicherheit des Internet massiv schwächen wollte, pinst jetzt rum. Wenn ein CDU-Politiker über die NSA beklagt, ist das, wie wenn sich ein Teil des Problems als Problemlösung bewirbt. Es hätte den NSA-Skandal so nicht geben können, hätte die Politik die Wissenschaftsbereiche nicht zu einer einzigen Korruptions- und Geschwätzbrühe umgebaut hätte. Und das wird sich auch nicht ändern, weil die ja alle noch gute 20-30 Jahre als Beamte unkündbar sind.

Das wären mal Themen. Nicht „Kryptographie nach Snowden”, sondern „Was lief so schief, dass es Snowden und die NSA überhaupt geben konnte”. Aber dafür lädt man nicht den CCC ein. Und dafür ist Karlsruhe der falsche Platz. In einem Vortrag über unsere Krypto-Inkompetenz redet man über die Karlsruher Hochschulen, nicht in den Karlsruher Hochschulen.

Statt den CCC zu einem Vortrag einzuladen wäre es schlauer gewesen, diesen CDU-Politiker einzuladen, ihn dort auf einen Stuhl zu fesseln und ihn dann mal zu fragen, was der CDU eigentlich einfiel, es so weit kommen zu lassen, dass das passieren konnte. Und was sie gedenkt, um ihren Fehlern entgegenzuwirken.

Oder man könnte auch mal die Grünen einladen, die ja – wie bei Golem beschrieben – nunmehr Forderungen aufstellen. So wie die Grünen nie etwas anders tun als zu fordern. Leisten tun die nie. Jetzt fordern die, „Techniken, die Schutz vor Ausspähung bieten (wie TOR-Netzwerke, Anonymisierungsdienste, E-Mail-Verschlüsslung), zu fördern”. So auf Laien-Amateur-Bastel-Niveau. Also ob solcher Klein-Bastel-Scheiß da helfen würde. Das ist nicht die Lösung des Problems. Politiker, die so dilettantische Politik auf Laien-Niveau machen, die sind Teil des Problems. Solche Leute könnte man ja mal fragen, wer eigentlich solche Sachen fördern und entwickeln soll, nachdem sie ja per Frauenquote durchsetzen, dass die Professuren an Sozio-Schwätzerinnen gehen, die technikfern sind und mit Technik nichts zu tun haben wollen. Denen zu Überwachung höchstens einfallen würde, dass es männliches Machtgehabe und ein weiterer Beweis für die Unterdrückung der Frau wäre, weil Frauen unter Überwachung mehr leideten. Denen sollte man mal unter die Nase reiben, dass ihre Forderungen zum Internet und ihre Quotenpolitik nicht zusammenpassen, und gerade in Karlsruhe und Baden-Württemberg könnte man denen auch mal die KKK, die Karlsruher Krypto-Korruption ins Gebein nageln und sie fragen, warum daran seit dem Regierungswechsel von CDU zu Grünen nichts besser geworden ist. Oder sie dran erinnern, dass die Grünen die Computertechnik mal als Teufelswerk verdammt und abgelehnt haben, was nun auch nicht gerade Know-How-zuträglich war.

Wenn es aber schon um das Thema „Kryptographie nach Snowden” gehen soll, dann geben ich da mal eine Prognose ab:

Es wird gar nichts passieren. Es geht alles weiter wie zuvor. Das Thema wird als Vehikel genommen, um jede Menge nutzloser Vorträge (die den in Karlsruhe) zu halten, mit denen sich Leute wichtig machen und andere Leute Forschungsgelder und Projekte machen, die nichts, absolut nichts beitragen werden. Das Thema wird sich im Sande verlaufen, die üblichen Clowns werden sich als Professoren in der Presse aufspielen und die Taschen vollstopfen, und die Amis werden weiter abhören. Irgendwann kommt dann ein Edward Snowden 2.0, und das ganze Empörungsdrama geht von vorne los. Wie konnte das nur passieren?


52 Kommentare (RSS-Feed)

rjb
15.2.2014 3:34
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Allmählich tut es nur noch weh. Erstens: Diese NSA-Schnüffelei kommt ja nicht von ungefähr. Es gab da mal ein Ereignis an einem gewissen 11. September. Und nach diesem Ereignis traten jede Menge Schlaumeier auf, die genau wußten, daß und wie Geheimdienste es hätten vorhersehen müssen, aber dabei grandios versagt hätten. Nun haben diese Geheimdienste sich eben, wie das so heißt, neu aufgestellt. Die haben naturgemäß nicht offiziell verkündet, was sie so alles treiben, aber daß da einiges läuft, sollte eigentlich für jeden, der nicht völlig auf den Kopf gefallen ist, auch schon vor Snowden um einiges klarer gewesen sein, als es damals für jene Geheimdienste war, den 11. September vorherzusehen.

Zweitens: Jetzt also “deutsche Algorithmen”. Das erinnert an “deutsche Mathematik”, eine Lächerlichkeit aus einer anderen vermeintlich großen Zeit. Aber schlimmer noch: “Zudem brauche es dabei Algorithmen, die keinen Zweitschlüssel bei anderen Diensten oder in anderen Ländern hätten. “Wir müssen hier auf deutsche Forschung, deutsche Algorithmen setzen.” ”
Das läßt wirklich ein geballtes Verständnis dieses Herrn Jazemborek für dieses Kryptozeug erkennen. Passend in ein Land, in dem ein Herr E. bereits “konspirativ” handelte, als er seinen Irgendwiedochnichtkipokram unter unterschiedlichen IP-Adressen herunterlud.

Drittens spielt hierzulande ja nun die “sexuelle Identität” eine ganz seltsame Rolle, die man bereits in Schullehrplänen zu verankern beginnt. Nun mag vielleicht zur “sexuellen Identität” des Herrn E. ein Nebeninteresse an Jungen einer gewissen Altersgruppe gehören, dem er sich gelegentlich zusammen mit seiner Bildersammlung, aber ansonsten alleine, gewidmet haben könnte. Mir persönlich wäre das so egal wie ein in China vom Stäbchen gefallenes Reiskorn. Ich fürchte aber, damit nicht etwa vorbildlich tolerant gegenüber anderen “sexuellen Identitäten” zu sein, sondern mir damit eher auch gleich einen “Anfangsverdacht” einzuhandeln.

