Ansichten eines Informatikers

Ich kann mich (noch) nicht entscheiden.

Hadmut
19.4.2009 1:07

Überdrüssig. Ja, genau. Das ist das passende Wort. Das Wort, das auch Staatsanwälte verwenden, wenn sie besonders herabwertend beschreiben wollen, warum einer seine Frau umgebracht hat. Ich bin ihrer überdrüssig

Ich bin meiner Fotoausrüstung überdrüssig. Wobei ich mir auch da jetzt auch nicht ganz sicher bin. Das heißt, bezüglich meiner Fotoausrüstung schon, aber nicht ob überdrüssig mit Dativ oder Genitiv steht. Genitiv hört sich auf jeden Fall besser an und klingt logischer.

Ich kann mich auch nicht entscheiden, ob ich Photographieren nun vorne oder hinten mit F oder Ph schreibe. Fotographieren hört sich billiger an, Fotografieren nach Legasteniker. Das heißt, es hört sich genauso an, es liest sich anders. Photografieren? Nee. Aber darum geht’s hier gerade nicht.

Als Student habe ich mal, so irgendwann vor mehr oder weniger oder eigentlich ziemlich genau 20 Jahren, meine erste Spiegelreflex gekauft. War rückblickend betrachtet vielleicht ein Fehler. Also nicht, daß ich mir damals eine gekauft habe, sondern welche. Als Studi war ich naturgemäß knapp bei Kasse. Und schon damals auf dem High-Tech-Trip und das, was man in der Werbebranche einen Early-Adopter nennt.

Mein Vater sagt immer “Kauf Canon”. Weil er damals schon eine AE-1 (die gut war) und eine A-1 (die sofort nach Ablauf der Garantie total kaputt war) hatte. Nun war das aber so, daß ich eine Auto-Fokus-Kamera wollte. Und Minolta hatte damals mit der 7000 den Auto-Fokus eigentlich erst salonfähig gemacht und im Spiegelreflexbereich eingeführt. Wollte ich natürlich haben. Canon war damals – jedenfalls soweit ich mich erinnern kann – noch nicht so weit. Die hatten zwar schon eine EOS mit Autofokus, aber irgendwas hat mir damals an der nicht gefallen. Ich bin nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube, mir hat damals an Canon nicht gepaßt, daß bei denen der Autofokus-Motor nicht in der Kamera sondern im Objektiv war und man mit jedem Objektiv somit einen neuen Motor kaufen mußte. Die waren damals sehr teuer und das für mich auf jeden Fall ein Grund, das als Geldverschwendung anzusehen und nicht zu kaufen. Heute machen das auch Minolta/Sony und Nikon bei neuen Objektiven so, aber inzwischen sind die Motoren auch viel billiger geworden. Und die Objektive von Canon sind verdammt schnell und verdammt leise.

Nikon hatte zwar damals kurz drauf auch eine Autofokus-Kamera, die sogar mit demselben alten Bajonett klarkam, ein Kumpel hat sich damals nämlich kurz darauf eine Nikon F-801 gekauft, Die war mir damals aber etwas zu teuer, die Minolta Dynax 7000i gefiel mir besser, schien mir den besseren Autofokus zu haben und machte auf mich einfach den moderneren Eindruck, zumal Minolta damals einfach die meiste Erfahrung mit dem Autofokus hatte. Also habe ich die 7000i gekauft. Auch weil es für die Minolta diese geilen Programmkarten mit Zusatzsoftware gab, die ich mir damals für ein Heidengeld gekauft habe, und außer zum Probieren dann eigentlich nie verwendet habe. Ich habe für die Karten ungefähr soviel Geld zum Fenster rausgeworfen wie die Nikon damals mehr als die Minolta gekostet hat. Schlau, was?

