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Gefährliche LED-Lampen

Hadmut
12.12.2010 14:29

Die Crux mit der Beleuchtung.

Als ich Kind war, hatte man gewöhnliche Glühbirnen. Dann kamen diese potthässlichen, aber in den Siebziger Jahren unvermeidlichen, billigen, hässlichen, dreiflammigen, pseudofuturistischen Deckenstrahler aus Blech mit den teuren Reflektorglühbirnen. Und dann die Energiesparlampen, zusammengefalltete Leuchtstoffröhren. Hässlich, unangenehmes Licht, lange Dauer bis zum Erreichen der vollen Leuchtstärke, anfangs teuer, und wie sich inzwischen herausstellte, eine ziemliche giftige und gefährliche Sache. Bei meinem vorletzten Hauptumzug vor inzwischen 11 Jahren habe ich mir damals die Wohnung mit dem zugehängt, was damals hip und chic war: Halogen-Systeme in Form gruselig geformter Leuchten oder von gespannten Seilsystemen. Stromversorgung über Trafo, bestückt mit 20W-12V-Halogbirnen.

War ein ziemlicher Scheiß. Außer im Flur, wo ich ein Seilsystem mit ziemlich vielen von denen bestückt hatte, gab es nirgends richtig Licht. Bei einer der Leuchten stimmte wohl die Trafo-Spannung nicht, die hatte einen unglaublich hohen Verbrauch an Birnen, die gingen andauernd kaputt. Und eine andere dieser Leuchten hinterließ an der Decke dunkle Flecken, weil durch die hohe Hitze der Lampen eine ungünstige Luftströmung entstand, und sich damit Staub aus der Raumluft an der Decke anlagerte.

Beim letzten Umzug habe ich daher vermieden, mich auf eine bestimmte Beleuchtungstechnik festzulegen, und vorwiegend Leuchten mit GU10-Sockeln verwendet, auf denen 230 Volt anliegen. Keine Trafos, keine Blindverbraucher, kein großen Kästen. Kleine, schlanke Leuchten, die nicht per se schon Strom verbrauchen, und dann variabel in der Wahl der Lampen, die man reinsetzt. Die teils mitgelieferten 35 und 50 Watt Halogenbirnen geben zwar (vor allem im Vergleich zu den 12-Volt-Versionen) ein angenehmes und gutes Licht – aber verbraten ziemlich viel Strom. 500 Watt für die Wohnzimmerbeleuchtung will ich nicht (mehr), wird auch zu teuer, und ständig ein- und ausschalten ist mir auch zu blöd.

Zweiter Teil des Experiments waren GU10-Energiesparlampen, also auf Glühbirnengröße zusammengeschrumpfte Mini-Leuchtstoffröhren zu 6 Euro das Stück. Was auch wieder teuer ist, die erste hat nach etwas mehr als einem Jahr aufgegeben. Und wenn man sie einschaltet, hat man kaum licht, weil sie nur rosa glimmen und ne Weile brauchen, bis sie gutes Licht geben (das sie dann aber auch tun). Nur gelten die heute auch als böse, weil giftig und Quecksilber und so.

Also habe ich mir vor einem Jahr die ersten LED-Lampen gekauft, nur zum Testen, zwischen 20 und 30 Euro das Stück. Und war begeistert. Zwar Elektronik, aber nicht sondergiftig, geringer Energieverbrauch (3 und 5 Watt), mit dem Verbrauch einer einzigen Halogenbirne bekomme ich das ganze Wohnzimmer beleuchtet, ordentliches, angenehmes Licht, robust, lange Lebensdauer, und das Licht ist beim Einschalten sofort in voller Leistung da. Und in meinem modernen Schienensystem sehen die Dinger auch noch affengeil aus, so richtig gut. Inzwischen sind die Dinger allgemein billiger geworden, und ich habe mehr davon gekauft, um alle Leuchten damit auszustatten. Inzwischen habe ich sie von drei verschiedenen Herstellern/Quellen, leider einmal auch kaltweiß erwischt, was nicht zu den anderen warmweiß-Lampen paßt, aber beim letzten Kauf welche zu 8 Euro genommen, die auch sehr gut aussahen und statt einer 3-Watt-LED drei 1-Watt-LEDs haben. Tolles Licht, sehr zufrieden.