Undsoweiter, Tag für Tag – in summa habe ich den Eindruck, in diesem Lande Insasse einer Irrenanstalt zu sein.


Joe
15.2.2014 4:39
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Karlsruher Hochschulen lernte ich vor allem im Usenet kennen: durch die hundsmiserablen Umgangsformen.

Aber wenn wir mal ehrlich sind, sehen wir hier nur noch die Zeichen des fortgeschrittenen Verfalls. Das Erbe Siemens’ und Zuses ist aufgebraucht. Man kann eine Weile auf den Schultern von Giganten stehen und so tun als ob, aber auf Dauer funktioniert das natürlich nicht.

Andererseits ist es beruhigend zu wissen, daß je fortgeschrittener der ideologische Wahnsinn ist, desto schlechter werden die technischen Möglichkeiten zur Durchsetzung. Der Brain-Drain wirkt sich halt aus.

Der Rückfall in die schon absehbare nächste wahnsinnige Diktatur wird deshalb auf Bananenrepublik-Niveau stattfinden und das war wohl auch das Ziel der Siegermächte. Feminismus-Marxismus (Gender) grassiert zwar fast überall in der westlichen Welt, aber die Frankfurter Schule heißt nicht ohne Grund so und die Bundesbürger wollen natürlich mal wieder besonders gründlich sein.

Ich weiß nicht, ob ich das besonders schade finden soll, wenn die Bundesrepublik eines Tages bei der Verwirklichung der Forderungen des SCUM-Manifests ihre IT-Infrastruktur remote abgeschaltet bekommt. Vielleicht sind wir dann ganz froh drüber…


Michael
15.2.2014 7:34
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Habe noch nie verstanden, was Wirtschaftsinformatik sein soll. Jetzt mit dem offenen SMTP wird es mir wieder klarer: Pragmatische Lösungen ohne viel Sachverstand. 80% nimmt da wohl der Umgang mit Powerpoint ein. Und daß viele auf solche Mails einsteigen paßt zu ganz Karlsruhe: Viel vor – nichts dahinter.

Der Hack ist ganz ok. Die letzten Jahre in der Politik hat der CCC ja nicht so viel bewirkt. Letztlich waren es nur immer nützliche Idioten. Die sollen noch viel mehr kaputt machen um die BRD-IT-Inkompetenz mal allen vor Augen zu führen. Vielleicht haben sie vor lauter Politikbetrieb und Marx lesen das hacken auch schon wieder verlernt.


Stefan W.
15.2.2014 7:51
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Grünen die Computertechnik mal als Teufelswerk verdammt und abgelehnt

Wann und wo war das?


sebastian
15.2.2014 10:17
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Das ist ein heisses Thema siehe das Ende von Hacker Tron und Anderen. Der wollte eine Enigma fuers Telefon bauen und wurde dann erhangen aufgefunden.

Der Film der Staatsfeind Nr. 1 ist von 98!


Felix
15.2.2014 10:59
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Danke für diesen überaus lesenswerten Artikel.


Bertram
15.2.2014 11:28
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@ Sebastian und “eine Enigma” fürs Telefon.

Hey sind wir hier bei ComputerBILD?

Das Ding hat 1. einen Namen und 2. ist der https://de.wikipedia.org/wiki/Cryptophon und 3. wurde das interessanterweise sogar zur letzten CeBit 2013 kommerziell released!


_Josh
15.2.2014 12:59
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rleo
15.2.2014 13:09
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“Es wird gar nichts passieren.”
Volle Übereinstimmung
Danke für den Artikel.

Was soll auch passieren, die EMail geht hier in die Leitung rein und kommt am Ziel wieder heraus.

Ich mach immer eine kurze Demo mit ‘traceroute’, um zu zeigen, wo die ‘Leitung’ überall durchgeht und die Mail gespeichert wird.
Und ich zeige, wie ein Kopierer funktioniert.
Computer und das Internet kopieren Nachrichten, es sind keine Leitungen, es sind ‘copy machines’.
Es wird immer eine Kopie weitergegeben.
Das schaut wie ein Transport aus, ist es aber nicht, die Ausgangskopie muss aktiv gelöscht werden, was man nie kontrollieren kann.
Wenn die liegen gebliebene Kopie verschlüsselt ist, kann jeder kopierte Mails sammeln wie er will, es nützt ihm nichts.
Das überzeugt mehr, als ein trockener Vortrag über die Notwendigkeit von PGP.


Heinz
15.2.2014 15:22
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@rjb
> Diese NSA-Schnüffelei kommt ja nicht von ungefähr. Es gab da mal ein Ereignis an einem gewissen 11. September.

Diese Lüge wird oft erzählt, die NSA und ihre Überwachungsprogramme gab es schon weit vorher, zudem erklärt es nicht die Spionage der Topterroristen Schröder, Merkel und Co – Von der Wirtschaftsspionage ganz zu schweigen.

>Wofür zahlen wir eigentlich die Abermillionen von Euro für Kryptoprofessoren,

und die Abermillionen für unsere loyalen, rechtsstaatlichen Dienste.

> Einmal mit Blick auf den CCC, denn es wird Zeit, dass denen auch mal jemand einen Knick in ihr dämliches „Wir-sind-doch-die-Guten”-Narrativ bügelt.

Nur weil der Angriff vom 30C3 kommt heißt das noch lange nicht, dass der CCC dahinter steckt.
Angriffe zu verschleiern (wenigstens durch ein unverschlüsseltes W-Lan von irgendwo) traue ich denen schon zu.

> Nix gegen Snowden, mir geht’s nur drum, was für ein relativ einfacher Vorgang das war.

Naja ganz so einfach auch nicht, er durfte sich ja nicht erwischen lassen – musste z.B. mindestens einen Kollegen um seine Log-in-Daten erleichtern.


Hadmut
15.2.2014 15:33
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> Diese Lüge wird oft erzählt, die NSA und ihre Überwachungsprogramme gab es schon weit vorher, zudem erklärt es nicht die Spionage der Topterroristen Schröder, Merkel und Co – Von der Wirtschaftsspionage ganz zu schweigen.