Im Nachhinein betrachtet hätte ich doch die Nikon nehmen sollen. Hinterher ist man immer schlauer. Seit 20 Jahren habe ich Minolta bzw. Minolta-kompatibles Zeugs – und seit Übernahme von deren Fotoabteilung durch Sony – Sony, obwohl ich das Zeugs von Sony so überhaupt nicht mag. Zwar kam dann immer mal eine neuere Kamera, aber zufrieden war ich mit dem Krempel seit 20 Jahren eigentlich nie.

Ein Teil des Ärgers hing eben mit den begrenzten Geldmitteln zusammen. Daher habe ich mir damals erst mal billige Objektive von Sigma und Exakta gekauft. Die so schlecht nicht waren. So gut aber auch nicht. Und – bis auf mein kleines pfiffiges Makro-Objektiv – auch nie so richtig scharf waren. Dafür aber später weich wurden. So richtig getaugt haben die – außer den Festbrennweiten – alle nichts. Haufen Geld rausgeworfen. Komischerweise habe ich mir vor zwei Jahren ein Objektiv, das legendäre Minolta 28-135, gleich doppelt gebraucht gekauft, weil die einfach gut und stabil waren und zur optischen Qualität noch ein Metallgehäuse hatte. Verblüffend, daß man sich nach 18 Jahren für die Digitalkameras Objektive kauft, die noch älter als meine damals erste, längst ausgemusterte Kamera waren, denn diese Objektive stammen aus dem Objektivprogramm, was damals, noch vor der 7000i zur Minolta 7000 und zur damaligen Pseudo-Profi-Kamera 9000 gehört hatte. Schon bei der 7000i war man bereits auf Kunststoff und eine anders geformte Gummibelegung gewechselt. (Der aber im Gegensatz zu den Sigma-Objektiven, die sich auflösen, bis heute von unveränderter einwandfreier Qualität ist!) Die Unzufriedenheit, und das muß ich schon sagen, bezieht sich somit also nicht auf die Minolta-Objektive, von denen ich eh kaum welche hatte, sondern auf die damaligen Sigma-Objektive (und ein Exakta, was aber offenbar von Sigma gefertigt worden war). Dazu muß man allerdings auch berücksichtigen, daß die Kameras damals generell von schlechterer Qualität waren, als man heute im Pixel-Wahn erwartet. Damals war das eben so, daß Fotos nicht pixelscharf waren, weil Fotos damals keine Pixel hatten. Die Ansprüche ändern sich.

Dann hat mich geärgert, daß die 7000i damals diese sündhaft teuren Lithium-Batterien brauchte. Allein für Batterie ging damals 1,50 bis 2 DM pro Film drauf. Dann kam noch ein Dia-Film oder gar ein Negativ-Film mit Abzügen dazu, auch nochmal 5-10 DM, womit man etwa 20 bis 80 Pfennig laufende Kosten pro Foto hatte, bevor man überhaupt wußte, ob das Bild was geworden war. Und das waren sie halt oft nicht, denn die richtige Belichtung zu finden war auch nicht unbedingt immer die Stärke der Minolta, und das war dann, wenn man aus Kostengründen Diafilme verwendete, auch nicht mehr auszugleichen. Dazu kam, daß keine meiner Minolta-Kameras jemals zuverlässig konstante Abstände zwischen den Bildern ließ, die schwarzen Balken waren mal schmaler und mal breiter. Was dazu führte, daß die automatischen Schneidemaschinen der Labore immer wieder mal die Bilder anschnitten.