Neulicht flackerte eine. Nicht von den teuren, nicht von den billigen kaltzweißen, sondern die mittelteuren zu 8 Euro. Ich baue sie also aus – und sehe, daß ihr Sockelgehäuse verformt, angeschmolzen, zusammengezogen ist. Die Elektronik schaut raus. Irgendwas scheint sich innen auch ausgedehnt und das durch Hitze erweichte Gehäuse ausgedehnt zu haben.

Es zeigt sich bei der Kontrolle, daß eine zweite genauso geschmolzen und verformt ist, und sich bei einer dritten erste Anzeichen finden.

Damit besteht letztlich auch Stromschlag- und Brandgefahr. Der Universalität von 230 Volt steht das Problem gegenüber, daß in der Birne auf winzigstem Raum ein Spannungswandler untergebracht sein muß. Und das gelingt offenbar nicht jedem hochwertig und preisgünstig, vor allem wenn die Dinger irgendwoher aus Fernost stammen (was man nicht vermeiden kann, weil sie eigentlich alle aus Fernost stammen).

Ich war zwar überzeugt, nun das ultimative Beleuchungsmittel gefunden zu haben, weil mir das Licht gefällt, sie gut aussehen, sehr sparsam und sofort da sind und man – theoretisch – nie wieder hochsteigen muß, um eine kaputte Birne auszutauschen. Da macht sich nun aber doch gewisse Ernüchterung breit.

Kürzlich hatten sie im Supermarkt-Angebot Deckenleuchten mit LED-Leuchtmitteln. Nicht superschön, aber geht so und billig. So rein aus technischem Interesse wollte ich wissen, welchen Sockel die haben, weil die so billig waren, daß man sogar noch spart, wenn man die Leuchte wegwirft und nur die LED-Lampen behält (weil die halt im Einzelhandel teurer sind als wenn sie der Hersteller seiner Leuchte beilegt). Verblüffend: Die LEDs waren nicht mehr als wechselbare Birnen in standardisiertem Sockel, sondern fest eingebaut. Das waren die ersten Deckenleuchten für die Wohnung, die mir untergekommen sind, bei denen man die Leuchtmittel nicht mehr wechseln konnte, weil sie fest und verschlossen eingebaut waren, vermutlich zugunsten einer zentralen Wandlerelektronik und der Einsparung der Sockel. Erstaunlich. Und wenn was nicht geht, darf man die ganze Leuchte von der Decke schrauben.


2 Kommentare (RSS-Feed)

nadar
12.12.2010 18:33
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Bei den geschmolzenen Sockeln könnte ich mir vorstellen, dass die Verlustleistung der LEDs schlecht abgeleitet wird.
Kürzlich hatte ich drei 1W-LEDs in Reihe geschaltet und auf einen Kühlkörper mit 3cm² Fläche geklebt. Der Kühlkörper wurde unangenehm heiß – ich konnte ihn nicht auf Dauer in der Hand halten.

Zu gebrauchsfertigen LED-Leuchtmitteln:
Vor einigen Jahren kaufte ich eine relativ billiges GU10-LED-Leuchtmittel. Die Wirkung entspricht der von Mondlicht.
Einig Zeit später gab es im Aldi diese LED-Leisten:
http://www.leuchtenservice-shop.de/epages/62177547.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/62177547/Products/%223100/01/1%22
An meinem Schreibtisch-Eck leuchten die seit einem Jahr ohne Probleme.


J.
25.4.2011 13:09
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