Jain.

Natürlich gab es die NSA schon vorher, Vorgänger lassen sich bereits um die vorletzte Jahrhundertwende aufzeigen. Angeblich waren die bereits um 1900 in der Lage, sämtliche Telegrafenleitungen in und aus den USA abzuhören. Die gab es ja auch schon zu Zeiten des kalten Krieges, und Clinton hat ja auch Jahre vor dem Anschlag schon die Geheimdienste mit Wirtschaftsspionage beauftragt. Und wer sich ein bisschen auskennt, kann sich ja auch an die Debatte der 90er Jahre um Kryptoverbote, Clipper-Chip usw. erinnern.

Allerdings wäre es jetzt auch wieder falsch zu glauben, dass das mit 9/11 nichts zu tun hätte. Denn da begann so eine massive Überwachungsneurose der Amerikaner. Man kann ja durchaus sehen, wie sich deren Verhalten im Nicht-IT-Bereich geändert hat, etwa die immer lächerlichen Maßnahmen der Flughafensicherheit, TSA und so weiter. Inzwischen bekommt man keinen Koffer mehr, dessen Schloss nicht eine „Backdoor” für die TSA hat. Man hat die Überwachung seitdem monströs verstärkt und damit auch die Rolle und Aufgaben der NSA.

Die Überwachung ist nach 9/11 nicht neu entstanden, aber massiv verstärkt worden. Insbesondere hat sich die Richtung geändert.

Vor 9/11 bezog sich die Aufklärung vor allem auf militärische Aufklärung, kalter Krieg, Wirtschaftsspionage, Rasterfahndung nach Kriminellen, politische Beeinflussung. Hatte also immer irgendein Ziel, an dem die sich ausrichtete.

Seit 9/11 versuchen die, eine ziellose Totalüberwachung aufzubauen, um dann, wenn eine Frage auftritt, sofort mit dem bestehenden Datenbestand antworten zu können und nicht erst suchen zu müssen. Der Aspekt, zunächst mal ziellos alles und jeden zu überwachen ist seit 9/11 schon viel stärker geworden.

Es kommt aber noch ein anderer Aspekt dazu. „Seit 9/11” kann man sowohl kausal, als auch als reine Zeitangabe verstehen. 2001 war das öffentliche Internet erst in der Anfangsphase, noch wenige Haushalte hatten Zugang. Es gab schlichtweg noch nicht so viel zu erforschen. Eine wesentliche Grundlage dieser flächendeckenden Überwachung ist erst mit dem Internet und nach 9/11 entstanden, also durchaus „seit” im rein zeitlichen Sinne, als Zeitangabe.


Heinz
15.2.2014 20:21
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@Hadmut
> Der Aspekt, zunächst mal ziellos alles und jeden zu überwachen ist seit 9/11 schon viel stärker geworden.

Stärker geworden, aber mehr auch nicht.
Bzw. war 9/11 für vieles auch nur ein Vorwand – sieht man jetzt bei den Ausreden, aber auch an den, damals erlassenen, Gesetzen.
Oder glaubt jemand Busch hätte den “Patriotic Act” über Nacht geschrieben?
Und unsere “Anti-“Terrorgesetze wurden sicher auch nicht in der kurzen Zeit entworfen, in der man sie uns vorgelegte.

> wie sich deren Verhalten im Nicht-IT-Bereich geändert hat, etwa die immer lächerlichen Maßnahmen der Flughafensicherheit, TSA und so weiter.

Ja aber auch die Pläne gab es schon länger, ohne 9/11 hätte es nur länger gedauert sie durchzusetzen, von daher hat das schon etwas mit 9/11 zu tun.

> Seit 9/11 versuchen die, eine ziellose Totalüberwachung aufzubauen

genau das hatten sie vorher auch schon getan, mit Stichwortsuche und Co., es wird nur gerne alles auf 9/11 geschoben, weil dort die mediale Verwertung dort so gut gelungen ist.

Kurz:
Der Wille war schon da, die Umsetzung auch, mit 9/11 hatte man nur einen Vorwand sie zu beschleunigen.

> Es kommt aber noch ein anderer Aspekt dazu. „Seit 9/11” kann man sowohl kausal, als auch als reine Zeitangabe verstehen. 2001 war das öffentliche Internet erst in der Anfangsphase, noch wenige Haushalte hatten Zugang. Es gab schlichtweg noch nicht so viel zu erforschen. Eine wesentliche Grundlage dieser flächendeckenden Überwachung ist erst mit dem Internet und nach 9/11 entstanden, also durchaus „seit” im rein zeitlichen Sinne, als Zeitangabe.

Ja stimmt, das kommt hinzu.


Heinz
15.2.2014 20:46
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> Einmal mit Blick auf den CCC, denn es wird Zeit, dass denen auch mal jemand einen Knick in ihr dämliches „Wir-sind-doch-die-Guten”-Narrativ bügelt.

Ich verstehe immer noch nicht ganz, wieso du dem CCC die Schuld für den “Angriff” in die Schuhe schiebst.
Wir wissen doch, dass das jeder Besucher (oder Jemand mit Laptop vor dem CCH-Gebäude) gewesen sein kann.


Hadmut
15.2.2014 20:53
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> Ich verstehe immer noch nicht ganz, wieso du dem CCC die Schuld für den “Angriff” in die Schuhe schiebst.

Das ist mir schon klar, dass das jeder x-beliebige Besucher gewesen sein kann. Das beruht aber eben auch auf der Sichtweise und Mentalität, die der CCC da pflegt. Und die machen ja auch immer gerne die Oberorganisation für etwas verantwortlich. Und sie halten sich eben für die oberste Moralinstanz. Und dafür reicht’s halt nicht.


Reinhard
15.2.2014 22:12
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Also ehrlich, mir kommt diese Definition von Angriff so vor wie die von T-Systems, bei denen gilt: 1 Ping == 1 Angriff. Damit sie dann zu anderen Firmenhingehen könnten und sagen, dass sie (TSystems) ja so toll sind, und überhaupt, weil sie haben über eine Milliarde Angriffe letzte Woche detektiert und nur sie können die Firma davor schützen.