Bis heute weiß ich nicht, ob ich mich über den Minolta-Blitzfuß freuen oder ärgern soll. Einerseits ist es ärgerlich, weil es soviel Fotozubehör gibt, das in einen normalen Blitzschuh paßt und mit Mittenkontakt ausgelöst wird. Oder einfach nur dort befestigt. Geht alles nicht. Oder geht doch, wenn man den Adapter für 90 DM gekauft hat, mit dem man einer Minolta doch wieder einen klassischen Blitzschuh verpassen kann. Allerdings hat der Schuh auch seine Vorteile. Immer wieder sehe ich auf Workshops, daß die Leute laut fluchen, weil der Blitzfernauslöser, den sie auf ihrer Nikon oder Canon mit der Rändelschraube festdrehen mußten, nicht mehr runtergeht, weil man mit spitzen Fingern die Scheiß Rändelschraube nicht mehr aufkriegt. Da komme dann ich als einsamer Minolta-/Sony-Heini und nehme bei mir das Ding mit einem eleganten Knopfdruck einfach und locker ab. Hat eben Vor- und Nachteile.

Apropos Blitzen. Der Kumpel, der sich damals die F-801 kaufte, hatte damals auch den passenden Nikon-Blitz SB-irgendwas, ziemlich teuer. Aber der war damit jahrelang glücklich. Und brauchte nie einen neuen. Denn er konnte direkt das, was Minolta seinen Kameras erst viele Jahre später beibrachte, wie Blitzen auf den hinteren Verschlußvorhang. Irgendwie hatte ich dann mit Minolta immer das Gefühl, daß man kauft und kauft und nachkauft und trotzdem nie einholt. Und überhaupt, das Blitzen. Da gibt’s Patente. Und die scheinen bei den anderen Herstellern zu liegen. Früher, als Kameras noch Filme hatten, verwendete man die einfache aber robuste TTL-Blitzmessung. Dabei waren im Kameraboden Fotodioden angebracht, die einfach während der Aufnahme maßen, wieviel Licht von der Filmschicht reflektiert wird, das aufintegrierten und dann per Schwellwert dem Blitz sagten, daß es reicht und der wieder aufhören könnte zu leuchten. Im Prinzip so richtig schöne altmodische Analogrechentechnik. Geht heute nicht mehr. Klappt nicht mit Digitalsensoren und Minolta ist zu spät auf den Digitalzug gesprungen, da hatten die anderen Hersteller schon die Patente.

Minolta (und mit der Übernahme Sony) hat da im Prinzip zwei Blitztechniken: Vorblitz und Vorblitz mit Entfernungsmessung. Heißt: Wir blitzen mal ohne Foto, schauen wieviel es zuviel oder zuwenig war und blitzen dann mit korrigierter Energiemenge ein zweites Mal, machen das Foto und hoffen, daß es paßt. Und falls wir ein modernes Objektiv dran haben, das uns sagen kann, auf welche Entfernung es eingestellt ist, wenn wir scharf gestellt haben, kann man damit ja nach der ganz alten Formel aus Blende, Entfernung und Leitzahl ausrechnen, mit wieviel Energie der Blitz blitzen soll. Im Prinzip ist das nicht mal dumm. Damit habe ich schon Nikon-Fotographen sehr verblüfft, die im Getümmel mit fester Belichtung arbeiten und meinten, hier könnte man die Blitzmessung sowieso vergessen, während die digitale Minolta/Sony direkt aus dem Autofokus die Blitzenergie berechnet und richtig blitzt. Dumm halt nur, daß es in der Realität nicht so gut funktioniert, wie es sich anhört. Oder eben gar nicht funktioniert, denn keines meiner Minolta- oder Sigma-Objektive hat den Entfernungsencoder. Die Kamera weiß zwar, daß es jetzt scharf ist, aber nicht, welcher Entfernung das entspricht. Pustekuchen. Das heißt mit allen bis auf ein neues Objektiv geht das gar nicht. Und mit meinen Blitzgeräten sowieso nicht.

