Übernatürliche Phänomene an der Uni Karlsruhe
Kontakt mit den Toten

Schon auf der Seite zu den Zeitreisen wurde es erwähnt, Prof. B. bezieht sich auf einen Artikel in der Times:

Es ist falsch, dass beim Telefonieren die Telefonnummern übertragen werden müssen. Der Kandidat scheint dabei ausschließlich an die im Moment praktizierten ISDN-Protokolle zu denken und hat dabei übersehen, dass z.B. insb. bei Packet Switched Networking mit Public-Key Adressierung, wie sie von dem vor wenigen Tagen verstorbenen Donald Davies F.R.S. als ursprüngliche Grundlage für die Einführung von PSN betrachtet wurde, genau diese Problem umgangen werden sollte (siehe dazu auch : The Times, London, Mittwoch, 31.05.2000).

Die normale Reaktion des Normalsterblichen darauf ist, einfach diese Stelle in der Times nachzulesen. So funktioniert das nicht. In der Times von diesem Datum steht zwar etwas von Donald Davies, aber nur daß er gestorben ist. Nichts von ISDN, Telefonnummern oder Public-Key Adressierung. So darf man da natürlich nicht herangehen. Man darf sich nicht mit schnöder Druckerschwärze und Papier aufhalten. Der Zeitungsartikel ist nur das Tor in eine andere Welt, mit der man mit den übernatürlichen Fähigkeiten des Prof. B. direkt kommunizieren kann - anrufen ohne Telefonnummern, sozusagen. Einem gewöhnlichen Sterblichen bleiben solche Kommunikationstechniken freilich verborgen.

Daß er mit dem Reich der Toten kommuniziert, ist nicht nur eine Vermutung. Tote werden selbstverständlich als Experten zur Bewertung von Dissertationen herangezogen. Und so findet sich in selben Promotionsgutachten des Prof. B. die Anmerkung:

Ich frage mich, was die Senioren unserer deutschen Zunft, nämlich der Kollege B. in München und Dr. L. in Bonn oder gar der verstorbene Kollege Ernst Henze zu diesem Thema zu sagen hätten.

Der naive Sterbliche würde nun meinen, daß der Kollege Henze zu diesem Thema gar nichts mehr zu sagen hätte, wenn er denn schon verstorben ist. Da fehlen einfach die paranormalen Fähigkeiten. Prof. B. hingegen hat diese Fähigkeiten und zieht Tote als Gutachter heran.

Auch ein weiteres Literaturzitat des Prof. B. in seinem Gutachten verweist auf einen Nachruf. Da war auch jemand gestorben. Vermutlich sind diese Nachrufe die Art und Weise, wie man Kontakt mit dem Jenseits aufnimmt. Wenn man sich das erst einmal angewöhnt hat, merkt man erst, wie rückständig und überflüssig Telefonnummern sind. Vermutlich ist die Verbindung ins Reich der Toten keine ISDN-Verbindung.

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