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Rektorwahl in Karlsruhe | ||||||||||
| Der selbstgewählte Rektor | |||||||||||
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Die Universität konnte sich gegen das Ministerium nicht durchsetzen.
Klein beigeben wollte man aber auch nicht. Also erklärte man,
daß man im Recht sei, aber sich nicht auf einen längeren Rechtsstreit
einlassen wolle, und nur deshalb nachgebe, damit man Ministerium
seinen Willen bekomme. So als ob der, der nachgibt, automatisch der Klügere
wäre.
Und so kam es, daß man einen regelrechten Schildbürgerstreich organisierte, damit alle Beteiligten ihren Willen durchsetzen und ihr Gesicht wahren konnten: Man wiederholte die Wahl und forderte nur noch die einfache Mehrheit. Nun hatten aber die beiden anderen Kandidaten ihre Bewerbung zurückgezogen. Damit hätte man eigentlich weitere Bewerber nachschieben müssen, denn der Wahlvorschlag soll drei Bewerber enthalten. Das ging aber nicht, denn man hatte ja sorgsam die Bewerbungsunterlagen der anderen Bewerber längst aus den Akten entfernt, sie ihnen zurückgeschickt und ihnen mitgeteilt, daß man sie abgelehnt hätte. Wie hätte man da Bewerber nachschieben können? Genau wegen dieser Situation darf man das nicht, aber man hatte es nun einmal getan. Und damit - das war ja der Zweck der Sache - effektiv verhindert, daß weitere Bewerber nachrücken konnten. Denn das wollte man nicht. Also veranstaltete man eine Wahl mit nur einem Kandidaten. Was bedeutet "einfache Mehrheit"? Daß man mehr Stimmen als die anderen Kandidaten hat. Was heißt das bei nur einem Kandidaten? Ihm genügt schon eine einzige Stimme. Und da ist es ungemein praktisch, daß der Kandidat selbst Mitglied im Senat ist und selbst abstimmen kann. Seine eigene Stimme reicht also schon, um zum Rektor gewählt zu werden. So ganz wohl war der Universität dabei aber wohl nicht, denn man fragte im Ministerium nach, ob denn das genehm sei. Doch, doch, erklärte das Ministerium, mit einer Wahl mit nur einem Kandidaten sei man einverstanden, und der würde auch dann Rektor, wenn nur er allein für sich selbst stimmt. Hauptsache, man hat nach Art der CDU und nicht der SPD gewählt. Und so begab es sich, daß der Kandidat gewählt wurde. |
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