Seit nämlich diese oben erwähnten Blitztechniken mit den Digitalkameras eingeführt wurden, kann ich meine alten Minolta-Blitzgeräte vergessen, die können das nämlich auch nicht. Weil mir das so auf den Wecker ging und ich nicht andauernd ein neues Blitzgerät kaufen wollte, habe ich mir vor Jahren mal ein Metz mit SCA-3000 Adapter gekauft. Weil ich sowieso auf eine andere Kameramarke umsteigen wollte. Hat auch nie ordentlich funktioniert. Zwar habe ich mir zweimal die Firmware upgraden lassen (und ich glaube sogar mal einen Adapter nachgekauft), aber so richtig haben sie das Minolta-Protokoll, das wohl bewußt schwierig ist, nie hinbekommen. Jedenfalls geht’s nicht. Was erschwerend zu der Sache mit den fehlenden Encodern kommt. Ich habe mal in einem Sonderangebot noch einen Sigma-Blitz mit Minolta-Fuß mitgenommen, klappt aber auch nicht zuverlässig. Langer Rede kurzer Sinn: Die gesamte Blitzerei mit externen Blitzgeräten ist ein Scheiß. Und ich habe überhaupt keine Lust, wieder einen Haufen Geld für die neuesten Sony-Teuer-Blitze auszugeben. Mit den eingebauten geht es, aber die sind halt schwach.

Und überhaupt, das Nachkaufen.

Mit der 7000i bin ich damals auf Fotoworkshops. Und habe alt ausgesehen, weil ich zum Anschluß des Synchronkabels zwei Blitzadapter brauchte. Den Synchronanschluß hat Minolta nämlich bei der 7000i eingespart. Weil man damals aber sowieso immer mehrere Bodys brauchte (wegen der unterschiedlichen Filmsorten und weil man in einer Session nicht andauern den Film wechseln will) kam bald noch eine 8000i dazu. Das ist eine 7000i, bei der man die Macken behoben hat. Das war bei Minolta nämlich immer so. Erst bringen sie was auf den Markt, was alle Minolta-Kunden kaufen, was voller Macken ist, und dann bringen sie die korrigierte Version raus, die dann wieder alle kaufen.

Naja, irgendwann kam dann ein ganz neues Modell, mit Fuzzy Logic und so einem Krams. Und ich war – Informatik-Student – immer noch auf dem High-Tech-Trip. Also habe ich diese Minolta 7xi gekauft. Und war so enttäuscht. Die war schon ab Werk kaputt, mußte gleich wieder eingeschickt werden. Und war ein solcher Scheiß, ergonomisch eine Katastrophe, völliger Murks. Da hatten die spinnerte Ideen und wollten ein Ufo bauen, aber mit dem Ding konnte man nicht arbeiten. Habe ich sofort wieder auf einer der damals ersten Internet-Auktionsplattformen verkloppt, ohne allzuviel Verlust.

Die spätere 700si war da deutlich besser, die erste wirklich gute Kamera der 7er Reihe, aber mir viel zu teuer. Glücklicherweise hat sie mir dann jemand aus Fernost mitgebracht und geschenkt. Mit der war ich dann eigentlich richtig happy und das war eine richtig gute Kamera für Filme, mit der ich auch gerne gearbeitet habe. Dazu hatte ich dann den Zusatzhandgriff, der das Ding nicht nur handlicher machte, sondern in den man dann auch Mignon-Akkus stecken konnte – endlich war der Krampf mit diesen teuren Lithium-Batterien vorbei. Dumm nur, daß das mit den chemischen Filmen dann auch vorbei war. Immerhin, ich habe sie noch.

Dann kam diese kurze Phase mit diesen kleineren Filmpatronen (wie hießen die noch gleich? APS?) und Minolta hatte so ein deutlich verkleinertes Minispiegelreflexsystem auf den Markt gebracht. Sah eigenlich schnuckelig aus, taugte aber nichts, diese APS-Filme waren einfach zu klein um akzeptable Qualität zu liefern.

Noch dümmer, daß sich Minolta bei den Digitalkameras soviel Zeit ließ. Zwar hatten die mal eine Experimentalkamera auf Basis dieser APS-Technik, war aber kaum mehr als ein proof of concept und absurd teuer.