Auch wenn ich Hadmut in gewisser Weise recht gebe, dass sich der Bundes-CCC als Moralinstanz aufspielt, was ist denn die Alternative? Dass sich die Genderisten als Moralinstanz aufspielen? Oder andere Sortieralgorithmen entwickelnde Informatiker (http://www.danisch.de/blog/2013/10/08/das-elend-unter-den-sortieralgorithmen/)?

Lieber nicht.

Es ist immerhin erfreulich, dass — wenn auch unfreiwillig — die sicherheitstechnisch mangelhafte Einrichtung des Mailservers jetzt eine nicht zu vernachlässigende Erwähnung in der Presse findet.


Reinhard
15.2.2014 22:50
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Nebenbei bemerkt, die Ausladung wurde von Dr. Iris Gibbert geschrieben. Keine Informatikerin, sondern Juristin. Dass sie von “technischen Auswirkungen” spricht halte ich für höchst fragwürdig.

Ein paar Infos gibts hier: http://www.tm-thiele.de/presse/Ausser_komplett.pdf


Hadmut
15.2.2014 22:54
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Zickenterror?


WikiMANNia
16.2.2014 0:33
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> Politiker, die so dilettantische Politik auf Laien-Niveau machen, die sind Teil des Problems. Solche Leute könnte man ja mal fragen, wer eigentlich solche Sachen fördern und entwickeln sollen, nachdem sie ja per Frauenquote durchsetzen, dass die Professuren an Sozio-Schwätzerinnen gehen, die technikfern sind und mit Technik nichts zu tun haben wollen. Denen zu Überwachung höchstens einfallen würde, dass es männliches Machtgehabe und ein weiterer Beweis für die Unterdrückung der Frau wäre, weil Frauen unter Überwachung mehr leideten.
Jau! 😉


Fry
16.2.2014 11:42
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Danke für diesen Artikel.

Zu deiner Nebenbemerkung “nichts gegen Snowden, aber…was für ein einfacher Vorgang das war”. In meinen Augen ist Snowdens Leistung tatsächlich unglaublich, fast übermenschlich. Denn er war IM SYSTEM und hat sich nicht korrumpieren lassen – alleine das ist schon eine psychologische Leistung. Dann hat er kühl analysiert, WELCHE Dokumente der Außenwelt die Augen am besten öffnen würden, und hat diese rausgetragen. Schlussendlich hat er mit Poitras/Greenwald ein Journalistenteam gefunden, die die Dokumente tatsächlich aufarbeiten und häppchenweise, Thema für Thema, nach außen bringen. Ab da wird es die Leistung der Journalisten. Aber eine solche Lawine loszutreten, dafür reicht es eben nicht, mal eben alles zusammenzukramen und nach außen zu tragen. Das ist eine Leistung, zu der unter zigtausend Mitarbeitern der NSA nur einer fähig war. Nobelpreiswürdig.

Ich schreibe das übrigens nicht, weil ich Snowden als Held verehren möchte (wobei er das ist), sondern weil seine Leistung (wie auch die Assanges oder Mannings) von der Mainstream-Presse gerne runtergespielt wird.

(man vergleiche dazu die Leistung eines James Clapper oder H-P Friedrich….)


Hadmut
16.2.2014 12:06
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@Fry: Ich hatte es anders gemeint. Zweifellos war es eine hohe charakterliche und moralische Leistung. Aber keine kryptographische. Denn der hat ja inhaltlich nur alles gesammelt, was er bekommen konnte, und es meist nicht mal selbst gelesen.


O.
16.2.2014 11:44
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O.
16.2.2014 12:07
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Naja, in gewissem Sinne lagen die Grünen mit Ihrer Ablehnung der Informationstechnologie ja richtig.
Die Probleme, über die seit Snowden auch in den Mainstream-Medien berichtet wird, hätten wir nicht.

Joseph Weinzenbaum lässt grüßen…


Hadmut
16.2.2014 12:12
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> Die Probleme, über die seit Snowden auch in den Mainstream-Medien berichtet wird, hätten wir nicht.

Gleiches könnte man von der Elektrizität, der Dampfmaschine und dem Verbrennungsmotor sagen. Die Frage wäre, welches Zeitalter das „Richtige” war.

Die interessantere Frage wäre, wie ein Internet aussehen würde, wenn wir alles „richtig” gemacht hätten.


O.
16.2.2014 13:13
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das CCC_bashing finde ich nicht ganz so sinnvoll.
Daß die nichts verändert hätten, stimmt ja so nicht.
Die haben sich am Bundesverfassungsgericht und anderen Orten eingebracht.

Daß die Expertise nicht aufgegriffen wird, liegt ja nicht am CCC,
sondern den ignoranten Politikern und Juristen.
Und immerhin ein bischen was wurde ja auch aufgegriffen.

Wenn nur das Erfolgskriterium zählt, kann man das ebenso den Superkryptologen vorhalten: warum haben die sich denn raus ekeln lassen… diese Looser… also bringt das garnichts, fachlich 1a zu sein, wenn der Erfolg ausbleibt, weil die sich durch Flachnasen ersetzen lassen.

So ungefähr kommt auch Deine CCC-Kritik rüber.
Der CCC wird immerhin ab und zu in den Mainstreammedien aufgegriffen und Journalisten können sich da informieren.
Wo bitteschön ist der Einfluß der Superkryptologen und von Hadmut Danisch?

Meckern ist ok, aber auch nicht hinreichend.


Hadmut
16.2.2014 13:33
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@O.:

> Daß die nichts verändert hätten, stimmt ja so nicht.

Ich sehe nicht, dass die wesentlich was zum Guten verändert haben. Die betreiben Lobbyismus und Selbstdarstellung.

> Die haben sich am Bundesverfassungsgericht und anderen Orten eingebracht.

Ich halte die Stellungnahmen des CCC für das Bundesverfassungsgericht meistens für ziemlichen Müll und politischen Lobbyismus. Und deshalb verfehlt. Bei der Vorratsdatenspeicherung haben die ziemlichen Quatsch abgelassen.

Und das Problem ist genau das, was Du da schreibst: Sie bringen sich ein. Genau das sollte ein seriöser Gutachter aber gerade nicht tun.

