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Die Doppelwesen verfügen über verschiedene übernatürliche Fähigkeiten,
die sie unbesiegbar und unfehlbar machen.
Das Doppelwesen Prof. B. hat ganz erstaunliche Fähigkeiten. Beispielsweise kann
er die Zeit beliebig verbiegen und Zeitreisen unternehmen. Eine beneidenswerte
Fähigkeit, die ihm wissenschaftliche Erkenntnisse ermöglicht, die gewöhnlichen
Menschen verwehrt bleiben.
Ein Beispiel:
Ein naiver Doktorand hatte in seiner Dissertation untersucht, inwieweit
zur Absicherung von Netzwerken Hilfs- und Nutzlasten unterschiedlich
behandelt werden müssen. Der törichte Tropf machte aber den
verhängnisvollen Fehler, seine Dissertation lesbar gestalten zu
wollen. Deshalb fing der mehrseitige Abschnitt mit einem einleitenden
Absatz an, in dem in einem Halbsatz erwähnt wurde, daß beim
Telefonieren ja auch nicht nur die Sprache, sondern auch die gewählte
Telefonnummer übertragen werden müsse. Das war natürlich ein fataler Fehler,
der einem übernatürlichen Doppelwesen wie Prof. B. nicht verborgen
bleiben konnte.
Und so stand in seinem Gutachten:
Es ist falsch, dass beim Telefonieren die Telefonnummern übertragen
werden müssen. Der Kandidat scheint dabei ausschließlich an die im
Moment praktizierten ISDN-Protokolle zu denken und hat dabei
übersehen, dass z.B. insb. bei Packet Switched Networking mit
Public-Key Adressierung, wie sie von dem vor wenigen Tagen
verstorbenen Donald Davies F.R.S. als ursprüngliche Grundlage für die
Einführung von PSN betrachtet wurde, genau diese Problem umgangen
werden sollte (siehe dazu auch : The Times, London, Mittwoch,
31.05.2000).
Trotz jahrelanger Forschung habe ich bisher noch nicht ergründen
können, was genau diese Public-Key Adressierung ist. Tatsache ist
jedenfalls, daß Donald Davies einer der Erfinder von Packet Switched
Networking war. Das war in den sechziger Jahren.
Die Public-Key Adressierung habe ich zwar noch nicht
entdeckt, aber die Vermutung liegt nahe, daß sie etwas mit Public-Key
Kryptographie zu tun haben soll. Die stammt aus den siebziger Jahren. ISDN
stammt aus den achtziger Jahren, bis dahin hatte man elektromechanisch
mit Wählscheiben gewählt. Der Heb-Dreh-Wähler wurde 1889 patentiert.
Wie paßt das zusammen?
Ich habe lange gebrütet und habe schließlich die Lösung gefunden:
Der Mann hat die wunderbare Fähigkeit, in entgegengesetzter Richtung
durch die Zeit zu reisen. Ordnet man nämlich die Geschehnisse nicht
nach unserem begrenzten Zeitverständnis, sondern in entgegengesetzter
Richtung an, dann wird das auf einmal plausibel:
- In der Zukunft
- - also zuerst - wird die Public-Key-Adressierung erfunden.
Deshalb kann ich sie nicht entdecken, es gibt sie noch nicht.
- In den achtziger Jahren
- kommt ISDN dazu, rückständigerweise leider noch an
Telefonnummern gebunden.
- In den siebziger Jahren
- wird dann aber glücklicherweise die Public-Key-Verfahren
erfunden, mit denen Donald Davies glücklicherweise
- in den sechziger Jahren
- Packet-Switched Networks entwickeln kann. Damit kann man also
jahrzehntelang ohne Telefonnummern auskommen. Daß dann
- 1889
- die Humanoiden den Heb-Dreh-Wähler trotzdem erfinden und patentieren,
ist ärgerlich, aber so weit sind wir ja noch nicht.
Rückwärts durch die Zeit reisen zu können ist eine beneidenswerte
Fähigkeit. Nur so kann man bemerken, daß die Menschheit fast hundert
Jahre lang ihre Finger völlig nutzlos in diese kleinen runden
Wählscheiben an den Vor- (oder Nach-)ISDN-Telefonen gesteckt
haben. Irgendjemand hätte den Leuten doch sagen müssen, daß daß das
keine ISDN-Telefone sind und sie deshalb keine Telefonnumern verwenden
können.
So schön das Zeitreisen auch ist, es hat einen wesentlichen Haken: Er
kann es nicht nur selbst, er verlangt es auch von anderen. Die
Dissertation dieses armen Tropfes hat er nicht nur deshalb abgelehnt,
weil der Tropf dachte, Telefone würden Telefonnummern übertragen,
sondern auch, weil der Doktorand verschiedene Werke nicht zitiert hat,
die erst nach der Anfertigung bzw. Abgabe der Dissertation
veröffentlicht wurden. Jetzt war der arme Tropf aber selbst noch kein
übernatürliches Doppelwesen, sondern leider nur ein gewöhnlicher
Mensch, der unweigerlich dazu verdammt war, in der Zeit vorwärts zu
reisen. So kann man natürlich nicht promovieren.
Will man also bei ihm promovieren, dann muß man sich zuerst von einem
Körperfresser fressen und durch Doppelwesen ersetzen lassen, und dann
das Zeitreisen lernen. Dann kriegt man auch einen Doktor.
Immerhin ist das ein untrügliches Kriterium: Wer bei ihm promoviert
hat, der ist zuvor gefressen und durch Doppelwesen ersetzt worden.
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