Irgendwann kam dann doch was neues und ich war wieder froh: Die Minolta Dimage 7. Eigentlich so die erste ordentliche Digital-Bridge-Kamera, mit fest angebautem aber ordentlichem 28-200 Objektiv, 5 Megapixel, digitalem Sucher und so. Juhu. Gleich bestellt. Kam gerade noch rechtzeitig, so um Anfang 2002, um auf meine damalige Australien-Neuseeland-Reise mitzugehen. Stellte sich aber wieder als Mist raus, das Ding war unausgegoren, hatte Softwarebugs und jede Menge Unzulänglichkeiten, hat gerauscht wie Sau. Ich hab mich geärgert. Kaum war ich von der Reise zurück, da les ich in einem Forum, daß Minolta schon wieder einmal ein korrigiertes Modell nachschiebt, die Dimage 7i. Im Prinzip genau das gleiche wie die 7, nur die schlimmsten Macken behoben. Sofort die Dimage 7 auf eBay verkloppt und ungefähr soviel dafür bekommen, wie die 7i dann gekostet hat, also quasi kostenneutral den Upgrade gemacht. Dumm halt, daß das erst nach der Australien-Neuseelandreise war.

Mit der Dimage 7i habe ich dann lange und viel fotographiert, die war nicht schlecht. Hatte ja auch noch ein paar Nachfolger, die aber nicht unbedingt besser waren, denn durch das spätere Aufbohren auf 8 Megapixel war das (unveränderte) Objektiv an seine Grenzen geraten und das Rauschen hatte stark zugenommen. Das habe ich deshalb nicht mehr mitgemacht. Auch die Dimage 7i habe ich noch. Und das verblüffende ist, daß sie im Vergleich zu den heutigen winzigen 12-Megapixel-Rauschkanonen im Vergleich schon wieder ganz gut abschneidet. Seltsame Zeiten sind das. Mit der habe ich jedenfalls viel Spaß gehabt und der Digitalsucher war eigentlich ziemlich gut.

Dann brachte Minolta die digitale Dynax 7D raus, die ich kurz getestet habe, mir aber gerade so verkneifen konnte, weil kurz danach die ebensogute aber viel billigere Dynax 5D rauskam. Endlich konnte ich nach Jahren wieder mal meine Fotoausrüstung in Betrieb setzen, die seit Ende der chemischen Ära im Schrank gammelte. War aber irgendwie auch nicht so dolle, hatte zwar keine direkten Macken, aber rief auch keine Begeisterung hervor, langsamer Autofokus, oft mit der Belichtung daneben und eben nur 6 Megapixel. Und Minolta hatte aufgegeben, eigentlich dann alles für den Schrott. Dann drohte 2007 die nächste Australienreise, was also machen? Sony hatte Minolta übernommen und brachte kurz vor der Reise die Alpha-100 raus. Schon wieder dieselbe Leier: Ruckzuck die Minolta 5D auf eBay verkloppt und fast kostenneutral die Alpha-100 gekauft. Kam drei Tage vor der Abreise. Kurz getestet, schien alles in Ordnung. Ein paar Testbilder gemacht, waren alle OK. Dann (ohne Laptop!) nach Australien gefahren und die Bilder halt an dem Mini-Monotir kontrolliert. Sahen in Ordnung aus. Wieder zuhause bin ich fast vom Stuhl gefallen als ich mir die Bilder am PC angesehen habe: Da war – offenbar ab Werk – Dreck auf dem Sensor, ein kleiner weißer Partikel, den die – ziemlich miserable – Selbstreinigungsautomatik auch nie abschütteln konnte (ich habe ziemlichen Druck aus dem Blasebalg gebraucht um den Dreck wegzubekommen). Und deshalb war auf allen Bildern ein Fleck, der auf den Testbildern, die ich in der Wohnung gemacht hatte, nicht zu sehen war. Oh war ich da sauer. Schon das zweite Mal Australien-Reise-Bilder durch Minolta-/Sony-Spezialitäten vergurkt. Obwohl man die Flecken in den meisten Fällen rausretuschieren könnte (was ich nicht gerne tue), habe ich die Bilder monatelang nicht mehr angerührt und dann auch nicht mehr die Zeit zur Bearbeitung gehabt. Muß ich irgendwann mal nachholen. Wurmt mich aber extrem, da die Reise auch recht anstrengend war und nicht einfach so wiederholt werden kann. Die Bilder von Peking waren so halbwegs in Ordnung.