Ein Hauptproblem am CCC ist, dass sie sich als Gutachter und Sachverständiger fühlen und aufspielen, aber ständig nur Lobbyismus betreiben. Weder ziehen sie eine Grenze, noch erkennen sie sie. Und das ist einfach nur Müll.


Heinz
16.2.2014 14:25
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@Hadmut
> Bei der Vorratsdatenspeicherung haben die ziemlichen Quatsch abgelassen.

Einige deiner Stellungnahmen bzgl. VDS sind auch umstritten.

> Sie bringen sich ein. Genau das sollte ein seriöser Gutachter aber gerade nicht tun.

Sie sind kein seriöser Gutachter, weil sie eine Meinung haben und äußern?


Hadmut
16.2.2014 14:32
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> Einige deiner Stellungnahmen bzgl. VDS sind auch umstritten.

Was soll denn das für eine Aussage sein? Bloß weil es jemandem politisch nicht in den Kram passt, heißt das ja noch nicht, dass etwas falsch war.

> Sie sind kein seriöser Gutachter, weil sie eine Meinung haben und äußern?

Ich bin hier gar kein Gutachter, weil ich hier nicht gutachterlich, sondern publizistisch tätig bin. Das ist etwas völlig anderes. Und deshalb heißt das Blog ja auch „Ansichten eines Informatikers”, ist also per Definition subjektiv und nicht gutachterlich. Gutachten sehen völlig anders aus.

Genau das ist aber der Punkt, den der CCC nicht kapiert: Den Unterschied zwischen der Publikation seiner Meinung und einem Gutachten. Die glauben nämlich, es sei im wesentlichen das Gleiche. Dabei ist es das Gegenteil.


Heinz
16.2.2014 15:34
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> Was soll denn das für eine Aussage sein? Bloß weil es jemandem politisch nicht in den Kram passt, heißt das ja noch nicht, dass etwas falsch war.

Nicht nur politisch, auch sachlich.

> Die glauben nämlich, es sei im wesentlichen das Gleiche. Dabei ist es das Gegenteil.

Das hatte ich bisher nicht so verstanden.
Wenn dem so wäre wären die doch längst überall als Gutachter rausgeflogen und würden nicht regelmäßig eingeladen werden.


Fry
16.2.2014 15:43
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Der CCC ist sicher nicht über Kritik erhaben, aber hat weniger Personal-, Kompetenz-, und Selbstdarstellungsprobleme als jede unserer Parteien. Ich bin froh, dass es den CCC gibt (und den Heise-Verlag, und diverse Blogs, zu denen auch dieser gehört).

Hör bitte auf, dich an CCC & Co. abzuarbeiten. Es gibt lohnenswertere Ziele, und Kooperation ist idR besser als Konkurrenz.

Wundere mich sowieso, warum du nicht im CCC bist und dort eine führende Rolle spielst.


Hadmut
16.2.2014 16:10
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> Hör bitte auf, dich an CCC & Co. abzuarbeiten. Es gibt lohnenswertere Ziele, und Kooperation ist idR besser als Konkurrenz.

Nein. Erstens verbitte ich mir die Abwertung meiner Arbeit als „abzuarbeiten”, weil ich hin und wieder etwas über die schreibe. Zweitens halte ich die Ziele und Vorgehensweisen des CCC für wenig vertretbar. Drittens halte ich deren Bereitschaft für zu hoch, der Ideologie, der Politik und des Lobbyismus wegen auch fachlich Mist zu schreiben. Dadurch wird der CCC nämlich auch selbstwidersprüchlich. Und zu vieles, was der CCC vertritt, ist einfach nur ideologischer Müll.

> Wundere mich sowieso, warum du nicht im CCC bist und dort eine führende Rolle spielst.

Weil man in diesem extrem auf Linientreue geprügelten Umfeld keine Meinung vertreten kann, die abweicht. Äußert man beispielsweise zur Vorratsdatenspeicherung einen Standpunkt, der auch nur geringfügig von deren Mantra und Vereinsideologie abweicht, geht sofort der Shitstorm los.

Ich bin einmal von einem CCC-Mitglied eingeladen worden, zu einem Congress zu kommen. Ich wollte mir eine Eintrittskarte kaufen, hatte sie sogar schon, und dann ist das passiert. Was bitte soll ich da? Ich glaube auch nicht, dass ich dort irgendetwas bewirken würde oder könnte. „Führende Rolle” schon gleich gar nicht. Dazu müsste man den Laden erst mal komplett ummodeln und in Ordnung bringen. Und das dürfte ziemlich unmöglich sein, zumal die dort ja auch sehr an ihren Personen hängen.

Davon abgesehen spinnen die auch in anderer Hinsicht. Ihre Position etwa zum Feminismus halte ich für völlig daneben. Erst jetzt geht denen so ganz langsam ein Licht auf, dass sie da wohl irgendwie falsch liegen.


Heinz
16.2.2014 18:09
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> zu vieles, was der CCC vertritt, ist einfach nur ideologischer Müll.

und

> Zweitens halte ich die Ziele und Vorgehensweisen des CCC für wenig vertretbar.

Welche Ziele sind nicht vertretbar?

> Weil man in diesem extrem auf Linientreue geprügelten Umfeld keine Meinung vertreten kann, die abweicht.

Naja “auf Linientreue geprügelten Umfeld” ist nun wirklich übertrieben
Es gibt durchaus verschiedene Meinungen, nur hat der CCC, wie jede Partei und viele Vereine gewisse grundsätzliche Positionen/Ziele*, ansonsten gibt es da durchaus viele verschiedene Meinungen.

*gegen flächendeckende/ausufernde Überwachung, für Bürgerrechte (besonders Datenschutz), für Freiheit besonders im digitalen/Kommunikations- Bereich
Sind ja nun keine schlechten Positionen.
Wenn man natürlich anderes/gegenteiliges fordert ist man woanders (z.B. CDU) besser aufgehoben.


Reinhard
16.2.2014 20:29
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Da muss ich (leider?) @Heinz zustimmen.

Es kommt mir so vor als ob hier teilweise die Piraten mit dem CCC gleichgesetzt werden.

Mir ist zwar nicht ganz klar was die Position des CCC zum Feminismus ist, aber wenn man – gerechtfertigterweise – auch andere Meinungen zu den Kongressen zulässt, dann kommen halt mal Vorträge wie der hier raus:
http://www.danisch.de/blog/2012/12/28/die-ccc29c3-peinlichkeit-britta-schinzel/
Somit haben sogar die Genderisten eine Chance, ihre Meinung darzustellen. Dass sie die dann komplett vergeigen, kann wohl kaum das Problem des CCC sein.

Der Vorfall mit den Eintrittskarten ist zwar sehr unschön, das kommt aber letztlich davon dass eben keine Millionen für die Verwaltung ausgegeben werden. Das machen alles freiwillige, die auch sonst schon mehr als genug zu tun haben, und ab und zu kommt halt mal sowas vor.

Ich bin mir sicher, dass der CCC nichts gegen eine neutrale Millionen-Spende hätte, um sowas in Zukunft “professionell” erledigen zu lassen (der Mehdorn wäre wohl eine gute Wahl). Solange das nicht passiert, nehme ich lieber mit ein paar kleineren Fehlern vorlieb als dass das ganze Geld (so viel ist das nicht!) für sowas rausgeworfen wird.


Hadmut
16.2.2014 20:36
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Mal abgesehen davon, was so ein Vortrag schon dem Thema nach dort zu suchen hat, hat der CCC ja auch mehrfach feministische Ansichten geäußert. Und dass die da die Idioten mit diesen Creeper-Cards nicht rausgeworfen haben, die anderen Schläge ins Gesicht angedroht haben, ist auch No-Go.


Reinhard
16.2.2014 20:34
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@Hadmut Konkrete Nachfrage zu: “Der CCC litt schon immer an der „Alles Schlampen außer Mutti”-Psychose in der Form „Alle sind böse, nur wir sind so gut”.”:

Wer ist denn deiner Auffassung zum Beispiel “nicht böse”, von dem der CCC sagt dass er böse ist?


Heinz
16.2.2014 21:47
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@Hadmut
Das ist ja nicht wirklich eine Position, die in der Öffentlichkeit vertreten wurde.
Schließlich waren sie da in einer ungünstigen Lage, sie konnten die Leute nicht rauswerfen, da diese die Karten sehr schnell verteilt hatten.
Sollen sie sich dann Jeden krallen, der mit solchen Karten gesehen wird?

Z.B. beim Hacker Jeorpady ist es definitiv nicht ideal gelaufen, aber wie hätte es der CCC (viel) besser machen sollen?

@Reinhard
> Da muss ich (leider?) @Heinz zustimmen.

Wieso leider?


Hadmut
16.2.2014 21:51
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> Schließlich waren sie da in einer ungünstigen Lage, sie konnten die Leute nicht rauswerfen, da diese die Karten sehr schnell verteilt hatten.

Freilich konnten sie. Sie hatten Hausrecht und die vertragliche Verpflichtung, allen Anwesenden die ungestörte und unbedrohte Teilnahme an der Konferenz zu sichern, die hatten ja Eintritt gezahlt.

Außerdem wurden die ja auch nicht auf einmal verteilt und das war’s. Die Leute haben die ja anderen “übergeben”. Man hätte zwingend jeden, der einem anderen Schläge ins Gesicht androht, sofort rauswerfen müssen.

Noch dazu, wenn man wie der CCC ständig gegen Polizeigewalt wettert. Was hätte der CCC wohl gemacht, wenn irgendwo ein Polizist einem Demonstranten so eine Karte übergeben hätte, auf der steht „Wenn Du das nochmal machst, kriegst Du ein paar aufs Maul” ?


Heinz
16.2.2014 22:01
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@Hadmut
PS.: letztes Jahr (30C3) gabs immerhin keinen Gendervortrag und auf der Veranstaltung waren die Genderisten nur am Rande, ein paar Plakate auf denen “Queer Feminist Geeks” stand.
An einigen Toiletten (die weniger benutzt wurden) haben sie die Schilder für Damen und Herren mit Schildern für Pissoirs bzw. Sitztoiletten überklebt, was allerdings nicht mit der Orga abgestimmt war und eher Verwirrung stiftete.
Es hat wohl kaum Jemand verstanden woher das kam / was das soll (ich hab schon überlegt, ob ich die entfernen soll). Einem hab ich den Weg zur richtigen Toilette gewiesen.

> hat der CCC ja auch mehrfach feministische Ansichten geäußert.
Jain, so richtig deutlich zum Glück nur indirekt(Vorträge auf C3 und SIGNT), klar Linie bezogen noch nicht.


Hadmut
16.2.2014 22:06
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Nein, da gab’s irgendwo in irgendeinem Paper des CCC, irgendeine Satzung oder sowas, Gender-Statements.

> An einigen Toiletten (die weniger benutzt wurden) haben sie die Schilder für Damen und Herren mit Schildern für Pissoirs bzw. Sitztoiletten überklebt,

Man könnte es als sexuelle Belästigung auslegen, wenn die Frauen aufs Männerklo gehen und den Männern dort beim Pinkel zugucken.

Auch solche Leute, die sowas eigenmächtig überkleben, gehören rausgeworfen.


Heinz
16.2.2014 22:12
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@Hadmut
> Man hätte zwingend jeden, der einem anderen Schläge ins Gesicht androht, sofort rauswerfen müssen.

Ja das stimmt, es machte allerdings den Eindruck, als sei das nicht gewollt.
Selbst als es am Ende von Frank Rieger* leise Kritik an den Karten gab war er sehr bemüht den Feministen nicht auf die Füße zu treten.

Wenn es eine (bessere) Alternative zum CCC gäbe wäre ich schnell dabei, aber die gibt es leider nicht (von den Mitgliedern halten übrigens viele nichts von Gender & Co.).

*er sagte man solle lieber drüber reden, als Karten zu verteilen


Hadmut
16.2.2014 22:14
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> Selbst als es am Ende von Frank Rieger* leise Kritik an den Karten gab war er sehr bemüht den Feministen nicht auf die Füße zu treten.

Und das war ultimativer Murks.