Und was Sony da nun so an Kameras rausbringt, ist grauslich. Die 900er ist meines Erachtens eine Fehlkontruktion. Sie fühlt sich zwar gut an, aber die 24 Megapixel kann man nur mit sehr, sehr teuren Objektiven ausnutzen, und trotzdem hat man die vielen Nachteile des starken Rauschens. Kein Liveview. Das ist nichts.

Es ist zwar so, daß Minolta/Sony (bei manchen Modellen) den meines Erachtens besten Sucher und die besten Ergonomie hat, ich hab mich so an die Spot-Messungstaste gewöhnt. Aber das wiegt einfach die Nachteile nicht auf.

Naja, also was ich eigentlich sagen will und worauf ich eigentlich hinaus will: Ich werde mir eine neue Ausrüstung zulegen. Kamera, paar Objektive, Blitz und das übliche Gedöns drumherum. Bischen was besseres und aktuelleres. Etwas der semiprofessionellen oder niedrigprofessionellen Geräte. Liveview. Video. Und halt ne ordentliche Bildqualität. Aber: Ich kann mich nicht zwischen Nikon und Canon entscheiden.

Nikon liegt mir von der Haptik und der Bedienung mehr. Macht angeblich inzwischen auch die besten Fotos. (Es ist erstaunlich daß Nikon mit Sony-Sensoren bessere Aufnahmen macht als Sony selbst…).

Auf der anderen Seite hat Canon – angeblich – die besten Objektive. Was sie sich aber auch bezahlen lassen. Ich hatte kürzlich mal eine EOS 5D. Das ist der absolute Hammer wie schnell der Autofokus bei dem Ding war, man merkt praktisch keine Verzögerung mehr. Drauf und scharf. Und das auch noch lautlos. Das kann es beispielsweise bei einer Sportveranstaltung, bei einem Pressetermin oder so wirklich ausmachen. Vielleicht eine EOS 5D Mark II ? Die soll nahezu rauschfrei auch bei hohen Empfindlichkeiten sein und super Videos produzieren. Oder eine EOS 50 ?

Dafür ist Nikon bekanntlich auch ziemlich gut aufgestellt. Gerade kam die neue Comsumer 5000D raus, und demnächst wohl die D400 und die D800/D750?. Sowas vielleicht?

Und was dazu? Ein gutes Weitwinkel-Zoom. Dann sowas wie ein 28-135 und ein 70-200. Ein 50er 1.8 und ein etwa 85 1.4 oder sowas. Nur welches?

Also werde ich mir jetzt demnächst irgendwas aussuchen. Und dann in 20 Jahren in mein Blog jammern, daß ich die andere hätte nehmen sollen.

Wobei: Beim derzeitigen technischen Fortschritt glaube ich nicht mehr, daß ich nochmal eine Ausrüstung in wesentlichen Teilen 20 Jahre lang werde verwenden können. Falls in 20 Jahren Fotographieren überhaupt noch erlaubt sein wird. Man wird bis dahin sicherlich versuchen, Normalbürgern die Kameras als Beweismittel zu verbieten. Gründe für ein Verbot ließen sich sicherlich finden. Man könnte die Kinderpornographie im Internet übrigens dadurch sehr wirksam eindämmen, daß man Kameras verbietet und aus dem Verkehr zieht.

Also nehm ich jetzt Nikon oder Canon?