Reinhard
16.2.2014 23:34
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Ja, Creepercards usw. waren nicht wirklich toll, aber die Security (beim 30C3 in Form von Honkhase, und niemand sonst, wenn ich mich richtig erinnere) hat genau dasselbe Problem wie die Orga: Keiner wirft eine Million dafür aus dem Fenster.

Der CCC kann es sich (im Gegensatz zu vorher, wo das wohl eher fehl am Platz war, kann man hier glaube ich wirklich “leider?” sage) m.E. im Augenblick aus Publicity-Gründen nicht leisten, hart dagegen vorzugehen. Selbst wenn z.B. Frank Rieger der Meinung wäre, dass das nicht OK ist (ob das real der Fall ist ? Keine Ahnung!), würde das nur zu einer üblichen Debatte, ohne Ende und ohne Ausgang führen, unter der der CCC selbst massiv leiden würde, aber das ihm seinen Zielen nicht ernsthaft näherbringen würde.

Das ist nicht toll, aber ich finde auch, dass die Grundsätzlichen Ziele des CCC zwar von Feministen negativ beeinflusst werden, er sich aber doch auch auf was anderes konzentrieren sollte als wütende Mails von Feministen zu bearbieten.

Meine Erfahrung mit dem CCC, auch wenn die auf Bundesebene eher gering ist, zeigt mir dass es schon sehr schwierig ist, lokal jemand zu finden der ernsthaft “Pro-Quote” etc. ist. Insbesondere wenn man die ausschließt, die in den Club kommen “weil ihr Safari nicht funktioniert” oder so.


Hadmut
16.2.2014 23:44
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@Reinhard:

Deshalb lässt man sich in solchen Fällen erst gar nicht auf eine Debatte ein, sondern erteilt Hausverbot und setzt das durch, notfalls mit der Polizei. Das muss sich auch unter Feministinnen mal rumsprechen, dass sie sich nicht benehmen können wie Sau.

Und auch wenn man nicht Security ist, besteht immer die Möglichkeit (oder sollte bestehen), öffentliche Mitteilungen zu machen und klarzustellen, dass die rausfliegen, die sich nicht an Regeln halten, die man setzen muss.

Man kann sich nicht einerseits darüber aufregen, dass der Staat einen im großen überwacht, gleichzeitig aber dulden, dass auf einer Konferenz das Verhalten eines jeden von Gender-Spinnern überwacht wird. Damit macht man sich unglaubwürdig. Geht gar nicht.


Reinhard
16.2.2014 23:53
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@Hadmut: Das wäre nicht schlecht, ist aber schwierig, wenn man wie z.B. bei den verklebten Kloschildern gar nicht weiß wer das war. Oder wer *ursprünglich* die Creepercards verteilt hat. Es kann ja nicht das Ziel sein, jeden rauszuwerfen, der sich so ein paar Karten hat in die Hand drücken lassen, ohne drüber nachzudenken.

Außerdem würde das genauso als Zensur (Bild-Schlagzeile: “CCC will Frauenrechtlerinnen mundtot machen — nicht mit uns, sagt Alice Schwarzer”) gewertet werden und dann letztlich zur selben Debatte führen. Der CCC würde sogar noch schlechter dastehen.

Rein praktisch ergibt sich auch noch die Herausforderung, dass im CCC niemand sowas alleine entscheiden will, sondern es häufig lieber auf eine längliche interne Debatte ankommen lässt. Auch nicht so toll, aber die Alternativen sind auch nicht wirklich besser.


Hadmut
17.2.2014 0:01
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Dann macht man halt wenigstens mal das Maul auf und sorgt dafür, dass es aufhört.

Es kann auch nicht angehen, dass Leuten weiterhin Schläge ins Gesicht angedroht werden oder Leute sich beim Pinkeln zugucken lassen müssen.

Gerade dann, wenn man ständig als Moral- und Anspruchsmaschine unterwegs ist wie der CCC, muss man doch wenigstens im Kleinen das selbst unter Kontrolle bringen müssen. Und bei den Creeper Cards war ja durchaus schnell klar, wer das war. Den schmeißt man gleich raus. Und zwar so, dass es alle mitkriegen. Ruckzuck ist Schluss damit, wenn man das richtig formuliert.

Man müsste halt mal in der Lage sein, sich generell gegen Gewalt auszusprechen und nicht nur gegen Polizisten.

Und Zensur ist das auch nicht. Da muss man dann eben auch genug Hirn hinterm Maul haben, um das ordentlich zu begründen.

> Rein praktisch ergibt sich auch noch die Herausforderung, dass im CCC niemand sowas alleine entscheiden will,

Was soll man dazu noch sagen?

Kann ja gar nicht sein. So eine Veranstaltung muss doch einen Verantwortlichen und Geschäftsführer haben. Was machen die denn bei anderen Gefährdungen für Leib und Leben? Irgendjemand muss doch in der Lage sein zu sagen „Abbruch, alle raus hier!” wenn eine Gefahr droht.

Und dann regen die sich immer über Firmen und Behörden auf. Wenn irgendwer eine Softwaremacke hat, zieht der CCC sofort über die her. Aber selbst für gewaltfreie Veranstaltungen zu sorgen oder wenigstens mal einen Computer dazu zu bringen, Eintrittskarten fehlerfrei zu verkaufen geht nicht.

Ständig Ansprüche an andere stellen, denen sie selbst nicht entsprechen können.

Ich fass es einfach nicht…


Reinhard
17.2.2014 0:25
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@Hadmut: Das Problem ist doch, selbst wenn man das sagt, glauben die meisten Zeitungen wohl eher denen die das Maul am weitesten aufmachen. Ich wage zu bezweifeln dass das nicht die Feministinnen sind.

Logisch ist das keine Zensur. Das will aber niemand hören, weil die Zensur die bessere Schlagzeile abgibt.

Zu dem Beispiel bzgl. Entscheidung:

– Disclaimer: Ich war noch nie bei einer Bundes-CCC-Veranstaltung. Kann also sein dass ich alles total verzerrt darstelle.
– Ich denke es ist wesentlich einfacher sowas zu entscheiden wenn eine unmittelbare Gefahr besteht.
– Auch wenn ich es schön fände, wenn das so laufen würde wie du es gerne hättest, der CCC ist eben *nicht* ein Lobbyismusverband mit Milliardenbudget. Also finde ich auch, dass die einen ziemlich deutlichen Vorsprung haben dürfen in dem was sie nicht leisten. Leistung ist nun mal auch abhängig von den Ressourcen, und wenn ich viele Millionen an Steuergeldern habe (wie mit diesem Frauen-Turm-Archiv von Alice Schwarzer kürzlich), finde ich, dass dann wesentlich mehr an Leistung erwartet werden kann als wenn man praktisch 0 Steuergelder hat (wie der CCC).

Wenn also z.B. das BSI, das Millionen von Steuergeldern nicht nur hat, sondern auch dafür ausgibt, eine supertolle Krypto-Software zu schreiben (z.B. CHIASMUS) und dann einen epic fail produziert (siehe 30C3-Vortrag dazu), finde ich Kritik gerechtfertigt (ich finde weiterhin, jeder hat das Recht, auf eigene Kosten Müll zu produzieren, solange es nicht veröffentlich oder verwendet wird).

Damit man das auch vom CCC verlangen könnte, müssten da schon ganz andere Ressourcen zur Verfügung stehen.

Die Veranstaltungen wie (30+n)C3 werden ja eben zum Informationsaustausch veranstaltet — natürlich in einem bestimmten Gebiet — und so groß wie jetzt sind sie nur, weil halt ausreichend Interesse besteht. Ich finde nicht, dass sie vom CCC zur harten Ideologisierung benutzt werden, anders als z.B. die Netzwerk Recherche Veranstaltungen.

Klar, wie m.W. bei DEFCON usw. könnte sich der CCC Sponsoren holen und dann einfach alles so machen wie du dir das vorstellst — bei der Besucherzahl würde das sicher problemlos gehen. Aber gerade dadurch wäre es höchst wahrscheinlich dass der (30+n)C3 in eine sehr unschöne Richtung (welche auch immer) gebiast würde.

Lieber amüsiere ich mich ab und zu mal über eine Britta Schinzel als dass ich stattdessen nur eine Meinung höre (wobei das Vorspulen zugegebenermaßen schon ein Luxus war).


Joe
17.2.2014 11:13
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Gerade dann, wenn man ständig als Moral- und Anspruchsmaschine unterwegs ist wie der CCC, muss man doch wenigstens im Kleinen das selbst unter Kontrolle bringen müssen. Und bei den Creeper Cards war ja durchaus schnell klar, wer das war. Den schmeißt man gleich raus. Und zwar so, dass es alle mitkriegen. Ruckzuck ist Schluss damit, wenn man das richtig formuliert.

Der CCC war ja nicht einmal in der Lage auf dem Kongress einen Lennart Poettering rauszuwerfen, der fast eine Stunde lang einen Vortrag eines Wolfgang Draxinger über das Scheitern des Linux-Desktops gestört und damit meine Zeit verschwendet hat.

So ist das halt bei den Computer-Nerds ohne Freundin, wohnend bei Mutti im Keller: Sozialkompetenzen Null, Technik als angebliche Lösung aller Probleme. Perfekt als nützliche Idioten für linke Gesellschafts(de)konstrukteure. Denn auf deren Ideen (a la “Naziseiten hacken” u. ä. Vollspastenquark) sind die ja nicht von selber gekommen. Da wird schon seit der Gründung aus dem Hintergrund gesteuert. Genauso ist es halt mit den Creeper-Cards.

Und dann stellt sich dieser alberne Hampelmannhaufen als “unabhängig” mit der Kompetenzkompetenz dar. Völlig lächerlich.


FullxD
17.2.2014 21:23
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Die mit ihrer „Wir-sind-doch-die-Guten”-political correctness-Psychose sind auszuladen, zumindest bis sie ihren Laden wieder sauber haben: Die CIA-“Feministen” ließen Julian Assange nicht zur “30C3” Veranstaltung des Vereins -nicht einmal als Stream-Übertragung. Da wurden die Steckdosen im Saal kurzgeschlossen und die Netzwerk- und Übertragungskabel gekappt. “Wir wollten diesem Arschloch keine Bühne bieten”, sagte ein Feminazi dazu. Wie mit den zur gewaltaufforderenen “Creeper cards”, geschah das alles völlig mit Segnung der dortigen Veranstaltungsleitung. Offiziell bestätigte der Chaos Computer Club nicht einmal, dass jemand auf der Konferenz den Auftritt Assange sabotiert hätte. Constanze Kurz, Sprecherin des Clubs, gab auf Nachfrage der Presse nur ein “kurzfristige technischen Schwankung” vor. Sie schmeichelte sich darüber hinaus bei den Saboteuren ein, warum man Assange überhaupt erst erlaubt habe zu sprechen. Sie hätten “mehr diskutieren sollen, aber für uns war das in der Planung ein Vortrag von vielen. Das kann man uns zum Vorwurf machen.” Mit solchen heuchlerischen “Freunden” braucht das Multitalent Assange keine anderen Feinde mehr. Die Geschichte wird ihn freisprechen!


Hadmut
17.2.2014 21:29
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Da wär ich mir bei Assange nicht so sicher. Ich hab schon den Eindruck, dass der nicht alle Zapfen an der Tanne hat. Womöglich kommt da noch irgendwas heraus.

Aber dass auch die feministische Aktion gegen Assange gesteuert worden sein könnte, das drängt sich durchaus auf. Das stimmt.


FullxD
17.2.2014 21:37
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> Da wär ich mir bei Assange nicht so sicher. Ich hab schon den Eindruck, dass der nicht alle Zapfen an der Tanne hat.

Sprach ein nützlicher Querulant über den anderen. 😉


Hadmut
17.2.2014 21:40
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> Sprach ein nützlicher Querulant über den anderen.

Dafür hab ich nicht mehr alle Haare auf dem Kopf. Aber das fällt in eine andere Kategorie.


yasar
18.2.2014 12:15
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@Hadmut: Dafür hab ich nicht mehr alle Haare auf dem Kopf. Aber das fällt in eine andere Kategorie.

Man einer könnte jetzt sagen, die werden woanders gebraucht und sind dorthin gewandert. 🙂


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